Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1926
- Issue
- Nr. 12 - Dezember (12.1926)
- Date
- 1926-12-01
- Page
- Seite 210 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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„Yemenitischer Jude“. (■ Aquarell im Besitze der Nationalgaleriei (Berlin). Mit jenem ergreifenden Herzl-Kopf von 1903 hat aber Hermann Struck nicht allein die jjierie seiner Judenköpfe eröffnet; sondern auch die seiner Literatur«. Kunst und Literatur' fühlten sich hingezogen zu ihm. Gerhart Hauptmann 7 saß ihm, Richard Dehtnel, Arno Holz und viele andere, unter ihnen auch Richard Beer-Hoffmann, Arnold Zweig, und er radierte auch solche Charakterköpfe wie Hermann Cohen, August Bebe), Artur Nikisch und Albert. Einstein, und alle die Meister der Kunst, die ihm nahestanden': ) Josef Israels, Lovis Corinth nnd Lesser Ury. Struck’s enge Beziehungen zur Literatur * boten ihm auch die Gelegenheit, gemeinsam mit, hervorragenden Literaten eine Reihe von Büchern zu veröffentlichen, die dann in weite Kreise gedrungen sind Für seine »Skizzen aus Littauen, Weißrußland und Kurland«*hat Herbert Eulenberg den Text geschrieben, sein Buch der iKriegs- , gefangenen« schmückt eine Einleitung des unvergessenen Forschers F. von Luschan und seinem »Ostjüdischen Antlitz« gab Arnold Zweig das Geleitwort. Und noch einmal möchte ich auf sein Erstlingsbuch »Die Kunst des Radierens« hinweisen; es liegt schon in fünfter Auflage vor und ist in der Tat die richtige Anleitung, »die Künstler und kunstverständige Dilettanten in den Stand setzt, die schöne Kunst des Schwarz und Weiß selbständig zu erlernen, und es soll zugleich den Blick des Kunstliebhabers schärfen, um die Erzeugnisse der Radierkunst besser und intensiver -genießen zu können«. Ich kenne unzählige Kunstsammler, die erst durch dieses Buch Hermann Struck’s zu wirklichen Graphiksammlern geworden sind. Ja, der Graphiker Hermann Struck hat schon seine unvergänglichen D.ienste, aber der Graphiker Struck hat immer den Maler Struck in den Hintergrund gedrängt. Bis erst vor kurzem der Maler in Hermann Struck wiedererwachte. Jetzt malt er nämlich wieder in Palästina, und es scheint uns wie eine Fügung des Schicksals, daß ihn die Sonne des Heiligen Landes auf neue Wege führt, zu den Wegen der Farbe. Denn was wir bisher von seinen Palästina-Aquarellen gesehen haben, beweist uns, daß Hermann Struck auch ein Meister der Farbe ist, von dem wir noch viel erwarten — und Großes. Alter Ostjude“. Originalradiernng. - 210