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Der Orden Bne Briss · 1924-08-01 · Nr. 9/10 - August (8.1924) · p. Seite 111

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 9/10 - August (8.1924)
Date
1924-08-01
Page
Seite 111 (sequence 17)
Language
German
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BücherschaiJ. om jüdischen hrlichen unter zu erwarten, führt er überzeugender Klarheit Geist«. seinen J. Heinemann: V Ein Wort an die E Anklägern. Philo-Veilag. Berlin. Der Untertitel dieser neuen i chrift von Br Dr. Heinemann mit seiner deutlichen Anspielung auf Schleiermachers Buch Ueber die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern« ist ein klarer Hinweis auf den Weg, den der Verfasser einsdilägt, cen der Apologie. Hier handelt es sich nicht um eine Darstellung des »jüdischen Geistes« an sich, sondern vielmehr um die Widerlegung gegnerischer Darstellungen und cer durch die gegnerische Propaganda geradezu lani Häufig gewordenen Ansicht, das Judentum sei ein «Ferme lt der Jekomposition«, ein zersetzender Faktor im Leben der Völker, seine »haarspaltende Dialektik zersetze alles, was dem Gemüt wertvoll ■ und durch die Geschichte geheiligt sei«. Auch das weitverbreitete Urteil, der Jude sei als solcher von unersättlichem Hunger nach Macht unc Genull erfüllt und-strebe nach der Herrschaftüber seiie Wirtsvölker, wird kritisch beleuchtet. Wie bei der Person d< s Verfassers nicht anders u ts mit gründlicher Sorgfalt und zu den Ergebnissen seiner reichen Erfahrung in Wissenschaft und ’raxis, wobei er als Leitgedanken ausführt und beweist, daß der Geist des Judentums! im äußersten Geger satze zjm Geiste der Zersetzung stehd, daß . dieser letztere, de> allerdings seit einigen Generationen innerhalb.dor Judei heit viel Boden gewonnen habe von außen ins Judentum I ineingetragen worden sei und etwas durchaus Unj idische: darstelle. Er sei sogar dem Judentum direkt schädlich, tenn gerade seine Hauptvertreter schwächten die jüdisch : Organisation durch Austritt hndi Bekämpfung. Von besonderer Bedeutung scheint mir der Abschnitt »Diagnose und Therapie und hierin der Hinweis auf den durch di: Stellungnahme der konservativen Parteien zurrt Judentum bewirkten Misstand, daß |der deutsche Jude iin Gege lsatz etwa zum englischen seine Partei und seine Leitung nicht aus rein politischen Rücksichten wählen körne, dal viele Juden durch das Verhalten ihrer Gegner geradezi in die radikalen Parteien gedrängt würden Heinemann weist demgegenüber auf das gemeinsame Interesse von J iden und Christen an der 'Bekämpfung des Qeistes der Z< rsetzung hin, denn »eine gewissenlose, gemütlose und pietätlose Lebensgestaltung betrbhe nicht die Unter: cheidungsiehren christlichen und jüdischen Wissens, sohdurn die gemeinsamen Grundlagen des religiösen und des wissensibaftlichen Idealismus. 4 Diese kurzen Bemerkungen werden genügen, um zu zeigen,- daß diese Schrill ganz vom Ordensgeiste durchdrungen ist und ein weitvolles Hilfsmittel für unsere Bestrebungen darstellt. D :nn we in auch hier hinter jedem Wort und hinter jedem Gedah <en die markante Persönlichkeit des Verfassers steht, so wird sich doch auch manch anderer im Kanpfe gegen den Antisemitismus seiner klugen und feinsinnigen Argumente bedienen, sofern sich ein Gegner wie Argumente belehren läßt. E nira n z i p a t i o n sehen Großgeme tums Hessen im Grund von Protokollen Gemeinde Worms von städt. Volksschule und Verlag J. Mannheimer, der s b e s t nder Antisemit überhaupt durch b r. Fritz Wiener. rebungen der j ii d i - des Großherzogyorig :n Jahrhundert. Auf und Akten des* Archivs der jüd. >. Rothschild, Lehrer i. R. an der Sekret; ir der jüd Gemeinde. — Worms a. Rh 1924. 