Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1919
- Issue
- Nr. 9/10 - August/September
- Date
- 1919-08-01
- Page
- Seite 105 (sequence 11)
- Language
- German
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besser", meinte das anwesende Mitglied des amerikanischen Kongresses, Julius Kahn. „Schade, dal diese Ankündigung nicht sofort in die Tat umgesetzt wurde!" bemerkt hierzu Br. S'mon Woif. 1920 wird sich der Generalkonvent in Cleveland zusammenfinden. Br. Vc If freut sich schon jetzt, die BBr. dort in seinem „alten Heim" zu Bewillkommnen. In dem zweiten Artikel aus seiner Feder schildert . Br. Simon Wolf das jüdische Waisenhaus in Atlanta (Georgia), eine glanzvolle Leistung des 5. Distrikts, vor allem aber des Br. Simon Wolf selber, der seit 1875. für die Errichtung und Erhaltung dieses Instituts unausgesetzt fätig war. Wie sehr ihm diese seine Schöpfung am Herzen lag, da« zeigen die schönen Schlußworte seines Aufsatzes: »Nach Jahren, wenn ich längst zur großen Armee abberufen worden bin, beanspruche ich keine größere Anerkennung als die Grabscbnft: „Hier ruht der Gründer des Waisenhauses zu Atlanta." Wem fallen da nicht die herrlichen Worte ein, in welche Simon Wolfs Autobiographie ausklingt: Meine Grabschrift soll lauten: „Er war einJude, und er war stolz darauf!" Das „alte Heim" in Cleveland, das Br. Wolf in seinem zuerst erwähnten Aufsatz meint, ist das gleichfalls von ihm reichgeförderte Waisenbaus zu Cleveland, das in den gerade fünfzig Jahren seines [Bestehens 3581 Kindern Obdach, Verpflegung und Erziehung gegeben hat Das goldene Jubiläum der Anstait wurde im vorigen Jahre in Gegenwart der Staats-, Stadt- und Ordensbetaörden glar zvoll begangen. Dr. Wolfenstein, der 35 Jahre lang das Heim geleitet bat, Amtsrichter Br. Philip Stein und Ordenspräsident Br. Kraus hielten Ansprachen. Eins der jüngsten der großen Wohlfabrtsinstitute ist das Waisenhaus und Asyl für bililose jüdische Kinder in Erie (Pennsylvanien). Es wurde 1912 In provisorischen Räumen u Hergebracht, . erst 1915 konnte es sejn jetziges großartiges Heim beziehen. In den sieben Jahren seines Bestehens hat es ' 65 Kinder beherbergt. Als „unsern Stolz" bezeichnet der Orden das Altersheim und Hospital in Yonkers (New Ycrk), Eingeweiht 1881, hat es bis jetzt 415 Insassen gehabt, darunter einen Bruder länger als 30 fahre. Das inj'cer vorliegenden Nummer abgebildete Heim liegt höchst malerisch an dem „amerikanischen Rhein", dem Hudson, von Wäldern und Gärten eingeschlossen. Das Heim ist nur für Brüder, deren Frauen nnd Witwen bestimmt. TT '1 - ■' ■' I' •. iv>*■***;$••?•;' ■' ' ' "• •{$•■**'*>>".•• <>$•"•,'••t--i .• ., ' Gleichfalls Jnur den Brüdern dient das „Leo N. Levi-Gedächtnis Kurhaus" in He-t Springs (Arkansas), am 1. Nov. 1914 seiner Bestimmung übergeben; am 1. Januar 1918 wurde ihm eine Klinik angescbloscen. Beide Anstalten sind seit ihre n Bestehen von 810 Patienten in Anspruch genommen worden. Die 35 Heilquellen des Ortes haben ihm den Namen „amerikanisches Karlsbad" verschafft Wie bei uns, so bat auch das gemeinsame Komitee an Chicago einen Arbeitsnachweis eingerichtet, der seit seinem Besteben (1905) von 7219 Personen aufgesucht wurde. Die Bemerkung in dem vorliegenden Bericht „Vielerlei Industriezweige sind jüdischen Bewerbern stillschweigend verschlossen" deutet auf die Tatsache hin, daß auch in Amerika der Krieg die Lage unserer Glaubensgenossen ungünstig beeinflußt hat, obwohl — ud davon ist die vorliegende Nummer des Ordensorgans ein redender Beweis! — die Juden der Union in vaterländischer Hingebung das Höchste geleistet haben. Spaltenlang ist das Verzeichnis der Brüder, die sich freiwillig zu den Waffen gemeldet haben, ungeheuer sind die Opfer, welche der Orden zur Linderung des Kriegselends, „für Liebesgaben, zur Einrichtung von Feldlazaretten, zur Ausbildung von Krankenschwestern, zur Gründung von Soldatenheimen aufgewendet hat. In den,Logen wurde nicht nur für die Zeichnung zur Kriegsanleihe eifrig geworben, es wurden auch für Tausende von Dollars Kriegswohlfahrtsmarken .unter den Brüdern abgesetzt Die Fürsorge erstreckte sich auch auf die in London ankommenden jüdischen Soldaten aus Amerika, den Dominiens, Canada, Neu Seeland, Australien und Südafrika. In diesem Soldatenheime finden sie Obdach, Verpflegung, Lesestoff und Auskünfte über die jüdische Feldseelsrrge. Während bei uns eine statistische Aufnahme, in den letzten Jahren unmöglich war, liefe/n die „B. B. News" an der Hand des Jüdischen Jahrbuches die folgenden Zahlen: in der ganzen Welt leben 13 980 715 Juden, von diesen 9 986 447 in Europa, 3094309 in Amerika, 499 679 in Asien, 380 865 in Afrika, 19 415 in Australien. In den Vereinigten Staaten leben über 3 300 000 Juden, davon allein in New York 1 500 000. New York umfaßt somit die größte jüdische Gemeinde der Weli. Chicago hat eine jüdische Einwohnerzahl von 225 000/ Philadelphia 200 000, Clcveland 100 000, Boston .77 500, St Louis, Baltimore und Pittsburgh' je ' 60 000, Newark 55 000, Detroit 50C00. Prozentualer hat nicht New York, sondern Cbelsea (Massachusetts).