Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 11/12 - September (9.1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- Seite 129 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der XI. Distrikt durch das Hinscheid|e erlitten, der plötzlich Tätigkeit und seinei hat einen n des i aus un si :t in schweren Verlust Br. Amedeo Franko iner großindustriellen ejrschöpflichen philanthropischen Wirken dem Orden und dem Judentum * des Orients entrissen wurde. _ Hamenora .gibt einen warmherzigen Nachruf des Großpräsidenten J. Niego für den Dahingeschiedenen wieder, odt. Unmittelbar vor Ans dem Büro Redaktionsschluß geht uns die Trauerkunde vom Heimgang zweier Ex Präsidenten zu Br- Rabbiner Pro iessoi Dr. Nathan Portes gehörte zu den Mitbegründern der Leipzig-Loge, hat in ihr die Würde eine:; Präsidenten bekleidet und im Verein mit. seiner verewigten Gattin ihre sozialen Bestrebungen eifrig gefördert. Er. gehörte zu den tätigsten deu sehen Mitgliedern des Zentralkomitees der Allian re Israelite Universelle,;enoß großen Einfluß. Beer als Gelehrter. Er jüdische Privatbibliothek in sein Wort hatte in Paris sonderes Ansehen besaß die größte Deutschland und beherrsjehte, wie selten einer, ihren Inhalt. Eine ungewöhnliche Sachkunde in allen Gebieten des jüdiscien Schrifttums zeichnete ihn aus, insbesondere war er ein Fachmann im Gebiete der hebräischen Sprachwissenschaft und der jüdisdvspaiischei Literatur. Der Weltkrieg raubte ihm drei blüilende Söhne. Als gebrochener Mann leg te er 1917 sein Amt nieder und zog sich nach Würztturg zurück, wo er zu den eifrigsten Förderern der Franken-Loge gehörte und auch in ihr brüderliche Treue fand. 78 jährig ist er heimgegar w. Franken-Loge betrauert. gen, von Brüdern der und der Leipzig-Loge tief der Großloge. Br. Oberrabbiner Dr. Max Kopfstein, Expräsident der Mamreh-Loge, Mitglied des Generalkomitees, wurde am 31. AugusL unerwartet in Bad Nauheim vom Tode ereilt, nachdem er wenige Tage vorher anläßlich der großen oberschlesischen Kundgebung in Berlin 'eine seiner eindrucksvollen Reden gehalten hatte. Seit 35 Jahren in Beuthen als Rabbiner tätig, war er eine der markantesten Persönlichkeiten . des, jüdischen Oberschlesien, der anerkannte Sachwalter der Juden geworden. Insbesondere während der schweren Zeit der Besetzung und der Ungewißheit über das Schicksal der Provinz hat er sich als der getreue Eckart der Juden erwiesen, vermöge seiner Beliebtheit und des Ansehens in den weitesten Kreisen die Rechte der Juden wirksam vjertreten. In gleicher Weise trat er stets (ür deutsche Interessen ein, mit denen ihm jüdische ja vielfach identisch waren. Mit einer hohen Auffassung von seinem Beruf verband er eine nicht gewöhnliche rednerische Begabung,, eine stete Unverdrossene Hilfsbereitschaft für Alte und Kranke, für Witwen und Waisen. Alle Bedürftigen, von Lebensnot Geplagten, fandenin ihm einen liebevollen Pfleger und Helfer. Der deutsche Distrikt verliert in. ihm einen der energischsten und aktivsten Vertreter der Ordensideale. ’• ,. ' .a \ I . Bücherschau. F.1 Goetz : Das W e s Verlag Schlackenmayer, Bad Eine ganze Reihe von Sd Jahren über das Wes< n und erschienen. Am beka lntesteü reiche Buch von Dr. L :o Bae« geworden. F. Goetz, 1er Veit; Schrift, ist ein gründlicher Keni Literatur und hat sich mit Anschauungen des Judentum! schäftigt. Als Frucht dieser dieses Thema einige Sd iriften Sprache erschienen. Die uns »in großen Umrissen len we Judentums und seine innere aus, was nicht unmitte bar zur en des Judentums. Kissingen. 1924. rhriften ist in, den letzten die Lehren des Judentums I ist wohl das gedankenk über diesen Gegenstand lasser der oben genannten .ier der jüdisch-hebräischen den ethischen Lehren und besonders eingehend_ be- Arbeit sind von ihm über i ii hebräischer und deutscher vorliegende Schrift behandelt e ientlichen Ideengehalt des Struktur« und schaltet alles Sache gehört (vergl. Vorwort). Vielleicht zitiert der Verfasser zuviel ßibelstellen anstatt die wichtigsten anzuführen und auf die änderen nur hinzuweisen. Wer einen Einblick in den, inneren Geist des Judentums sich verschaffen will, sei es Jude oder Nichijude, findet in diesem Buche eine. Quelle reicher Belehrung. Am Schluß sei noch aus diesem Buche <S. 21) eine Stelle mitgeteilt, die in unserer harten, lieblosen Zeit besondere Beachtung verdient. »Bemerkenswert ist dabei, daß bei der Ausübung der tätigen Liebe der Fremdling den Platz einnimmt und sogar den Waisen-und Witwen vorausgeht, was übrigens im Einklang steht mit dem Verhalten der Thora zum »Fremdling überhaupt, "ja, Gott selbst wird das Epitheton »der Fremdling liebende- (5. M. 10, 18) beigelegt. Dieses ausgezeichnete humane Verhalten zum Fremdling steht im schärfsten Gegensatz f 129 —