48 S. Historische Entwickelunger werden uns am eindringlichsten vor Augen geführt, wenn uns die Möglichkeit gegeben ist,- uamittelbar Einblick in die Oeschicht9quellen Daß gerade die Protokolle und Akten des Gerne nde Worms über die Gezu erhalten. Archivs der alten jüd schichte der Juden in Deutschland besonders reiches Material bieten, bedarf wohl keiner besonderen Betonung. Die vorliegende Schrift befaßt sich mit. der Anbahnung der Gleichstellung der Juden fmit den Christen, ferner-im -besonderen mit der Abschaffung des* sog.' Moralitäts- Patentes und der Beseitigung des Eides tnore judaico. Es war noch im Anfang dis vorigen Jahrhunderts, da mußten diejuden, wenn sie ei 1 Geschäft betreiben wollten, sich vom'Bürgermeister ihrerOemeinde bescheinigen Lassen, daß gegen ihre »Moral -i daher der .bjanle •-Moralpatent«! — nichts vorliege. Nicht minder lästig war der besondere Eid, den die Juden zu schwören hatten. Der Judenejd mußte vor dem Richter in’ der Synagoge abgelegt I werd.en. Die Vorstände der KultUsgemeinden begannen jedoch damals sieh zu weigern, Kir. diesen Zweck weiterhin die Synagogen zur Verfügung"zu stellen In anschaulicher Weise wird ubs das’entehrende Verfahren gegen die Juden in einem Briefwechsel zwischen dem Großh. Friedensrichter des Kantons Worms und dem Staatsprokurator am Großh. Kreisgericht, zu. Alzey vor Augen geführt.! : . . Dir Verfasser, dem wir ^uch andere beachtenswerte Schriften wie; «Aus Vergangenheit und Gegenwart der isr. Gemeinde Worms Gemeinde -Beamte der Wormser jüd. verdanken, hat die Urkunden geschickt zuun'd durch Eir leitungen und Verbindende Weise noch näher erläutert, e r 1 i n e r , SßinoiakLoge ,- sammengestellt Darstellungen in interessanter R^g.-Rat Dr. L B Dr. Hillel Hugo Schachtel: Erez Jisf'ael- Merkbuch. Keren Hajesslod, Abteilung für Zentraleuropa, Berlin. Kommissionsverlag': Etfbr-Buchhnndlung G m. Io. H E ei dem zunehmenden Imeressc, das in den Krei«?n unserer Brüder die Frage des . Palästinaaufbaues .findet,' wird das vorliegende kleine und preiswerte Büchlein hiesondires Interesse finden. Es gibt uns das. gesandte Material in Uebersichten, die bis ztjr Gegenwart gefühlt sind. [ Der Verfasser — Vici^räsidentder Manuel Jot Loge in Breslau -r hat mit staunenswertem Fleiße a den mannigfaltigsten Quellen das Material hbrbeizttschaft gewußt. Das Büchlein wird auch für all 'die Brüder' Unentbehrlich sein, die sich dazu rüsten, in; kommenden Frühjahr eine Reise nach EreZ Israel anzntr'eten, und .die übet* den gegenwärtigen' Stand der Kolonisation unte.rrichtet' sein wollen. Wir hepen ein paäY von den behandelten Punkten hervor: |JJas Land-Palästina, l'afästinehsisches Bürgerrecht, V erkehrswesen, Handel, Preise und Löhne, Bildungswesen, Statistik, jüdische Einwanderung, jüdische landwirtschaftliche Kolonisation, -Bauwesen usw.' Wir möchten den Logen empfehlen, das’ Büchlein im ganzen zu beziehen. . Kein.' Bruder im Orden, ganz gleich, welchen politischen •öderjeiigiöse« Standpunkt er einnimmt. darf als Jude über den .Zhstand in Palästina uiiorientiert sein. < Dr. Wi I Ly C o h ir.! * i *; Neuerscheinungen: Jahrbuch für jüdische Volkskunde,—Verlag Benjamin Harz-Berlin. .; ‘ Sturtnann: Althebräische Lyrik, Allgemeine V'erlagsanstalt, München. J Bergelson : Das Ende vom Lied, Jüdischer Verlag, Berlin. Breuer: Elijahu, 1 Kauffmanri Verlag, Frankfurt a. M. * Hermann Cohensjüdische Schrjftenr C A.Schwetschke & Sohn, Verlag, Berlin. Walter Kinkel: Hermann C^hent Strecker fk Schröder, Stuttgart. Theilhaber: Dein Reich komme! C. A.Schwetschke <k Sohn, Berlin. . ■* E. Hoeflich: Die Pforte des Ostens. Verlag Benjamin Harz-Berlin. 111

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