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Der Orden Bne Briss · 1926-12-01 · Nr. 12 - Dezember (12.1926) · p. Seite 208

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1926
Issue
Nr. 12 - Dezember (12.1926)
Date
1926-12-01
Page
Seite 208 (sequence 8)
Language
German
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keif, ohne unbescheiden zu sein, angehört — als der schöne Katalog seiner Graphik von Arnold Fortlage und Karl Schwarz bei Paul Cassirer erschien. Fortlage, der Kölner Kunstschriftstelter, erzählt hier, daß der Künstler fünf Jahre lang an der B'erliner Akademie unter Max. Koner gearbeitet hat und daß er daneben bei Hans Meyer die Radiertechnik erlernte«. 1899 sprach man ihm den Reichenheim-Preis zu und im gleichen Jahre hatte er schon seine erste Ausstellung bei Schulte und einige Jahre später gewesen sind, ist man ihm doppelt dankbar, daß er auch ein Buch über »Die Kunst des Radierens« herausgab. Alfred Kerr, der an die Spitze des Werkes ein Gedicht an Struck setzte, sagt hier richtig, das Buch sei »ein wirkliches Verdienst« Ja, dieses Buch ist ein wirkliches Verdienst«. Es ist, wie! ich in meiner Schrift-über Struck ausgesprochen habe, ein Erzieher. Sö, wie die Kunst Hermann Strucks selbst. Es war im Jahre 1903, als sein erstes Bildnis von Theodor. Herzl erschien und als au.ch Struck’s i J -f J ' i t * ' ( * M ,,L)orf im Schnee*'. Oiiginalradierung. * . hte ihn sogar die angesehene »Royal Society ■ painter-etchers and engravers in London zu ih-em Mitglied:1 Ich habe das Wörtchen »erlernte« unter Anführungsstriche gesetzt. Natürlich erlernte« Hermann Struck die Radiertechnik, aber sie schien ihm sc*hon längst Fleisch und Blut geworden \ zu sein, als er in alle ihre Heimlichkeiten eindrang. ' ’^Und heute, da jeder fühlt, daß er der geborene Graphiker ist, und einer von den wenigen, die auf den Wegen der Graphik selbst für Meister wie Liebermann, CojSnth und Ury Wegweiser »Herzl die jüdische Jugend begeisterte. Es bleibt mir jener Tag in dauernder Erinnerung, an dem ich, von Wien kommend, meine Heimatstadt Kremsier besuchte und überrascht war, diese Radierung schon in meinem Elternhatise zu finden; meine beiden Brüder hatten damit die Wand geschmückt. Und Theodor Herzl selbst, zu dessen Freunden ich mich zählen durfte, hat viel von Struck, dem Künstler, gehalten. Er fühlte, so.sagte ich einmal, daß der Künstler das Gesicht des Mannes formen wollte, dessen verträumte verklärte Augen von Tausenden geliebt 203

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