Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 9/10 - September (9.1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus den Logen des VIII. Distrikts. Br. Leo Calvary S.A. Die AmiciIi a-Loge hat einen s^hr schweren Verlust erlitten. Einer der Besten ist ihr entrissen worden. Br. Leo Calvary ist in der Vo'lkraft seines Schaffens,'in der Blüte seines Lebens dahingeschieden. Dem überaus herzlich geschriebenen warmen Nachruf des Br. Alfred Marcus entnehmen wir die große Liebe und Verehrung, deren sich Br. Calvary in den Kreisen! der Bruder zu erfreuen. hatte. Erwird als' Vorbild brüderlichen Handelns bezeichnet. Die Amicitia-Loge ernannte ihn voller Hochachtung für die ausgezeichnete Erfüllung seiner Logenpflichten gegen alle Ordensregel zum Ehrenmitglied. Es gab keine Ordenssache,' der er sichj entzog, keinen Bruder, für den exj. nicht, in irgend einer Weise zu haben gewesen! wäre. Er Gehörte zu den nicht sehr häufigen t Persönlichkeiten, die das tägliche Leben mit Freundlichkeit und Herzensgüte zu erfüllen imstande sindl Sein menschliches und berufliches Ansehen war in allen, auch nichtjüdischen, Kreisen außerordentlich groß. Seine Weltanschauung war im besten Sinne als jüdisch zu bezeichnen. Mit frohem Stolze bekannte er, als Enkel Israel Hildesheimers, sich zum Glauben seiner Väter. In* einer überaus großen Anzahl von Komitees seiner Logt» war er tätig. Ueberall hat er in rührender Bescheidenheit das Beste seiner Persönlichkeit J eingesetzt. Das schönste Familienleben war ihm beschieden. Der Nachruf schließt mit den Worten: „Wir werden seiner nie vergessen! Dem hohen ideale nachzukommen, das Leo Calvarys Persönlichkeit uns bedeutete, sei unsere Aufgabe. — Mögen unserem Orden Männer beschieden sein, die dem Verewigten gleichen!" Die Esra-Loge zu Lübeck hat ihr 17. Jahr überschritten. Sie hat mit 29 Brüdern begonnen, von denen ihr 15 ununterbrochen noch bis heute angehören. Die Brüderzahl ist inzwischen auf 65 angewachsen, davon 38 Lübecker und 27 Auswärtige. Ueber das letzte Logenjahr läßt Sich folgende Statistik geben: Seit dem Schluß des vorletzten Termins, der mit der, in angenehmster Erinnerung stehenden, Kieler Tagung endete, fanden 14 Sitzungen statt, die im Durchschnitt von 20—25 Brüdern besucht waren. Vier mal fanden na:h der geschlossenen;noch offene Sitzungen mit unseren Schwestern statt, In denen Referate und Vorträge gehalten wurden.] Im ganzen wt rden 14 Vorträge gehalten, die zum Teil lebhafte und interessante Debatten hervorriefen. Das gesellige Beisammensein nach der Logensitzung trägt sehr viel dazu bei, die Brüder in Harmonie zu vereinen und ihre Gedanken auszutauschen. Unsere Loge fühlt' sich* wie eine große Familie, in der der eirte Freud .und Leid des andern teilt, und wir haben das in ~ * * jedem Einzelfall auch zum Ausdruck gebracht. Die Loge hat aber auch nach außen' hin sich nach ihren Kräften wieder als segenspendendef Faktor in unserer Gemeinde bewährt und helfend mit Geldbewilligungen eingegriffen. Dabei sofl mit der Anerkennung nicht zurückgehalten werden, daß alle Brüder große und hochherzige Spenden zur Verfügung stellten, wo nur sich ihnen Anhß hierzu bo . Unser Logen vermögen betrug im Jahre 1912 M. 9040,-, 1914 M. 12 300,^, 1916 M. 15460, -, 1918 M. 21300,-, 1919 M, 28480,—, und End* 1920 M. 37 140,—. Aus den Protokollen der einzelnen Sitzungen geht noch folgendes hervor: Wir haben Interesse genommetj an der Gründung eines jüdischen Kinderganens; haben die Milchkolonie, die 24 Kindern Erholung bot, subventioniert;;,haben größere Summen für die Bibliothek bewilligt und große Bejräge hergegeben zur Linderung der ersten Not unseier, aus dem Osten hierhergezogenen, Glaubensbrüder; haben eine erfolgreicheSärhjnlung eingeleitet zur Hebung der Krankenschwesterriorganisation und dabei die Frage ventiliert, ob auch hier in Lübeck eine Station einzurichten möglich wäre; habenden jüdischen J-agendbunc erneut unterstützt; haben in unseren Sitzunger den Fragen der Abwehr des Antisemitismus i der Gründung eines Kulturfonds, der Ostjuden frage, dem Palästina-Aufbau, der Demokratisierung des Ordens und "der immer wiederkehrender Frauenfrage Raum gewährt. Unsere Logenberträg«: haben wir von M. 50,— auf M. 80,— erhöh und dürften dabei immer noch wohl die billigste Loge steht im in - 75 - deutschen Distrikt sein. Dje Loge -übeck im besten Einvernehmen. mi|