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Der Orden Bne Briss · 1922-08-01 · Nr. 7 - August (8.1922) · p. Seite 92

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1922
Issue
Nr. 7 - August (8.1922)
Date
1922-08-01
Page
Seite 92 (sequence 12)
Language
German
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zur Verfügung. Die Schwestern bleiben auch als Stationsschwestern Großlogenschwestem und können von der K. S. O. zu jeder Zeit von einer Station zur anderen versetzt werden, wobei natürlich die Interessen der Stationen insofern von der K. S. O. gewahrt werden, als ohne Anhörung und Befragung des Vorstandes keine Schwestern durch die Zentrale der K. S. O. versetzt werden dürfen. Obgleich das Bedürfnis nach jüdischen Schwestern in allen Städten Deutschlands in ständigem Wachsen begriffen ist, haben die Logen seit dem Jahre 1914 ca: 40 Schwestern verloren. Die Ursache für diese bedauerliche Erscheinung ist in zwei Gründen zu suchen: erstens in der Verheerung, die unsere Organisation ebenso-wie jede andere durch den Krieg erlitten hat, zweitens in den wirtschaftlichen und sozialen Erscheinungen der Nachkriegszeit. Es war unmöglich, Schwestern mit Gehältern ’ anzustellen, die kaum mehr als ein Taschengeld bedeuteten.- Es wurde nun wiederholt von Sachverständigen, die sich mit der Frage des jüdischen Schwesternwesens aufs Ernsthafteste beschäftigt hatten, auf das katholische Schwestern wesen hingewiesen und die Forderung aufgestellt, daß die Schwestern mehr im Geiste ihrer ernsten Aufgaben erzogen werden müßten und auf ihre Pflichten gegenüber dem Judentum hingewiesen werden, kurz ihren Dienst im Sinne eines heiligen Berufes auffassen müßten. Wenn auch dieser Gedankengäng sicherlich Berechtigung hat und in die Schwestern hineingelegt werden muß, so -ist doch damit die Lösung der Frage noch nicht gefunden. Bei Beurteilung der Schwestemfrage stehen sich nicht nur in unseren jüdischen Organisationen, sondern auch in den christlichen zwei Auffassungen entgegen. Die einen sind der Ansicht, daß der Schwestemberuf ein idealer ist und nicht als Erwerb im materiellen Sinne betrachtet werden kann, so daß man den Schwestern wohl ein. ausreichendes Gehalt zahlen müsse, jedoch dieses nicht entsprechend demjenigen der kaufmännischen Berufe erweitern könne. Die andere Meinung gebt dahin, daß bei aller Würdigung der idealen Tätigkeit einer Schwester, auch der materielle Entgelt dem Werte der Arbeit entsprechen muß, genau wie die Arbeit in anderen Berufen bewertet wird. Es ist nicht zu leugnen, daß diese berech igte Forderung auf große Hindernisse stößt, und zwar aus dem einzigen Grunde, weil die üdischen Organisationen z. Zt. nicht so g’oße Mittel zur Verfügung haben, um diese Fordei ung restlos erfüllen zju können. Die hier folgende, vorgeschlagene Gehaltsskala ist noch nicht feststehend. f. Anfangsgehalt Mk. 359—5001 ' bei völl g Höchstgehalt Mk. 500—8001 freier Station. Pensionsberechtigung. Chanukahgeschenk in Höhe eines Monatsgehalts. Stiefelgeld. Für 28 Tage des Urlaubs Verpflegungsgeld, Für die Lehrzeit der Schülerinnen sind durchschnittlich zwei Jahre vorgesehen. Ausbildungsstätten: »Breslau, Hamburg, Mannheim.* Erfreuliche Ansätze zur Genesung des jüdischen; Schwestemwesens sind in Vorbereitung. Die nächste Tagung der Oroßloge wird g-undlegende Bestimmungen treffen, welche die Wege ebneh werden. Zu bemerken ist dabei, daß die Schwierigkeiten, unter denen wir leiden.l von allen Schwestem-Organisationen, auch den nichtjüdischen, in gleicher Weise empfunden werden. Aber alle Schwierigkeiten dürfen die jüdischen Schwestern Organisationen nicht entmutigen. Es ist von größter Wichtigkeit, daß die jüdische Schwiester als Erscheinung unseres öffentlichen Lebeds nicht nur erhalten bleibt, sondern daß der öedanke der .jüdischen Schwester i nmer breiteren und größeren Raum findet Gerade unsere Zeit mit der Hochflut der Judenfeind- Schaft erheischt dringend das Vorhandensein von jüdischen Schwestern. Wenn es bisher jüdische Schwestern! nicht gegeben hätte, so wäre, augenblicklich dicj Zeit, in dtT. jüdische Schwesternschaften gej werden müßten. Wo eine Notwendige muß es auch einen Weg geben. Der neu ist ii^ seinen Orundzügen festgelegt Es nur |des weiteren Ausbaues und der Festigung, damit er ein gutbeschrittener Pfad wird. Gerade im Judentum ist noch nie eine Sache, die notwendig war, nicht zur Ausführung gekommen. Weshalb sollte es bei einem Beruf sein, der dem Gedajnken der jüdischen Menschenliebe angepaßt und iwie kein anderer im Judentum stets gepflegt

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