Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1923
- Issue
- Nr. 3/4 - März/April (3.1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- Seite 20 (sequence 5)
- Language
- German
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und Drang unter Ueberwjndung unendlicher Schwierigkeiten und Widerstände. Antisemitismus und Indifferentisrftus standen an seiner Wiege. Von Vorurteilen und Mißverständnissen umringt, als Schwärmer und Himmelsstürmer verhöhnt, angefeindet von rechts und links, von Orthodoxen als zu freigeistig aufgeklärt, von Liberalen als zu exklusiv jüdisch, konnten. die -ersten (schlichten Pioniere des Ordens in Deutschland unserem Bunde nur mühsam Bahn: schaffen. | Es war ein Sieg der Idee über den Partei* hader, ein Sieg des Ideals über das Alltagsgetriebe, des Oedankens der Eintracht I über Zerklüftung und Zersplitterung. - j Der Orden Bne Briss in Deutschland erstand im Rohbau. > Es folgte die Epoche unter dem verdienten ‘ zweiten Großpräsidenten, unserem unsterblichen großen Meister Maretzki. Er gab dem Orden dib Struktur, die innere Ausgleichung, die organisatorische Gliederung, die ideate Vertiefung, den' großen lapidaren, ethischen und sozialen Zug und Schwung, die Verankerung.unserer Grundsätze in Altruismus, in selbstlosem; hochstrebepdem Idealismus, in gehobenem geläuterten Menschentum. Als der deutsche Ordensdistrikt dann im Jahre 1898 dazu schreiten, mußte, an Stelle Maretzkis einen - neuen Großpräsidenten zu wählen, richtete der damalige Ordenspräsident Julius Bien eine Botschaft an die deutsche Großloge, in der es hieß: »Seien Sie klug und weise in der Wahl des Mannes, den Sie an die Spitze des Ordens stellen, seien Sie wohlbedacht; einen Mann zu berufen, welcher die Eigenschaft besitzt, die Herzen;aller zu gewinnen und alles aufzubieten, um dem Orden immer neue Kräfte zuzuführen upd seine Säulen immer mehr zu festigen.« Diese prophetische Charakteristik und Voraussicht hat sich an Br. Timendorfer in jeder Beziehung erfüllt. Nicht minder das Programm, das er sich selbst gesteckt hatte, und das er bei seinem Amtsantritt in die Worte zusammenfaßte: »Den Boden im Innern so zu festigen, daß seine Kraft um so ruhiger für die äußere Verbreitung des Ordens verwendet werden kann.« Das Geheimnis der Erfolge des Großpräsidenten lag zunächst von vornherein in seiner gewinnenden, liebenswürdigen, faszin erenden Persönlichkeit, die alle Gegensätze, alle partikularistischen Gegenströmungen im Orden versöhnte, und das Verbindende, einigencje Motiv innerhall: der Großloge und der Einzellogbn blieb. Der weiseste aller Könige erblickte öinst die höchste Weisheit »in dem Ausgleich aller Dinge«, in der Di igonale aller Kräfte; sie bildet die Stärke Br. Tim< udorfers. Die ') Wirksamkeit des Ordens unter! seinem Präsidium wurde eine Epoche gewaltigen Aufschwung >, des Emporblühens, der Ausbreitung, der Kraft- und Machtentfaltung. * i Zwei Drittel aller Logen in Deutschland sind unter sei fern Präsidium, 43 Logen von ihm selbst installier [worden; dazu die Installation d^r beiden Schweiz« ij- Logen. Bei der Uebernah|me des Amtes durch ihn hatte der deutsche Distrikt 33 Logen; jetzt stehen wir vor der Installation der hun Wertsten Löge. Die Brüderschaft wuchs von 320)iBrüderp jim Jahre 1897 auf jetzt 14000. Der Orden tritt aus der nur nach innen gekehrten sit heraus; um sowohl selbstschopferisch, iemeinschaft mit anderen großen Insich apf allen Gebieten humanitären | geltend zu machen/ an allen Problemen lheit regen und lebhaften Anteil zu . LogenarJ: wie in stitutionb Schaffens der Juc nehmen Der;ozialetni$che Gedanke, von Maretzki geschaffeh und von Timendorfer übernommen, setzte u'bh durch und führte zu praktischen positiver1 Werken und Taten, zu bleibenden, ftuchtbsren Leistungen, zur Schaffung von speziellen l:önds und Stiftungen, wie so che dem besonderen Wunsch des Großpräsidenten entspreche r* Die planmäßige systematische Sozis lisierung unserer herkömmlichen Wohltätigkeit, die Ueberführung 'der Logenarbeit in soziale Betätigung, hat un 11 gegenüber anderen ähnlichen Vereinigungen ein Uebergewicht gegeben. Während sie bei den’ ursprünglichen Programm der reinen Lehre der Humanität stehen geblieben sind, üben \nij in unseren sozialen Werken praktischen Idealismus. Es gibt in unserem Orden keine einzige Loge, die sich nicht in irgendwelchem Zweige sozialer Tätigkeit auszeichnet. Her/orragende Männer in der GroGloge und in den Iinzellogen standen dem Großpiäsidenten zur Sete. Um pur einige klangvolle Namen — 20 —