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Der Orden Bne Briss · 1924-01-01 · Nr. 1/2 - Januar-März (1.1924) · p. Seite 17

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 1/2 - Januar-März (1.1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 17 (sequence 19)
Language
German
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1 . \ _ Aus den Lagen des VIII. Distrikts. K&nt-Loge. (Geschäftsbericht über den Termiln 1922/23.) Bevor über die in diesem Termin geleistete Arbeit berichtet wird, geziemt es, des einzigen, j dafür: um so schmerz- lieberen Verlustes zu gedenken, der die w. Kant- Loge getroffen hat Am 9. Oktober 1922 verstarb unerwartet an den Folgen eines Schlaganfalles unser hochverehrter Expräsident Br. Prof. Dr. Lassar-Cqhn. Für Unsere Loge ist dieses ' ein unersetzlicher Verlustj war er doch von der Gründung unserer Loge an mit vorbildlicher Treue und Liebe für | sie tätig. Stets war er bereit, aus seinem unerschöpflichen Wissen den Brüdern Wissenswerte^ und Interessantes mitzuteilen. Die Tätigkeit der Kant-Loge war in diesem Termin eine recht vielseitige. Es wurden lö Arbeitsabende und 29 Beamtenratssitzungen abgehalten. Ferner 2 offene Logen mit. Angehörigen der Brüder, ein Chanukkafest, ein Musikabend und eine Trauerloge. In fast allen Arbeitslogen wurden recht wertvolle und interessante Vorträge und Referate aus dem Kreise der Brüder gehallen, ein Resultat der Bemühungen unseres Ausschusses für geistige Interessen. Auch der Bibliotheksausschuß ist nicht müßig , gewesen. Es ist uns gelungen, durch die besondere Energie und Initiative-, von Br. Peritz, eine große Anzahl sehr wertvoller Werke für unsere Logenbibliothek anzuschaffen. Auch bei dieser Gelegenheit war der Appell an die Gebefreudigkeit der Brüder nicht vergeblich. Es war eine Ehrenpflicht eines jeden Bruders, ein Werk für die Bibliothek zu stiften. Die Pflege der Wohltätigkeit wurde in besonders witkimgsvoller Weise durch das tatkräftige Wirkenfnnseres Präsidenten Arthur Cohn in die Tat umgesetzl Dank ihm und einiger Herren außerhalb der Loge wurde eine »Mittelstandhilfe« ins Leben gerufen, die auch von. der hochw. Oroßloge als vorbildlich anerkannt wurde. Durch die katastrophale Wirtschaftslage wurde i eine Notlage hervorgerufen, wie man sie bis dahin in Deutschland noch nicht gekannt hatte und die sich besonders auf die Kreise der Rentner, Witwen und der freien Berufe erstreckte. Diesen verschämten Armen in schonender und selbstloser Weise eine tatkräftige Unterstützung zukommen zu lassen, war das Ziel der Mittelstandhilfe. Durch eine großzügige und intensive Sammettätig ceit in allen wohlhabenden Kreisen wurde ein großes Kapital gesammelt, mit welchem große Mengen Lebensmittel und Heizmaterial emgekauft wurden, cjiese wurden'dann durch Rundschreiben . allenjOemeindemitgliedern zu einem sehr'niedrig gen Preist, meist unter. Oestehungspreis, zum Kaufe angeboten. Berücksichtigt wurden aber hauptsächlich nur die wirklich Bedürftigen und nicht die ^parsamen Hausfrauen aus wohlhaben- ’ den greisen, die gern billig einkaufen wollten. Auf {diese [Weise gelang esT uns,' in weitestem Maßt Unterstützungen zu gewähren, ohne daß der Empfänger auch nur im Entferntesten auf den Gedanken kam, ein Oeschenk erhalten zu haben. Aber nicht nur durch materielle Unterstützung konnten wir das Oebot der Wohltätigkeit ausüben, sondern auch durch kluge Beratung und Unterstützung in allen wirtschaftlichen Angelegenheiten konnten wir manchen in Not geratenen Glaubensgenossen'1 vor völliger Verelendung schützen. Das Leben - in der Loge nahm einen' kräftigen Aufschwung. 20 neue Brüder wurden in unsere Loge neu aufgenommen. Die Logenabentie wiesen einen erfreulich starken Besuch auf; j durchschnittlich waren 40 bis 50 Brüder an jeldem Arbeitsabend versammelt. Die Finanzlage der Loge ist als durchaus günstig zu bezeichnen. Natürlich mußten wir* der I veränderten Wirtschaftslage Rechnung tragend, die Logenbeiträge dementsprechend festsefzen. Durch den von uns eingeschlagenen Weg Ihaben wir es erreicht, daß jeder Bruder, nach feinem Können zur Beitragszahlung herangezogen Wurde. Wir haben jeden Bruder ersucht, i sich mit seinem Mitgliedsbeitrag selbst einzuschätzen. Sehr wichtig war aber, daß wir. den Brüdern eine Staffel übersandten, aus welcher sich jeder den ihm genehmen Betrag heraussuchen konnte. Das hatte den Vorteil, daß flie Brüder .einen Anhalt hatten, was von ihnen erwartet wurde. Ohne solch eine Staffel hätte niemand gewußt, zu welchem Mitgliedsbeitrag et sich einschätzen soll. Wir haben dann die gezeichneten Beiträge einer Durchsicht unterzogen und Brüder, denen mehr zu-, gemutet werden konnte, als sie sich eipgeschätzt hatten, würden zu größeren Beiträgen veranlaßt. 17

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