Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 8 - August
- Date
- 1927-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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.j Kräfte -disziplinierte. Nur so konnte er den! Gipfel dieser Abgeklärtheit erklimmen, die fruchtbringend sich auch anderen mitteilte. ”ri i Liebfermanns Kunst enthält weit über seine Zeit hinausragende Werte. Bei Lebzeiten ihres I Meisters ist sie* bereits klassisch geworden und! Wird auch späteren Generationen als Spiegelbild ’ einer Epoche wertvoll bleiben. Wenn auch andere! rieben ihm Bedeutendes geleistet haben und I manche Namen mit ihm fortleben werden, so A ist doch er in seiner Totalität der Höhepunkt der deutschen modernen Kunst. Der 80.. Geburtstag Liebermanns isi daher Imehr als die Huldigung für den großen Meister, 'den Erneuerer und Führer der Kunst, den großen Sohn der Reichshauptstadt, die ihm an diesem [Tage das Ehrenbürgerrecht verleiht, — es ist ein Festtag der gesamten Kunst, da sie in Liebermann den Sieg reinsten und höchsten Menschentums feiern kann. Installation der Leibniz-Loge. Unter dem Vorsitz des hochw. Br. Großpräsidenten hatten sich am Sonntag, 12. Juni 27, in den stimmungsvoll ausgestatteten Räumen der Zion-Loge in Hannover,Brüder aus * allen Gauen unseres Vaterlandes, insbesondere natürlich'aus Hannover selbst und den Nachbarstadten, zusammengefunden, um in feierlicher Weise” die Installation der neu gegründeten Leibniz-Loge vorzunehmen: Br. 'Großpräsident wurde bei der Führung des Präsidiums unterstützt durch die. BBr. Vizegroßpräsident Raiter und Expr. Herzberg (Zion- Coge). JEr—eföftnete um 4„I5 Uhrdie Sitzung rpit dem einzigen, Punkt der Tagesordnung: Installation der Leibniz-Loge.; Nach dem vorgeschriebenen Ritual verlassen die BBr. Mentoren den Logentemper, um alsbald. unter den Harmoniumklängen des Liedes »Tuchler Zion« 25 Petenten — die übrigen fehlten entschuldigt — vor den Platz des Präsi- , Renten zu führen; hier legten die neuen Brüder ihr Logengelübde ab. : * Uns Menschen wird nichts gegeben — so führte Br. Großpräsident aus — wenn wir nicht vorher. selbst gegeben haben; die Kunst des Empfangens werden wir erst dann verstehen, wenn wir gelernt haben, zu geben. Die Erwartungen,'mit denen wir dem Orden beitreten, sind groß, aber berechtigt, sie gewinnen ersf dann Verwirklichung, wenn wir zu geben vermögen. Die sich daraus ergebende Frage, was der einzelne dem Orden zu geben vermag, läßt Sich zusammenfassen in .die Formel und die Forderung, es ernst mit sich zu nehmen. Das Leben der meisten ist ausgefüllt von Arbeit, Pflichten und Aufgaben; das Leben, die Persönlichkeit geht darüber oft verloren. Die Lose ifej die Stätte, wo wir uns auf uns selbst besinnen, hier sollen wir uns selbst geben,'hier Soll das Ich zum Du, das Da zum Ich kommen, . iq. wie wir es in unserer Kindheit Tagen getan und leider seitdem zumeist verlernt haben. Hiet wird die Kunst geübt, zu sehen und zt hören, nicht im grob mechanischen Sinne. Da« ijst der Inhalt unseres Losungswortes: Persönlichkeit sein, sein Ich erschließen, es ernst nehmen mit sich selbst; dann werden wir über Art eit und Pflichten,, so wichtig sie sein mögen, nie hlj mehr unser eigentliches Ich vergessen Nach besonders herzlichen an Br. Catzenstein gerichteten Worten, der als einziger alte (Bruder der jungen Loge beitritt, und nachdem E r. Expr Herzberg die Zeichenerklärung gegeben hatte, fährt Br. Dr. Baeck fort: Die Geographis dieses Ortes —! Hannover — hat zu dem , Namen Leibniz geführt. Zu jedem Menschen spricht seine Heimat; der Jude empfindet, da» hat er mit dem deutschen gemein, zuerst irrmer als iMensch seiner Heimat. als Bne Was bedeutet uns Juden, was uns Briss Leibn:z? . Ohne Leibniz ist die Aufklärüngsieit nicht denkbar, ojhne sie nicht die Emanzipa ion der Juden. 1 Paneurjopa und der Vö.kerbund gehen auf .Leibniz zurück, der der erste war, <!er kühn idiese Gedajnken aussprach. Von ganz besonderer Bedeutung da sie unser Logenideal in sich schließen, sind zwei Gedariken in dem Lebenswerk von Lejbhiz, die Idee der lebendigen. (Kraft und die Harmonie. Wer unter uns hat dee der immer seir e ganze lebendige Kraft entwickelt, insbesondere dann, w:ern es sich um Wohltun handelt? Mit Begeisterung allein ist es nicht getan, de Tat ist (nie mit sich zufrieden, die lebendige Kraft.des Opfers ist gar selten. Wo lebendige Kraft ist, ist auch Harmonie; Harmonie heißt, daß Eigenes sich zu Eigenem findet. Parteien sind notwendig; wer jedoch nur ejner Partei dient, hört auf, Mensch zu sein- 4i:t -