Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 2 - Februar (2.1925)
- Date
- 1925-02-01
- Page
- Seite 43 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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It .; 1 ji i •' Aus den wenigen Logenberichten interessiert uns die Aufnahmefeier des bisherigen amerikanischen Gesandten in Persien, Br. Dr. J o s e p h Kornfeld, in die Toled6-Lpge. Dr. Kornfeld, der einstmals auch Großpräsident des 2. Distrikts war, hat jetzt das Rabbinat am Tempel in der Colingwood Avenue in Toledo übernommen. Dr. Joseph Kornfeld hielt auf zahlreiche Begrüßungsansprachen eine Dankrede, die auf die gleichzeitige Feier des B'nai B’ifith-Tages überleitete. Während seiner mphrjänrjgen diplomatischen Tätigkeit in Teheran hat j Rabbiner Dr. Kornfeld seinen häufig von Pogrolmen bedrohten persischen Glaubensgenossen wertvolle Dienste geleistet. Ein ganz neues Moment hatj die Großloge des 5. Distrikts in das Ordensl^ben hineingetragen : sie hat in der Argo-Loge zu Washington eine öffentliche Einführung nebst daranschließender offener Loge veranstalte^ zu welcher 1 500 Angehörige aller Bekenntnisse erschienen. Ansprachen hielten: der Bischof von Washington, James E. Freeman; der G oßmeister des Freimaurerordens Roe Fulkerson; der Staatsbevollmächtigte des katholischer Ordens »Kolumbusritter*; der Oroßpräsident des 5. Distrikts, Henry A. Alexander; Rabbiner Dr.Abram Simon vom Tempel in der ß. Straße; der Regierungsvertreter Cuno H. Rudolph. Der hohe Staatsbeamte sagte in seiner Ansprache, die Feier stände in der Geschichte der Bundeshauptstadt einzig da, und weissagte ihr einen »weitreichenden Einfluß, wenn es sich darum handle, Intoleranz zu bekämpfen.« Nicht^ genug mit dieser Feststellung,schrieb Mr.Rudolph kurz darauf dem Präsidenten cer Argo-Loge: »Ich habe die Empfindung, a|s seien diejenigen, welche den Plan eines solchen Beisammenseins* faßten, weit eher zu beglückwünschen als wir, die wir den Vorzug hatten, dieser wundervollen Veranstaltung beizuwohnen « Der Bischof sagte: »Protestanten, Katholiken und Juden stehen auf demselben Grund und: Boden. Wir brauchen keine Veranlassung zur Mißstimmung gegeneinander zu haben, denn: wir alle sind für Gott, und wir alle sind für Amerika. Der wahrhaft religiös Gerichtete kann keinen Menschen gegen den andern im Namen der Religion aufhetzen. Diese ^inführungsfeier bietet das Beispiel dafür, daß |Menschen aller Bekenntnisse in Frieden und Eintracht miteinander leben wollen.« — * Die Jakob Schiff-Loge in Larising (Michigan) ’gab ein Festesser, zu welchem die Brüder alle ihre bisher noch nicht für die Loge und den Orden interessierlen Freunde aus der Stadt einluden. Die Veranstaltung sollte diesen Herren beweisen, daß es in ihrem eigenen Interesse liegt, sich dem Orden B. B anzuschließen. Ausführlicher spricht sich die rieue Monatsschrift über die Tätigkeit des Ordens in Mexiko aus. Seitdem Präsident Calles die bedrückten Juden aller Länder aufgefordert: hat, ihre Arbeitslust i n Mexiko zu verwerten, nimmt die Einwanderung in dies noch überaus anbaufähige Land ständig zu. Als einen Hort und unser Orden in der Landes- B’nai B’rith-Haus« errichtet, in Zufluchtsort hat hauptstadt ein welchem der Einwanderer das erste Unterkommen, vor allem aber Rat und Hilfe, zum Aufbau einer geeigneten Existenz erhält. Hauptsächlich liegt dem Orden daran, die erwandernden Juden (vom Hausier- und Kleinhandel abzudrängen unjd durch seine wohlorganisierte Stellenvermittlung den industriellen Betrieben zuzuführen. Wie in Amerika, so sorgt der Orden auch in Mexiko dafür, die staatenlosen Juden zu mexikanischen Staatsbürgern zu erziehen. 'Demnächst wird es sich der Orden angelegen sein lassen, die Einwanderer im Zusammenhänge mit ihrer Religion zu erhalten und zu diesem Zwecke Rabbiner und Lehrer anzustellen... Erfreulicherweise besinnt sich der Orden in Amerika jetzt stirker als je zuvor auf sein Judentum. Jahrzehnte lang schien es, als stelle er einen rein auf »Ethische Kultur« eingestellten Verband dar, dem der Glaube der Väter allenfalls eine historische Erin tierung bedeutet-: ' heute ist der Jude bewußt jüdisch und'fördert alle jüdisch-religiösen Zwecke. Demgemäß schmerzt ihn das Vermächtnis, welches der jüngst verstorbene Robert Hirsch in der Höhe von fünf hunderttausend Dollars an die »Scjiule für ethische KUItui« stiftete. »Ethische Kultur« meint unspr Ordensorgan, '»führt bei Juden zu einem farblosen Allerweltsglauben, in den meisten Fällen schließlich zur Taufe«. Gerade Amerika bietet das j Beis Diel, daß religiös; gerichtete Naturen irt einen nüchteijnen, nur auf Humanität eingestellten Bekenntnis sich auf die Dauer nicht — 43 —