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Der Orden Bne Briss · 1925-03-01 · Nr. 3/4 - März/April (3.1925) · p. Seite 57

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Nr. 3/4 - März/April (3.1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 57 (sequence 9)
Language
German
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* * '» Zur Eröffnung der Universität Jerusalem^ , i 7. . Von ‘ ' Br. Prof Dr. h u,g e n In der Oeschichte des Wiederaufbaus von Palästina, der in weit höherem Maße noch, als es jetzt der Fall ist, losgelöst von allem Gegensatz der Parteien, eine Aufgabe der gesamten Judenheit werden sollte, wird der 1.. April dieses Jahres als der Tag, an den! die Universität Jerusalem feierlich eingeweiht wird, ein Datum von besonderer Bedeutung bilden. Für das Aufbauwerk und für das Volk, das es vollbringen will, > ist vielleicht nichts so charakteristisch wie die Tatsache, daß man schon jetzt an die Begründung einer Universität geschritten ist. Es wird manchen »Realpolitiker geben, der bedenklich den Kopf schüttelt, von der Über- , zeugung ausgehend, zuvor hätten wichtijgere Aufgaben wirtschaftlicher Natur ihrer Lösung zugeführt werden müssen. Andere wiederum werden die Ansicht vertreten, der Unterbau der palästinensischen Volks- und Mittelschulen sei noch nicht gefestigt genug, um eine Universität tragen zu können. Diesen und ähnlichen Bedenken ist eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen. Und doch haben die Leiter des Aufbauwerkes recht daran getan; schön jetzt den stolzen Plan einer Universität in die Wirklichkeit umzusetzen. Der Äitfbau Palästinas läßt sich nicht ohne weiteres mit dem Aufbau irgend eines anderen Landes vergleichen, die Universität Jerusalem wird in manchem Betracht -ganz anders geartet sein als die Universitäten Europas oder Amerikas. Sie wird von vornherein nicht den Charakter einer Provinz- oder Landesuniversität haben, vielmehr werden ihr Dozenten und Studenten aus allen Teilen der Welt Zuströmen. Die Sorge der Universitätsverwaltung wird nicht so sehr ./ darauf gerichtet sfcin müssen, Katheder und Hörsäle voll besetzt zu sehen, als darauf, aus der Fülle derer, die sich als Lehrende oder Lernende zur Verfügung stellen werden, die geeigneten Elemente auszusuchen. Neben ständigen Dozejnten und neben Studierenden, die ihre gesamte Studienzeit dort verbringen werden, werden der Universität Jeru; salem in weit größerem Ausmaße, als es anderiltwoch, Berlin. wärts der Fall ist, Gastprofessoren und Gasthörer sich einfinden. So mancher Professor aus Europa oder Amerika Wird sich gern der Aufgabe unterziehen, Ferienkurse an der -Jerüsalemer Universität zu halten. Und wie früher beispielsweise; aus Deutschland Söhne wohlhabender Eltern vielfach zu Beginn ihrer Studienzeit für ein Jahr an die Universitäten Lausanne oder Paris, Oxford oder Cambridge geschickt wurden, um sich mit französischer oder - englischer Sprache und Kultur vertraut zumaqhen, so wird sicherlich eine große Zahl von jungen jüdischen Studenten aus der Alten und Neuen Welt*für ein Jahr zum Studium nach Jerusalem gehen, um dort die hebräische Kultur Palästinas auf sich wirken zu lassen. ♦ v Bei alledem wird der Schwerpunkt der Universität, besonders in den ersten Jahren, nicht so sehr auf die Lehrtätigkeit, als auf die Forschung zu legen sein. Es ist ein glücklicher Gedanke, daß die Universität gleichsam aus einer Reihe von Forschungsinstituten herauswachsen soll. Hier wird viel mühsame und entsagungsvolle Arbeit zu leisten sein, bis die Jerusalemer Universität sich einigermaßen ebenbürtig an die Seite der Hochschulen Europas und Amerikas mit ihrer Jahrhunderte -oder wenigstens Jahrzehnte alten Tradition wird stellen können. Auf einem Gebiete freilich könnten schon frühzeitig nennenswerte Resultate erzielt werden, das ist die Orientalistik, im besonderen die Semitistik im - weitesten Sinne des Wortes. Die Arbeit auf diesem Felde der Wissenschaft ist vielleicht berufen, der Universität Jerusalem eine besondere Note zu geben. Während beispielsweise chemische, physiologische odei* astronomische Untersuchungen, in palästinensischen Laboratorien angestellt, in ihren Methoden und Resultaten sich nicht jm mindesten von denen in irgend einem anderen Laboratorium der Welt unterscheiden können, wäre die Universität Jerusalem ihrem ganzen Milieu hach berufen, der Orientalistik neue Wege zu weisen. Die archäologische Erforschung Palästinas, , hebräische 57

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