Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 9/10 - September (9.1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 77 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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oder Rasse \ auswactisen. Die Kolumbusritter werden sich [der antisemitischen Bewegung aufs entschiedenste widersetzen, weil sie durchaus unamerikanisbh ist. Unerwünschte Elemente gibt es in jeder (Gemeinschaft, aber das rechtfertigt nicht die Aechtung einer ganzen Religionsgemeinschaft oder Rasse“ Ebenso sjteht der Freimaurerorden den Juden der Union in ihrem berechtigten Kampfe gegen Haß und Vorurteil bei. Ihr Organ „Die neue Zeit“ in Washington erklärt: „Es ist hohe Zeit, daß den Verleumdern und Ehrabschneidern der Mund gestopft werde. Alle wahrhaft christlichen Organisationen haben die heilige Pflicht, jene Lügengewebt zu zerreißen. Freimaurer sollten vor allem ihre ga^ze Macht zur Verteidigung ihrer jüdischen Brüder aufbieten.“ Die Fordschen Publikationen haben jedenfalls das eine Gute gezeitigt, dpß sich die nichtjüdische Welt in bisher nie dagewesener Intensität mit Juden und Judentum beschäftigt. Zeitschriften, Vorträge, Büicher und Predigten auf allen christlichen Kanzeln variieren das Thema zu allermeist in dler anerkennendsten Weise. Rev. William l£. Clarke hielt im Majestic-Theater zu Memphis KTennessee) einen Vortrag über das Thema: „Ist ider internationale Jude eine Qefahr?“ Darin heißt es : „Wenn Deutschland in die Fußstapfen Spaniens treten und seine besten Geschäftsleute |n andere Länder vertreiben will, so ist das seine Sache, und es würde einem Amerikaner schlecht bekommen, sich da hineinzumischen. Aber wenn diese Verfolgungssucht gegen die Jluden nach Amerika übergreift, so habe ich. als Amerikaner und gläubiger Christ auch etwas zu* sagen. Denn eine solche Intoleranz würde eine Aera unchristlicher Taten zeitigen, d. h. es würde ein Häß aufflammen, der^ sich in tätlichem Angriff, Plünderung und gelegentlichem Mord, also in moralischem und geistigem Niedergang, kundgibt. Wenn die nicht-jüdische Bevölkerung der Union und der Welt den Kampf gegen die Juden aufnimmt, danh wird der internationale Jude eine Gefahr bedeuten; wenn wir aber diesen Geist der Unduldsamkeit ablehnen und fortfahren, die Juden als gleichberechtigte Mitbürger zu behandeln, dann ist' es mein fester Olaube: der internationale Jude-wird ein Segen bleiben - Die vorliegende Nummer der B. B. News, gedenkt dankbar der vorurteilsfreien Würdigung,, welche der Berliner Professor Hermann L. Strack dem Wert und Wesen des Judentums zuteil werden läßt, und .der Unerschrockenheit, mit der dieser Oelehrte, gegen die Verunglimpfung unserer Religion vorgeht. Das 'Bundesorgan bringt seinen Lesern ein Bild Stracks mit der Bezeichnung „Ein edler Kämpfer für daS Juden* tum.“ » \. . Aus London meldet Br. Dr. M. Epstejn-, daß dfe Loge in der >Person des neuen Präsidenten I saac Landau einen erfahrenen, zielbewußten Führer gefunden hat. Vizepräsident wurde Br. Dr. J. Feldman, ein junger Mediziner; gleichfalls ein vielversprechender fi. B’. Br. Richard Strowe, der sich um die Hilfsaktion für die notleidenden Wiener Kinder verdient gemacht hat, wurde Finanzsekretär. Auch der neue protokollierende Sekretär, Br. Isaac Levy, geht mit jugendlicher Begeisterung an die Erfüllung der Logenaufgaben. Der. Oberrabbiner des Inselreiches, Br. Dr. Hertz-, befindet sich noch immer auf seiner Refise durch“ die englischen Kolonien, um hier Mittel zur Erhaltung der Hochschule Uür die Wissenschaft des Judentums aufzubringen, ln Südafrika sind ihm reichliche Mittel für diesen ideafen'Zweck zugeflossen; in Australien hpfft er dem Institut gleichfalls viele neue Freunde zu werben.; Die Aufbringung einer gewaltigen .Summe zur Förderung der kulturellen Aufgaben der englischen Judenheit hat die London-Loge jngeregtj und-zwar als “Jewish War Memorial“, als Erinnerungszeichen an die Leistungen der englischen Juden im Weltkriege. Zu diesen Kulturaufgaben gehört vornehmlich das Rahbiner- und Lehrerseminar, das in jedier Weise der Hilfe bedarf. Diese Änstait trägt durchaus-den Keirp zu den besten Entwicklungsmöglichkeifen / in sich; z. B. verfügt sie über ejne glänzende, reichhaltige Bibliothek, die ebenso wenig benutzt wird wie die „Mocatta-BLbliothek“,. die der Gesellschaft für jüdische Geschichte gehört. 'Dagegen wird die Oeffentliehe Bibliothek in Whitechapel stark besucht, hauptsächlich, von Juden jüngeren Lebensalters. Gleichfalls im .Ost-Ende von London fanden im letzten Winter öffentliche Vorträge über jüdische Geschichte statt, die einen ungeheuren Zuspruch fanden.‘ Ziim An- 77 —