Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 5 - Juli
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 61 (sequence 9)
- Language
- German
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ihr übermittelte Glückwünsche der neuen Loge ihr brüde liehet Interesse bewiesen haben, seinen Dank aus; insbesondere dankte er der w. Gotha-Loge für ihre wertvolle Unterstützung bei den Vorbereitungsarbeiten zur Begründung der neuen Loge, und versicherte, auch fernerhin gute nachbarliche Beziehungen zu der Mutterloge in Gotha zu pflegen. — Wie die Gegenwart auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete bestrebt sei, zu organisieren, um die Leistungsfähigkeit der einzelnen zu erhöhen, so hätten sich auch verschiedene Glaubensgenossen der Stadt Eisenach zu einer neuen Loge vereint und um Aufnahme in den U. O. B. B. gebeten, um auf Idealem und humanitärem Gebiete Ersprießliches leisten zu können. Br. Stein sprach hierauf allen Brüdern, die sich um Idle Gründung der neuen-Loge verdient gemacht haben, die dankbarste Anerkennung der Großloge aus und richtetean die BBr.. Expräsidenten der benachbarten Logen die Bitte, die neue Loge In der ersten Zeit durch ihre Mitarbeit aufs tatkräftigste zu unters'ü zen. Alsdann wurde die w. Loge durch den Br. Vizepräsidenten grgen 5 Uir nach dem Ritual geschlossen. Um 67t Uhr fand ein Brudermthl statt, an dem die BBr. und Schwestern, 160 an der Zahl, teilnähme», Ernste, und launige! Amprachen würzten das Mahl. Nach aufgehobener Tafel fanden noch künstlerische D«rbietungen mit Tanz für die Jugend statt Die älteren Brüder zogen sich in die Nachbarräume zurück, wo sie sich über ernste Ordensfragen, wie die Frauenfrage, Demokratisierung, Krankenpflege etc., unterhielten. Die Delegierten der Großloge sowie die Vertreter der Logen verließen Eisenach mit den besten Eindrücken und der Hoffnung, daß die neue Loge in der Kette der übrigen sich als würdiges Glied Logen anschließen werde. Aus der Installationsrede des Vertreters der Großloge, des Expr. Br. Maximilian Stein. Es gereicht der Großloge zur lebhaften Freude und Genugtuung, daß Sie im schönen Eitenacb, dieser prächtigen Stadt des herrlichen Thüringer Waides, eine neue Loge errichten. Vom hohen Fels grüßt uns die wundersame Wartburg mit ihrem Kranz von poetischen Sagen und geschichtlichen Ueberlieferungen. Sie war Zeugin der Blütezeit deutscher Kunst und Mittelpunkt einer Welt von Geistes- und Glaubenskämpfen. Hier wirkte einst der Apostel der Reformation, der die festen Säulen der Kirche bis ins Innerste erschütterte. Damals sahen manche in der Reformation eine Wiederannäherung an die jüdische Religion, einen Iriumph des Judentums. Luther erzählt, wie drei gelehrte Juden ihn aufsuchten, um ihn! fürs Judentum zu gewinnen. D e günstige, zum J Teil enthusiastische Stimmung für Juden und Judentum schlug freilich bald um. In seinen Anfingen ein beredter Verteidiger der Juden, wurde Luther deren erbitterter Gegner, v ■ Die Reformation führte zu dem furchtbaren Kückschlag der Gegenreformation mit ' ihren Nachwirkungen an fanatischer Verfolgung. Zuden blutgetränkten deutschen Landen gehörten auch die friedlichen Gefilde Thüringens. Am Fuße der Wartburg vollzogen sich unerhörte Prüungen für' die Juden., Die von Luther ausgestreute Saat des Judenhasses wirkte durch die Jahrhunderte, wirkt bis auf den beutigen Tag. Die Hydra der Judenverfolgung erhebt wiederum ihr Haupt. Sie mag sich politisch, wirtschaftlich, geistig in modernen Formen geben, an Hiß und Fanatismus steht sie dem Verfolgungswahn des Mittelalters nicht nach. Ihre Wirkungen und Ausstrahlungen machen einen engen Zusammenschluß unserer Gemeinschaft aufs neue zur gebieterischen Notwendigkeit. i.j Auf der Wartburg zu Elsenach' entstand Luthers Bibelübersetzung. Wir Bnel Briss übersetzen die Bibel ins Leben. Wir üoertragen ihren erhabenen Inhalt auf unser ganzes Verhalten, wir wenden ihre geheiligten j Traditionen an als positiven praktischen Lebens dealisraus. Als der Krieg ausbrach, als wir armen hilflosen Menschenlander angesichts der Wclkataatrophe an allem Menschentum verzweifelten, befürchteten viele den Zusammenbruch auch unseres . Ordens