Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 15 - Dezember (12.1924)
- Date
- 1924-12-01
- Page
- Seite 208 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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dox das im ersten Momeit klingen mag — der Brüderlichkeit zu dem ihr Anteil an der Praxis de« zur Zeit', verläßt - man sich auf den starken Klang der der Devise. Die Klagen gebührenden größeren Logenlebens. Denn in dieser gar zu sehr beiden großen Worte über die mangelhafte »Brüderlichkeit« haben, vrenn ich recht sehe, mit dem gewaltigen Zustrc m von neuen Brüdern, den die letzten Jahre brachten, einen besonders hohen Örad erreicht. -Das ist wohl verständlich. Es werden, ganze Massen! äufgenommen. Aber was wird getan, um den einzelnen neuen Bruder an diealten unyerzügliclk änzuschl|eßen? Die neuerdings angeordn'eten Instruktionslogen sind gewiß durchaus zu begrüßen, aber sie werden schwerlich allzuviel 'zur Herstellung eines persönlichen /herzlichen f Bandes zwischen den Neuen und den Alten leisten können. Eine weit größere Bedeutung für unsere Frage hätte die Bildung kleinerer Logen an großen Orten, wie diederJehudaHalevi-Loge in Berlin, wenn ernstlich'; damit zu rechnen wäre, naß das Berliner Beispiel mehr als sporadische Nachahmung fände. Wie die Dinge nun einmal liegen^ muß nach anderen Mitteln gesucht werden. Ein sblehes Mittel soll im Folgenden vorgescnlagen werden. Andere werden sich ergänzend ninzugesellen müssen. Eines scheint .mir durah die Erfahrung festgestellt zu sein: Es gehti nicht länger an, die neuemgetretenen Brüder damit zu vertrösten, daß mah ihnen sagt; Beteiligt euch nur regelmäßig an unsren Arbeiten und die persönlichen Beziehungen zu den älteren Brüdern werden sich dann schon von selbsj herstellen! Der Satz ist an sich richtig, enthält aber eine Vorwegnahme, führt zu eiher Art von circülus vitiosus. Denn warum bleibt der heue Bruder so oft von vornherein — mitunter nach kurzem Anlauf — den Arbeiten der Loge fern? Weil er ohne jede persönliche Beziehung! dasteht. Diese persönliche Beziehung sofort mit dem Eintritt jeden neuen Bruderi zu schaffen, ist die unabweisbare Pflicht der Löge. Damit, daß der Präsident den neuen Bruder ber seiner Einführung den alten Brüdern .vorstellt und ihm von diesen die Hand geschüttelt wird, Ist nichts getan. Zumeist aber hält die Loge mit dieser Zeremonie ihre Pflicht gegenüber dem neuen Mitglied für erfüllt und überläßt es ihm, sich allein weiterzuhelfen. Natürlich kann nicht mit einem Schlage eine engere persön iche Beziehung zwischen dem neuen Bruder und sämtlichen älteren Brüdern oder auch nur einer größeren Anzahl derselben sozusagen aus der Erde gestampft werden. Das ist ab :r auch nicht erforderlich. i Es genügt, wenn ein solches engere Band sbfoft au:h nur mit einem einzig :n Bruder geknüpft wird, der als Mensch und Logenmitglied etwas bedeutet. “Man kann hier mit dem Engländer Kingsley sagen: »Die Liebe gegen einen ist der ersie Schritt zur Liebe aller.« Per praktische Vorschlag, den ich hieraus ableite, ist der folgende: Jedem neueintretenden Bru|der wird — durch Beschluß der Loge oder des; Beamtenrats —! in sorgfältiger Auswahl ein da;u bereiter und gfeeigieter Bruder zugeordnet. Das Verhältnis zwi< chen diesem upd dem neueintretenden Bruder möchte ich mit dem — nach Analogie des \Portes »Nachbar« gebildeten-— Ausdruck »Nahbruder« bezeichnen. Cer ältere »Nahbruder« hat sich des neuen, ohne hn zu bevormurtden (die studentische Beziehung zwischen Leibbursch und Leibfuchs hier, zwischen reifen Männern, tis Muster zu nehmen, wäre gänzlich abwegig) Wärmstens anzunehmen, ein wahrhaft freundschaftliches, sich nicht auf die Legenräume beschränkendes Verhältnis zu ihm herzustellen und ihm auch freundschaftliche Beziehungen zu andern Brüdern zu vermitteln. Er ist dafür verantwortlich] daß sich der neue Bruder in der Loge einfügt und sich in ihr wohlfühlt. Er hat insbesondere das Oefühl in ihm zu erwecken Lind wachzuhalten, d^ß man inderLogeauf ihn als Menschen und nicht ^ls bloßen Beitragzahler red inet. Sicherl ch würde ein solches Verfahren auch zu größerer Vorsicht bei der Aufnahme neuer Brüder führen, was wohl allgemein zu begrüßen wäre. Denn ein Kandidat, für den sich kein geeigneter »Nahbruder« bereit findet, wird gar nicht aufgeiommen werden dürfen Ich stelle hiermit meinen Vorschlag zur Diskussion Bemerkung der Redaktion: In Nr. 5/6 Mai-Juni 1923, Der Orden Ilne ßriss, Mitteilungen der Großloge für Deutsch and, S. 51 fand als Mitteilung aus dem X. Distrik folgende Notiz Erwäjuiung, an die wir erinnern möchten: aos -