Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 12 - November (11.1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- Seite 113 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom katholischen Standpunkte aus beleuchtete 'Amtsrichter John Ford m einem Vortrag vor Brüdern der Henry Jones-Libanon-Loge zu New York das Judenproblem; die Rede war freilich in der Hauptsache ein Hymnus auf die Stadt New York, die er kühnlich als die „Königin der Welt“ bezeichnete. Wie bereits gemeldet, unternimmt der christliche Orden der Kolumbusritter einen Abwehrfeldzug gegen den Antisemitismus, nachdem der Oberritter James A. Flaherty, 2 200 Kolumbusritter aufgeboten hat, um in Amerika und in Kanada Abwehrvorttäge zu halten. „Ein Angriff auf eine Religion oder Rasse,“ heifjt es in‘ seinem Aufruf, „kann sich leicht zu einem Anauf jede Religion oder Volksgemeinschaft auswachsen. Die Kolumbusritter werden die judenfeindliche Bewegung bekämpfen, weil sie unamerikanisch ist. Unerwünschte Elemente gibt es hierzulande in jeder Rasse; das rechtfertigt aber keinerlei Aechtung irgendeiner Rasse.“ Von jüdischer Seite empfiehlt Bf. Rabbiner J u I i ü s A. L e i b e r t bei der Großljbgentagung im 4. Distrikt zu Portland (Oregon),stillschweigend zu leiden und dem Antisemitismus einen Wall von Hohn und Satire entgegenzustellen: Cervantes. Voltaire,1 Heine und Abr. Lincoln fanden jm.Spott und in der Satire ihre wirksamsten Waffen zum Kampfe gegen ihre Widersacher. Protestkundgebungen, meint Leibert, haben keinen Erfolg:- a^die amerikanischen Notabein ihre eihdiucks- ^ffe Kundgebung gegen den Judenhaß erließen» besaß der Don Quixote-Jünger Henry Ford die Naivität — oder war es Schurkerei? —, zu erklären, er wäre selber sehr gern bereit gewesen, den Aufruf zu unterzeichnen! Den Antisemitismus verächtlich und lächerlich zu machen, sei ein „neues Gegengift“, um sich seiner zu erwehren, Leibert hat so unrecht nicht: wenn die schreiende Ungerechtigkeit den Juden gegenüber nicht so bitter ernst wäre, könnte man über die Dummheit und Verlogenheit der Judenfeinde wirklich] lachen! Mit Ford rechnet ferner Br. Expräsident Jos. W. Salus aus Philadelphia in einer Rede vor Glaubensgenossen in Scranton ab. Diesem ,,idiotischen Feigling aus Detroit“ hält Salus vor, daß die Juden ihr Möglichstes getan haben, um während des letzten Weltkrieges die Autokratie zu vernichten, damjt^Freiheit und Gerechtigkeit auf Erden bewahrt bleiben. „Wo war bei diesem Völkerringen Henry Ford, wo war sein Sohn?“ Antwort: „Henry Ford und kein Sohri, sind der Typus der Leute, die sich allen patriotischen Pflichten entziehen.“ Die Veröffentlichungen von Ford nennt Salus die „Ergüsse eines Erzschurken“, ihn selber „einen der gemeinsten und dümmsten Bösewichte, einen derfabscheulichsten Lügner, die je gelebt haben.“ Die drei Behauptungen des „Idioten Ford“, nämlich .daß die Juden nach der Weltherrschaft streben, daß .sie am Werke sind, ihre eigene und die europäische Regierung nach Amerika zu verpflanzen, und daß sie alles auswuchern ur|d niederreißen, widerlegt Salus mit der feierlichen Erklärung, „kein Volk auf Erden hat mehr getan, um-Eintracht, Liebe und Gerechtigkeit zu—verbreiten, die Bedingungen des sozialen und kommunalen Leben» zu bessern und echte Vaterlandsliebe Zu betätigen, als die Juden.“ j Nun zu dem Leben in den amerikanischen Logen. , ’ . ■ Die vereinigten Logen in Pittsburgh wollen in diesem Jahre' ihren Mitgliederbestand auf 1000 bringen. Dies kann geschehen, wenn es sich jeder Bruder zur Pflicht macht,! einen neuen Kandidaten zu werben. Da manche Mitglieder bis zu 50 neue Brüder gesichert haben,- ‘dürfte die Zahl 1 000 tatsächlich bald Erreicht sein. Ein neues Mittel zur Hebung der Logen-ff freudigkeit Stellen die gememsanfen Besuche' aus- , [ wärtiger Logen dar. So folgten in der Berichtszeit die Mitglieder der Logen in Council, Bluffs, Lincoln und Sioux. City einer! Einladung der Omaha-Loge zu einer gemeinsamen Sitzung. Ebenso besuchte der Beamtenrart der Akiba-Loge zu New York die Patchogue-Loge auf; Long Island (New York), die Youngstown-Loge die Brüder in New Castle (Pennsylvanten),‘ beide zusammen später die Alliance-Logo; die Gary-Loge, wohnte einer Sitzung der Michigan. City-Loge bei usw. ‘ . ■ . Eine neue Einrichtung hat jauch die Leo ^4. | Levi-Loge zu San Antonio (texas) getroffen, i indem sie die nicht dem Ordpn angehörenden Gemeindemitglieder zu einem Offenen Forum“ zwecks Besprechung allgemeinjjüdischer Fragen einlädt. Die Portland-Loge veranstaltet 'jeden I Sonntag vormittags Vorträge im Tempel Beth Israel. Dieselbe Loge ward jetzt die Mutter] eines Athletenklubs, der unter dfem Namen „B'naj ■113