Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 3 - März (3.1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 38 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Schwestern mit seinem unermüdlichen Vorsitzenden an der Spitze draußen im Felde segensreich zur Ehre unseres Ordens und des Judentums während dieser Zeit gewirkt, hat. Wenn wir auch in der ’ Schwestemfrage, wie aus vielen Erörterungen ja hinlänglich bekannt, nicht, immer ganz auf demselben Standpunkt stehen wie die Großlog<, so handelt es sich ja hier nicht um grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Zweckes selbst, sondern nur um verschiedene Auffassung darüber, wie die Schwestemfrage am besten zum Nutzen unseres Ordens zu lösen sei. Die große Sorge um die Erhaltung des. Schwesternheims, hervorgerufen durch die Not der Zeit, teilen wir ja wohl mit allen anderen wohltätigen Anstalten. Es ist vielleicht weniger die Geldfrage, denn rühmend hervorzuheben ist die Gebefreudigkeit unserer Brüder,* die weder, hier noch sonst versagt, wenn e§ gilt, Niues für den Orden zu schaffen oder "bereits Geschaffenes ztrerhalten, vielmehr ist es die unrichtige Auffassung vom Schwestemberuf bei unseren Glaubensgenossen, welche 'die Heranziehung von Schwestern so sehr erschwert. Dank der stets offenen Hand unserer Brüder konnten sich auch unsere Ferienkolonien immer mehr entwickeln wozu die seit 2 Jahren bestehende Vereinigung der Frauen unserer Loge und der seit 3 Jahren in Württemberg bestehende Landesverband für isr. Wohlfahrtspflege-wesentlich unterstützend mitwirken. Die Tätigkeit des Unterstützungsausschusses hat sich immer mehr ausgebreitet und erstreckt sich hauptsächlich auf Öewährung von Beihilfen an solche Personen, die nicht mir um der Unterstützung willen, sondern zur Ergreifung eines Berufes, zur Ausbildung und Fortbildung an uns herankommen. Erfreulich ist, daß hier nicht mehr,-wie es in den Anfangsjahren der Fall war, länge' Erörterungen angeknüpft werden, sondern großzügig auf die Vorschläge des in besten Händen befindlichen Ausschusses eingegangen 'wird. Die Frauenfrage hat vielfach in der letzten Zeit zu lebhaften Erörterungen geführt. Insbesondere war es die Frage, ob und in welcher Form die Frauen direkt zur Logenarbeit heranzuziehen seien. Wir kamen schließlich zu dem Entschluß, Frauen nicht in die Ausschüsse zu wählenL wozu es ja zweifellos auch einer grundsätzlichen Satzungsänderung bedürfte, wolil aber von Fall zu Fall Frauen aus der Sch westen ivereinigung zu Beratungen in einzelnen Au >- Schüssen, [insbesondere im geistigen Ausschu 3, im Unter^tützungsausschuß und im Ausschiß für Ferienkolonien beizuziehen. Auch gemeinschaftliche Sitzungen mit der Schwesternvereinigung, haben wiederholt schon stattgefunden ur d stets zu abregenden Erörterungen geführt. Wie schon vor dem Kriege, bildet es au<h jetzt wieder die Regel, daß möglichst an jeden Logenabiebde ein kurzer Vortrag oder ein Referat gehalten wird, wobei es nur zu bedauern ist, daß .häufig infolge vorheriger Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten und der Kleinarbeit deZ Redner erst spät zu Wort kommt. Die Gebiete, über welche die Vorträge gehalten werden, $ind sehr mannigfaltig, wenn auch der Grundsatz gewahrt wird, daß in erster Linie über Themata gesprochen werden soll, welche auf dem Gebiete des Judentums liegen. Einige Themata mögen zeigen, wie weit dieses Gebiet ausgedehnt wurde. So wurde über »die Judentfrage irrt1 Musikleben der Gegenwart«, über die »Einsteittsche Relativitätstheorie«, über' die Frage »Wie erziehen wir einen Charakter«, über »Bismarck und die Juden«, über »Jüdische Religiosität und deutsches Volkstum« (im Anschluß an Weisslers nachgelassene Schriften) einmal und sogar über den »Zionismus« wiederholt (im Abschluß an das Werk von Dr. Schlesinger »Einführung in den Zionismus«) gesprochen und lebhaft debattiert. Daneben wurde im vorigen Winter eine I Vortragsreihe von Br. Dr. Beermann in Heilbronn über den Talmud und dann über die Prophetie und in diesem Winter von Br. Dr. Tänzer, Göppingen, über die Geschichte der Juden in offener Loge, auch für Nichtlogenmitglieder zugänglich, abgehalten. Auch der Entwicklung der Bibliothek wurde große Aufmerksamkeit gewidmet. Die Anregung, einen regelmäßigen Lesezirkel ins Leben zu rufen, wurde leider bis jetzt nicht in die Tat umgesetzt, ebensowenig die Anregung, regelmäßige Unterrichtskurse zu veranstalten. Die wichtigste Frage, welche derzeit unsere Loge beschäftigt, ist die Errichtung eines eigenen Heims. Die Frage ist dadurch - 33 -