Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar-März (1.1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachmittagiusitzung Br. Walter liches, schriftlich v Br. Storchgung der Handln Br. Vicegroß'präsidentj Lisser übernimmt die Leitung. Punkt 4. Kriegswaiseh. Ref.: Br. Watt er. Korreferent: Br. Storch. erweist auf sein ausfuhrliegendes Referat lamburg spricht seine Billirsweise des Geschäftsaus- Schusses aus, erhebt abefr starke Bedenken dagegen, daß bei der Ueberweisung der Beiträge für die Kriegswaisenkinder seitens der Großloge die Hingabe in nicht wertbeständiger Form übermittelt worden sei | und beantragt, daß künftig die Beträge, wie! es ja ohnehin zuletzt geschehen sei, immer in wertbeständiger Form gesandt werden müßten. Br. Lisser- Hamburg äußert sich in ähnlichem Sinne. Er hätte über das rein Menschliche der Kriegswaisenaktion in dem Referat oder in der Diskussion gern nähere Mitteilungen gehabt. Br. Timendorfer - Berlin’ erwidert, daß heut nur das rein Verwaltungsmäßige zur Besprechung stehen sollte. Br. Lisser- Hamburg hält im i Gegensatz zu gelegentlichen Meinungsäußerungen anderer Brüder die Summe von 100 $ pro Kind und Jahr für ausreichend.!, 1 Br. C a t z e n 51 e i ri - Hannover ist bereit, dem O. A. für .diese 'Handlungsweise die erforderliche ' Billigu ig ulid Rückenstärkung auszusprechen. — Er stellt den Antrag :i 1. dies formell zu tun, 2. ein Schreiben nach Amerika zu richten, in dem zum Ausdruck kommt, daß infolge der wirtscha ftlichen Teuerung eine weitere ausreichende Verpflegung der Kriegswaisen ohne Zuschuß nicht möglich sej. Br. Lisser- Hamburg äußert hiergegen erhebliche Bedenken, da im Falle dejr Notwendigkeit weiter erforderliche Beträge ih Deutschland selbst aufgebracht werden müßten. Br. Baeck-Berlin erörtert an dieser Stelle den Antrag der Marcujs Horovitz-Loge Frankfurt a. M., das E xekutivkomitee zu einer großzügigen Aktion Quäker bezw. Nansen anzuregen, tlruck, ob ne des Vorgehens der für ganz Mitteleuropa ibt dabei der Frage Ausamerikapischen Brüder zum Zwecke der Verminderung - der unendlich gestiegenen Not das Genügende geleistet worden sei.*) > In Amerika befinden sich fast .4 Millionen Juden, in Deutschland kaum 600 000. Man bedenke, .was in früheren besseren Zeiten seitens der. geringen Zahl der deutschen Juden geleistet Worden sei. Man solle einmal in Ziffern ausrechnen, was deutsche Juden früher geleistet Hätten und was anderwärts jetzt getan werde. Ein Vorbild sei die »Society of friends«. kl ähnlichen Leistungen würden 6icb auch die amerikanischen Distrikte unseres Ordens bewähren. — Br. Baeck verliest dann (Jen Entwurf eines Aufrufes, der vielleicht an das Exekutivkomitee abzusenden wäre. Br. Holländer- Berlin erinnert an - eine Aeußerung des verstorbenen Br. Seelenfreund, der immer zunächst die Frage aufgeworfen |abe: was hat Deutschland nach seinen Kräften geleistet? < . Br. H i r s c h - Berlin bemerkt hierzu, daß die deutschen Juden in vergangener Zeit, wenn hi Afghanistan oder in Persien oder sonstwo ^4ot gewesen sei, nicht Zunächst die entsprechende Frage gestellt, sonst gleich eingegriffen hätten. Die Potenz der deutschen Juden werde erheblich überschätzt \ man solle doch nicht Vergessen, daß ’ ein großer Teil unserer Leistungen Ostjuden zugute gekommen sei, deren Verwandte sich in Amerika befänden, Sodaß indirekt eine Entlastung der amerikanischen Juden die Folge gewesen sei, und dann Solle man daran denken, wie reichlich geistiges Leben in Amerika deutsche 'Aufzucht sei, Amerika könne mehr Leistungen für deutsche Not aufbringen und sei hierzu auch verpflichtet. Br. G i n 's b e r g - Berlin betont denjenigen Brüdern gegenüber, die eine Aktion möglichst auf jüdische Verhältnisse beschränkt sehen möchten, daß der Antrag der Marcus'Horovitz- Loge eine großzügige interkonfessionelle Aktion bezwecke. Man solle den Standpi)nkt; der Marcus Horovitz-Loge nicht verschieben. Selbst ~<wenn wir ihn nicht teilten, sollten wir doch ähren Wunsch nach Amerika weitergeben, j Br. T i m e n d o r f e r - Berlin bemerkt hierzu, (wir'könnten in der gegenwärtigen Zeit nur junsere eigne Sache führen. | *) Inzwischen hat eine Aktion der amerikanischen I Brüder für die in Not geratenen deutschen Brüder eingesetzt. -L 5| —