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Der Orden Bne Briss · 1923-10-01 · Festneummer zum Ordenstage - Oktober 1923 (10.1923) · p. Seite 120

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Festneummer zum Ordenstage - Oktober 1923 (10.1923)
Date
1923-10-01
Page
Seite 120 (sequence 24)
Language
German
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Synagogenbau und Denkmalpflege. Vor? Br. Prof. Dr. Ing. Alfred G rot t e - Breslau, Pfleger der Kunstdenkmäler Schlesiens (Lessing- Lojje).: sind, dringender gewoiden Zu den Aufgaben . des modernen Kulturstaates gehört auch die sorgsame Pflege der baulichen Kunstgegenstände. Diese ist in allen deutschen Staaten gut organisiert; so auch in Preußen] Seltsam mag es darum. erscheinen, daß gerade in diesem führenden Lande des Deutschen Reiches die z. T. recht beachtlichen Zeugen | alter jüdischer Baukultur nicht immer gebührend gewürdigt wurden, im Gegensatz zu Bayern und Hessen. So z. B. stand bis 1918 die prächtige, Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Holzsynagoge in Kurnik auf preußischem Boden, als westlichster Zeuge der wundersamen Ghettokultur der Ostjuden. Das staatliche Inventar. (Kohtelll, 263) verzeichnet dieses köstliche Bauwerk mit den dürftigen Worten: »Rechteckiger Bau von ausgebohltem Fachwerk, innen kuppelartig überdeckt, 1768 errichtet.« Von seinem wertvollen Inventar wird nur die Levitenschüssel aus Messing erwähnt. — Der Bau, den ich vor einigen Jahren ausführlich im Preußischen Zentralblatt der Bau Verwaltung besprochen habe, bot ein Bild des schlimmsten Verfalles; meine Bestrebungen, die Regierung für die Erhaltung zu interessieren, scheiterten durch den Umsturz. — Ob die polnischen Machthaber geneigt sein werden, diese, sowie die Holzsynagoge in Czieszowa O.-S., die nun ai^ch in ihren Besitz kam, zu. erhalten, erscheint zweifelhaft. Mit um so größerer Genugtuung ' sei nun im folgenden nachgewiesen, wie wohl sich derartige Altertümer erhalten lassen, wenn hier Selbsthilfe eingreift und die jüdische Gemeinde in ihrer Reihe Männer aufweist, die der Materie genügend Verständnis entgegenbringen. Aufklärung tut hier not. Denn nur zu oft wird das gute Alte, dessen 'Kunstwert nicht immer in die Augen fällt, der Erneuerungssucht geopfert. Immer wiederkehrende Umbauten, Vergrößerungen usw. lassen schließlich den alten guten Baukern verschwinden (Fürth), und erst dieser Tage z. B. entdeckte man in dem Schutt, mit dem vor öö'jähren die mittelalterliche Pinkas- Synagoge zu Prag aufgefüllt wurde, kostbare Baureste anläßlich dessen Entfernung! Die Notwendigkeit aber, das' Alte weiter zu erhalten, ist heute, wo Neuherstellungen kaum niehr möglich jemals zuvor. als Schon in der Vorkriegszeit egenheit| edanken erschienen diese Forderungen einer pielätvol en Denkmalpflege sehr berechtigt. Der Verfasser hat in den Jahren 1911 — 14 dreimal Ge gefunden, in feiner Baupraxis diese G in die Tat umzjisetzen. Zuerst in jPosen, wo anstelle der beider alten Betschulefi nach deren Abbruch das neue Latzsche Altenheim nach seinen Plänen errichtej wurde. Die wiederholt in häßlicher Art un-ger bauten alten Synagogen enthielten schein baf keinerlei wertvjolle Architekturstücke. Da lanp ich eines Tages gerade zurecht, als der heilig^ Schrein der eihen Betschule abgebrochen and auf den Schuttwagen verladen wurde. Jeizt erst -4 erstjmd über 160 Jahre an einer dunkjen Seile und war stark j verstaubt und vermorscht — entdeckte ich an seiner Vorderseite köstliche Schnitzarbeit und dabjei einen bisher unbekannten Vertreter des »Instrumenten - Altar«-Typus. Vo^ diesen waren pis dahin in der Literatur nur jene in Kempen, St^hildberg, Pieschen, Mat;enbu deh, Fordon und Dlzialoszyn angegeben. D<;r wiede^- hergestellte Schrein konnte ein halbes Jahr später in dem gleichzeitig synagogalen Zwecken dienenden Bes hamidrasch des Altenheims aufgestellt werdeii, dessen schönste Zier er hjeujte bildet. j Ein Jahr ^päter sollte ich abermals] Gelejge heit zu dieser Art Denkmalspflege finden, um so willkommener war, als sie sici auch geldlicher Hinlsicht günstig auswirkte, die geringen Mittel, die für den Bau waren, schonte. Es war im Jahre 191 Stadt Tachau*N (nächst Marienbad in ndem verfügbar 2, alT ihre alte Synagoge durch Brand einbÄßte. Weis ung, aus < er dem Neubau! betraut, erhielt ich die für diesen die gut erhaltenen Bänke aufgelassenehj Synagoge im nahen Dorfe INdu- ~ Ocrfzedlisch zu (verwenden. Der Begri Synagoge« machte mich stutzig und idie in Sie die Böhme n) Mit Wer aber beschreibt mein Erstaunet), als hier einen bisher gänzlich unbekannten *) £ie ersi Judenheit mit Geburtsort des rheint in der Geschichte der deu:scnen einer herostratischen Berü lmtheit berüchtigten Johannes Pfefferl;orn. f netigieri gich Typ als 4 120

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