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Der Orden Bne Briss · 1922-04-01 · Nr. 4/5 - April/Mai (4.1922) · p. Seite 58

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1922
Issue
Nr. 4/5 - April/Mai (4.1922)
Date
1922-04-01
Page
Seite 58 (sequence 10)
Language
German
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Darauf richtete Br. Vizegroßpräsident, Jeselsohn an die anwesenden Kandidaten die Frage, ob sie nach nochmaliger Darlegung der Ordenstendenz durch Br. Walter gewillt seien, ihre BereitwjHigkeitserklärung, eine Loge zu gründen, aufrecht zu erhalten. Nachdem die Kandidaten einhellig ihre Zustimmung erklärt hatten, wurde die offene Sitzung geschlossen. Die Kandidaten wurden gebeten, auf kurze Zeit hinäuszugehen'. Darauf wurde nach dem vorgeschriebenen Ritual die Logensitzung .eröffnet. Br. Vizegroßpräsident Jeselsohn besetzte zunächst die erforderlichen Posten der Beamten mit Expräsidenten, die als Gäste anwesend waren. Es ergab sich dabei die erfreuliche Tatsache, daß manche Aemter doppelt besetzt werden mußten, da eine sehr , große Anzahl von Expräsidenten vorhanden war.! Gegenstand der Tagesordnung war allein die ' Installation der Loge. Die Kandidaten wurden i vom Br. Expräsidenten Rosenberg -Karlsruhe ^Is Mentor hrneingeführt und nach einem ergreifenden Gesang des Br. L i p m a n n von der August Lamey-Loge in der vorgeschriebenen Form durch Br. Jeselsohn verpflichtet. Nachdem rdie Zeichenerklärung durch Br. Jeselsohn stattgefunden hatte, gab derselbe bekannt, daß von den Kandidaten folgende Brüder als Beamte nominiert und gewählt seien: I Br. S. Schwarz -als Präsident, j* Br. Dr. Moos als Vizepräsident, Br. Dr. Spiegel als protokollierender Sekretär, Brv Abrahamsohn als Marschall, Br. Leib als Fipanzsekretär, Br. EniiT Rothschild als Schatzmeister, Br. Nathan als Wächter, Br. Dr. Pickardt als Mentor. Die Einführung der Beamten nahm alsdann Br. Expräsident Dr. S t r a u ß aus Frankfurt a. M. vor. Seiner Einführung lag die Dreiteilung der Pflichten des Ordensbruders, für Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht zu wirken, zu gründe. Für die Wohltätigkeit seien insbesondere die Bruder Finanzbeamten verpflichtet, nicht Schätze im Logen vermögen aufzustapeln, sondern, sie im Sinne der Wohlfahrt zu verwenden. Dem protokollierenden Sekretär und dem Wächter gegenüber habe jeder Bruder die Pflicht, die Bruderliebe in jeder Sitzung, sei es durch Zeichen, sei es durch das gesprochene Wort, zu offenbaren. Ueber allem anderen aber stehe die Eintracht und der ganze Beamtenkörper, namenllich unter der Führung des Präsidenten und ies Vizepräsidenten und aller der Beamten, die sie zu unterstützen haben, müsse jederzeit sein Bestes dazu geben, die Loge als geschlosser es Ganze im Sinne unserer Ordenstendenzen erscheinen zu lassen. Alsdann nahmen zahlreiche Delegierte das Wort, um der neuen Loge ihre Glüccwünsche auszjisprechen. Br. Präs. Schwarz dankte allen herzlichst und versprach, die Logen! endenzen zu hegen und zu pflegen. Br. Vizegroßpräsjdent Jeselsohn verlas alsdann Jen Freibrief, überreichte ihn mit dem Hammer dem Präsidenten und schloß hierauf die Sitzung. fiach einer Pause von etwa 2 Stunden schloß sich das Festmahl an. Es war bewundernswert, insbesondere durch die künstlerische Art,‘in der es ausgestattet war. Die Einleitung bildete eine auf dem Flügel gespielte Beethovensche Sonate. Sodann trugen einige Brüder mit ihren Damen Cliöre aus »Judas Makkabäus« von Händel vor. Es folgte alsdann ein vom Br. Mentor der neuen Loge (Dr. Pickardt) verfaßter und gesprochener Vorspruch. An der Tafel wurden no:h viele inhaltreiche Ansprachen gehalten. Hervorzuneben ist insbesondere eine von hoher Begeisterung getragene Rede des Br. Vizegroßpräsidenten Jeselsohn und eine in humorvoller Form vorgetragene und doch das iefemste Problem unseres Zusammenhanges behandelnde Rede des Br. L i 11 m a n n aus Zürich. Die Teilnehmer an dem schönen Feste blieben bis zu ziemlich jspäter Stunde zusammen. Als Erinnerung an' die Installation wurde allen! Anwesenden eine künstlerisch ausgestattete Druckschrift überreicht, welche die Geschichte der Juden in Konstanz kurz behandell. Allen Teilnehmern an der Feier bleibt der Tag unvergeßlich. Dazu hat insbesondere nicht bloß die Mühe, die sich die neuen Brüder mit der Ausgestaltung des Tages gegeben hatten, beigeträgen, sondern vor allen Dingen das Gefühl aller Anwesenden, durch ein ideales Band miteinander verbunden zu sein. Brüder und ihre Danken, die sich dort zum ersten Male gesehen 53

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