Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Eschelbacher eine außerordentliche Zusammenkunft zu halten. Am Sonnabend, dem 27. November, abends 71/» Uhr, fand im Berliner Logenfiause, Kleiststraße 10, eine Vorbesprechung statt, um Frau Dr.-Eschelba'ther-Berlin, und Frau Dr. Seligmann - Frankfurt a. Main, welche beiufen waren, am ' nächsjen Tage ,vor der hochw. Großloge zu der »»Frauenfrage im Orden« das Wort zu ergreifen, Ober die Stellung der einzelnen Schwesternvereme zu diesem Problem zu orientieren. Nach kurzen einleitenden Worten und warmer Begrüßung aller j erschienenen Schwestern wird zunächst eine Aussprache über die Frage der vollen Gleichberechtigung der Frau im Ordensleben herbeigeführt. Frau Dr. Seligmann, welche über diese Frage am nächsten Tage vor der hochw. Großloge zu referieren berufen »worden war, gibt irf einer ausführlichen Begründung Kefinßnis von ihrer Stellung zu dem Probfem. Sie sieht, da die Loger nicht Selbstzweck sein wollen, sondern hose und hehre Zieie verfolgen, die in der Erziehung der Menschheit durch das Judentum, gipfeln, eine gleichberechtigte Aufnahme der Frau im Orden als sichere, wenn a«ch' ferne Aussicht vor sich und stellt «s als wünschenswert hin, alles zuverl! | 1 isuchen, die Brüder a lrrtählich an. unsere Mit« arbeit zu gewöhnen, und wenn ujnsere weitestigehenden Forderungen abgelehnt! würden, geringere zu steilen, ceren Eriü lung möglich sei. |Nach kbhafter«Debatte wird mit der Begründung.;man könne und wolle selbst angesiepts einer sicheiren Ablehnung eine Forderung, die man schon!vor zwei Jahreri^gestellt habe, niujit vermindern, fehe sie abgelehnt sei, 'beschlossen, den Antrag jauf volle Gleichberechtigung der Ifrau im Orden .aufrecht zu erliahen, gleichzeitig aber einen ' Eventualantrag vorzubereiten, weicher eingebracht werden solle, wenn die Gleichberechtigung ver- : sagt werde Dieser Eventualantrag solle fordern, <daß den Frauen c;:z und Stimme in den Kommissionen ein. > äumt werqe, und daß monatlich mindestens einmal eine: gemeinschaftliche Arbeitssitzungder'Brüder mit den Schwestern, wie es in«Stettin schon seit zwei Jahren eingeführt sei, stattfinden müsse, da}ß es vor allen Dingen aber nicht mehr: in das Belieben eines ■ jeden einzelnen Präsidenten gestellt werden dürfe, diese Forderungen zu erfüllen, sondern daß es . nen zur Pflicht gemacht werden müsjse. Mi der Annähme dieses Beschlusses ist zugleich die zweite Frage, welche sich mit der Mitarbeit der Frauen in den Arbeitsausschüssen! be schäftigen soll, erledigt. Die dritte Frage,!übei welche am nächsten Tage die hochw. (iroplogc die Meinung der Schwestern hören will, hehandel die Gründung von selbständigen Frauenlogen, Jnter der Begründung, daß gerade die gemein »ame Arbeit von Brüdern und Scnwisterr jnser Ziel sei, u n unser Wirken gegen-; unc wechselseitig zu fördern.und zu ergänzen,! wirc jieseFrage einstimmig verneint. Dagegen wird de' Wunsch ausgesprochen, die Aufnahme alleinste■ lender Frauen unc Mädchen, die nicht den Logen- ^reisen angehören nach Vorpiüfung durch einen aus Brüdern und Schwestern bestehenden Ausschuß zu ermöglichen. Mit einerkurzen Zusanmen - fassung des Ergebnisses aller Erörterungen schiielil die Vorsitzende de Besprechung dieses Abend;. Der nächste Vormittag, ein Sonntaj, findtt eine stattliche '^nzahi der auswärtigen un i Berliner Schwestern in den Räumen di:s ,,Säujingsr und*Müttetheimi" wieder zusammei, un unter Führung c er Vorsitzenden Frau Mijina Schwarz und des leitenden Arztes Br. Dr. Stpiiardter diese segensreiche Gründung des „Frauer - vereihs der Berliner Logen" zu besichtigen,. D e eigentliche Voflsit;:ung beginnt dann am'Mpntnt;, dem 29. N'ovembsr, morgens um 10j Unr in -ogejnhause, KIei:;tstr , unter Anweseijihe t von etwa: 40 Schwestern. Unter großer Spannung wird zunächst der Bericht der Vorsitzenden üb :r das jErgebnis der gestrigen Großlogensitzui g entgegengenommen, aus dem hervorgeh:, da 5, wie vorausgesehen, die volle Gleichbeitecrtigurg trotz der warmen Fürsprache der Brüdjer Cahe t- <öin, Goldschmidt-Berlin, und BaschtMünchei. und trotz ehrlicher und allgemeiner Antrk< nnurg der schönen Ausführungen von FrauiDr Stiijmann, abgelehnt würde, daß aber der; durch Frau Dr. Esche bacher eingebrachte Evientu ilantrag im Sinne der in der Vorbesprechung geäußerten Wünsche der Schwestern angenbmm;n sei. Es sei beschlossen worden, qen iFraujn Sitz und Stimme in geeigneten Aussdhüsäsen m gewähren und d;n Logen empfohlen,) möglicl st in jedem Mona: einmal gemeinsarrfe Arbei s sitzüngen von Brüdern und Schwestern ein; richten, wo sie gewünscht werden.