Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1916
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1916-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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m' tief bewegt und von wahrer, edler Trauer um unseren Bruder Dr. Stein erfüllt. Wir haben viel an ihm verloren, einer unserer Besten, ein edler, guter, jederzeit hilfsbereiter Mensch, ein Lehrer und Bildner der Jugend, ein treuer Berater und Helfer der Armen und < Kranken fehlt in unseren Reihen. Unser Jugendheim, ist verwaist, sagte unser würdiger Präsident in seinem Nachruf: Diese vornehme- Einrichtung Unserer Loge ist sein,Werk, er hat das Jugendheim vor 10 Jahren ins Leben gerufen und zu einer derartigen Blüte entfaltet, daß es wohl für eine jede unserer Logen vor- - bildlich sein kann. Ich hatte die Ehre, gemeinschaftlich mit dem lieben Verstorbenen hierbei zu wirken und kann vielleicht am besten beurteilen, was die Jugend, was wir alle an ihm verloren haben. — Als der Weltkrieg ausbrach, feuerte er die Jugend an, hinauszuziehen für das bedrohte Vaterland und nicht allein ihre Pflicht nach jeder Richtung hin zu tun, sondern auch die Ehre des jüdischen Namens stets hoch zu halten. Er selbst war ein Wohltäter, ein Vater der hier und im Königreich Sachsen in den Lazaretten befindlichen Kranken und Verwundeten unseres Stammes, er linderte die Not der durch den Krieg Betroffenen bei jeder sich ihm bietenden Gelegenheit. So war er ein friedlicher Streiter, der in der Heimat seine Pflicht in gleichem Maße getan hat wie unsere Jugend, die seinem Herzen so nahe stand, draußen im Felde. Nun ist er auch während des großen Völkerringens dahingerafft worden; trauernd stehen wir an der Bahre eines Bruders, der seinem Logengelübde stets treu gewesen ist, dem die hehren Ideale und Ziele unseres geliebten Ordens immer als hoch und heilig galten. Wir Lebenden wollen in seinem Sinne weiter arbeiten, wir wollen auch ferner die Jugend beiehren und bilden, damit der Samen, den unser verewigter Bruder Dr.* Stein gepflanzt hat, aufgehe zu herrlicher Blüte und Frucht zum Wohle der Allgemeinheit, zur Ehre des jüdischen Namens und zur Zierde unseres Ordens. Hierdurch möge das Angedenken des teuren Verblichenen, das immerdar unter uns fortleben wird, hochgehalten und geehrt werden. Das walte Qott! Bruder Julius Rosenthal. i * I ■ - * ■ * ■* I ■ - Toleranz-Loge, Landsberg a.W. (Bericht vom 1. April bis 31. Dezember 1915.) Der am Schluß, des letzten Vierteljahresberichts sehnsüchtig' ausgesprochene Wunsch nach Frieden ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Nicht' ganz dreiviertel Jahr ist , dies her und nach nunmehr fast achtzehn Monaten .— 27 — stehen noch immer die mit Donnerkrachen geöffneten . Pforten; des Janustempels offen. Wid der unheilvolle Weltkrieg im geaioten wirtschaftlichen Volkskörper aller (du rch ihri^ betroffenen Reiche Umwälzungen hervorruft, so ist autfh das ' Schwertgeklirr. und das Getöse der Schlacht bis in -diesen, friedlichen Zwecken dienenden, Logentempel gedrungen uiid notgedrungen mußten sich alle Logen unseres geliebten Ordens diesen außergewöhnlichen Verhältnissen anpassen. Unser h ochw. Qro ipräsident hat in der L!6. Sitzung des General-Komitees vom 28. Hlövembei v. J. leider einer Rückgang in der Anzahl derBiüder feststellen müssen, und «laß ferner der bei weitem größte Teil der Logen sehr unregelmäßig seine Sitzungen abhalten rannte., Wem auch die äußere Einwirkung des Krieges nicht spurlos an unserer Loge vorübergegangen ist? so gereicht es zur Freude, daß diese nicht nur, wie in den Friedenszeiten, regelmäßig arbeitete, sondern sie hat in ihrer Fürsorge um d e'ihr angehörenden Brüder und Glaubensgenossen die üblichen Ferien um einen Monat verkürzt/ . Wahrend es allerdings die Umstände mitbrachten;, daß. .«keine außerordentliche! Si zung stattfinden konnte, hielt die Loge vom 1. Ajpril bis 31. Dezember v.' Js. 24 ordentliche Sitzungen ab, die durchschnittlich von 14-—1 > Brüdern besucht waren. Wenn der Durchschnittsbesuch um eine KleirJigfceit zu ückgegangen ist, so liegt /d es daran, daß vier Brüder, die eifrige Besucher der ArbeHsstunden warei, zum Heeresdieist einberufen sind, urd :ih Bruder, der frühere Schatzmeister, der fast in keiner Sitzung fehlte, verzogen ist. An sechzehn Abenden wurden Referate abgehalten,! an den anderen Abenden konnten solche wegen viel Zeit in Anspruch nehmender Richtiger Beratungen nicht stattfinden. In der ersten und zweite l Sitzung referiert«: unser Br. Mentor über Zukunftskrieg im Jahre IW und verlas eine Schrift des Geheimrats Martin ii(>er „Kriegsentschädigung". Die' vierte und fünft« Sitzung brachte je einen Reisebriel de« Br. prot. Sekretärs, während in der ,sechsten Si zung der w. Br. Präsident über die Stellungnahme unseres Ordens zu den B'nai B'rith-News spracli. , Dann brachte die siebente Sitzung ein Referat des Br. prot. Sekretärs über „Post bellum" nach einem in den „Münchener Neuesten Nachrichten" erschienenen Artikel von Posadowski-Wehner,j Am achtel Arbeitsabenc besprach der w. Br. Präsident die Wirtschaftslage nach den Kriege In der neunten Sitzung verlas Bf. Mentor eine packende Schilderung aus: „Die: