Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1919
- Issue
- Nr. 11/12 - Oktober
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 132 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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' " f. Wohlfahrtspflege. Von Br. Dr. Nathan S t e i n - Karlsruhe i. B., Vors. des Bundes isr. W"oh}fahrtsvereinigungen in Baden. 1. \ i : Wohltätigkeit lindert die vorhandene Not, heilt die .entstände,ne Krankheit. Wohlfahrtspflege will die Gesundheit kräftigen, um der Krankheit vorzubeugen; sie gewahrt das drohende Übel und will es verhüten. . f-* - * ' I Wohltätigkeit nimmt sich des Einzelnen an, hilft im besonderen Falle: Wohlfahrtspflege beobachtet die Zeichen derzeit und'ihre Wirkung auf Kreise und Schichten der Gesamtheit; sie ist „sozial", ihr Blick ist auf die Gemeinschaft und ihre Teile gerichtet. Wohltätigkeit wendet sich hauptsächlich an die Gebefreude; Wohlfahrtspflege fordert vornehmlich Arbeit. ' •; r!'* '» Wohltätig ist schon, wer Herz urid Hand öffnet; Wohlfahrtspflege verlangt Leiib und Seele.; " f-v'fcx ". . ' ' ■ Wohlfahrtspflege schaut auf die Ze.idhen der Zeit Sie sind schwer und ernst. . Arbeit und Sparsamkeit allein können die Heilmittel der Zukunft sein,'für unsere deutsche Volksgemeinschaft und für jedes ihrer Glieder. Arbeit und Sparsamkeit müssen auch die Richtpunkte für jede! gemeinnützige Wirksamkeit bilden. . Spenden werden nicht mehr reichlich fließen; es wird gelten, mit dem Vorhandenen;, auszukommen. Soll dies erreicht werden ohnej Schädigung und ohne Säumnis, so muß Arbeit ersetzen, was an Mitteln fehlt: ordnende, eingliedernde, zusammenfassende — „organisatorische" — Tätigkeit, welche die vorhandenen Einrichtungen heranzieht, ausnü zt, vervielfältigt, we Einrichtungen sei äfft, die sich ^selbst erhalten und schon durah ihr Bestehen Nützliches wirken. Die Zeichen wertet; Lebensmit werden es in den che neue 3. der Zeit: Unser Geld ist ent el sind knapp und teuer und nächsten Jahren bleiben. Bei vielen ist das Einkommen nicht dem gesunkenen Käufwert des Geld :s entsprechend gestiegen, kann ihm nicht angeglicl ien werden. Öffentliche Lasten werden es außerdem stark mindern, Beamte und Angestellte leiden hierunter mehr als die Arbeiter. Der kleine und mittlere Handel sieht schweren Zeiten entgegen: Die Ausschaltung des — recht mäßigen — Zwischenhandels, namentlich auf dem Lande, ist während des Krieges zur. Tatsache geworden jnd wird wohl kaum ganz rückgängig gemaclit werden. Der Mittelstanc herabzusinken. Das Kind vom Schule besuchen; 132 ist bedroht, ist in Gefahr, 4. Was bedeutet iiese Erkenntnis, urq nur dies herauszugreifen, für die Jugend? Lande soll in der Stadt die die Tochter des kleinen Kaufmanns soll außerhalb des Wohnortes berufliche Ausbildung erhalten, der Sohn des Angestellten in die auswärtige L ihre kommen. Bisher reichten zur Unterbringung in einer Familie; jetzt wild sie durch Teurüng und Wohnungsnot erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht. Folge: Der Lebensweg dfr Mittel-