Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1923
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August (7.1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- Seite 76 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Gedanken über Austausch und Anstellungsverifiittlung. Was ist aus unserem Austauschgedanken geworden? Hat er. überall Wurzel gefaßt und sich kräftig entwickelt?. Hat er sich immer weitere Ziele gesteckt, die er nun zu erreichen trachtet? Wir dürfen diese Fragen in bejahendem Sinne beantworten; nur selten ist eine Arbeit in ■die Wege geleitet worden, die sich als so, entwicklungsfähig erwiesen, hat. Zum Verständnis der Idee, zu ihrer Verwirklichung und Verbreitung tragen wohl auch wesentlich die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse des Mittelstandes bei. Das junge, bleichsüchtige, nicht kräftig ernährte Mädchen der Großstadt findet in den einfachen Verhältnissen der Kleinstadt die vielfach "dringend notwendige Erholung, während die im Austausch in die Großstadtfamilien kommenden Töchter dort Anregungen und Bildungsmöglichkeiten erhalten, die ihnen die Kleinstadt nicht zu bieten .vermag. In früheren Jahren waren für solche Fälle ohne Schwierigkeiten Pensionen und Wohngelegenheiten zu finden. Unter dem Druck der gegenwärtigen Not wäre diese Möglichkeit für den Mittelstand fast ganz verloren, -yvlenn nicht der »Austausch« neue: gangbare -Wege gewiesen hätte. Dabei halten wir es für unsere Pflicht, auch dort Unterkommen, ja auch. Anstellung zu vermitteln, wo ein direkter Austausch beiderseitiger Familienmitglieder nicht möglich ist. So haben wir z. B. bereits ca. 50 Fälle erledigt, in denen Hausdamen oder Gesellschafterinnen-verlangt wurden. Gerade die Anfragen nach Logenangehörigen, welche derartige Vertrauensposten, auch bei Kindern oder in Heimen und Anstalten, zu übernehmen bereit sind, laufen reichlich ein, nur wäre es wünschehswert, wenn weniger auf das Alter, oder besser -gesagt, die Jugend der Anzustellenden gesehen würde als auf ihre Erfahrungen und Leistungen, von denerr ein älter gewordenes Menschenkind sicher aus Dankbarkeit und Verständnis mehr bieten wird als die jungen Kräfte, die überall Arbeit finden. . Mehr Häuser sollten sich auch denjenigen Haustöchtern öffnen, welche den Haushalt, die Küche, die Pflege von Kindern erlernen wollen. Ganz abgesehen davon, daß für das »Aniemen« sehr häufig eine Entschädigung geboten wird, welche dip heutigen Emährungskosten dlecken'würde, so erwächst den lehrenden Hausfrauen wohl meistens auch gar bald eine Arbeitskraft, eipe Stütze, die ihnen eine bezahlte Dienstleistung ersetzen dürfte, i j Dabei sichert gerade unsere Aüstauschverjnittlung die jungen Mädqnen vor der Gefahjr, ihre Arbeitskraft pnwfiraig| ausgenutzt zu1 sehen. Vielleicht wird später einmal in solch einer Haustochter der Pflegemutter eine Vertretung erwachsen, wenn sie selbst sidli für kurze jZeit zur Erholung oder durch Krankheit gezwungen, von ihrem Haushalt trennen muß; ist doch djie Hausfrau und Mutter bis heute noch irnlmer am schwersten ersetzbar, und däs Problem,! für sie in Notfällen die geeignete Vertretung zu-finden, eins der wichtigsten. Der Austausch unserer jsöhne, die jals Lehrlinge oder als Studierende in anderen Städtlen Unterkunft wünschen, muß mindestens zwei Monate vor dem Termin | des Wohnungswechsels gemeldet werden, wtenn er Erfolg haben soll. Es wäre sehr wünschenswert, wenn wir (für diese Fälle durch das tätige Interesse unser;r Brüder unterstützt würden. Leider können wir von dem Umfang e unserer bisherigen Arbeit nur ein recht unvollkommenes Bild geben, da wir immer noch häufig erst durch Zufall nachträglich erfahren, daß die von uns eihgeleiteten Vermittlungen ohne irgecd welche Rückmeldungen weiter verfolgt und zun) Abschluß gebracht worden sind. Von den 189 bearbeiteten Fällen sind uns bis jetzt 71 als zufriedenstellend erledigt gemeldet. Wir bitten zur Erleichterung korrekter Arbeit und zur Erspafung weiterer, unnötiger Korrespondenzarbeiten und -kosten immer wieder, jeden uns zur Bearbeitung überwiesenen und dann erledigten Fall gewissenhaft zu melden. Unser^ Unkosten sind ohnedies erheblich. Die jhoebw. Großloge hat dem Austauschbüro in;| dankenswerter Weise schon lassen finanzielle Unterstützung zuteil wei und weitere F ilfe in Aussicht gestellt. Wir hoffen zuversicl tlich, daß sich ihr die einzelnen Logen anschliefen werden, welche die Wichtigkeit unserer Art eit erkennen. Vor allen.Dingen aber bitten wir unsere Auftraggeber {selber, uns durch die Einseidung einiger Briefmarken in die 76 —