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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1914-05-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Auch hier erwies sich bei der immer größeren Inanspruchnahme der verfügbaren Mittel eine Neuerung als notwendig. Um die Mittel nicht allzusehr zu zersplittern, korinten auswärtige Anstalten von nur lokaler Bedeutung in der Regel nicht berücksichtigt werden, dafür wurden aber hiesige Anstalten und Vereine, sowie solche, deren Wirkungskreis das ganze Reich umfaßt, um so mehr bedacht. Auch Einzelpersonen, insbesondere Studierende und Handwerkslehrlinge, wurdch vielfach unterstütz^. Endlich mag noch erwähnt werden, daß unsere Loge eine Pogromwaise im hiesigen isr. Mädchehwaisenhaus untergebracht hat und mit Unterstützung einiger Schwesterlogen und einzelner Bruder die Pflegekosten bestreitet. So ist die Tätigkeit unserer Loge ein stilles, aber segensreiches Wirken. Es vollzieht sich in dem Bewußtsein, daß nur ein Bruchteil vuta dem geschieht, was getan werden sollte. In dieser Erkenntnis liegt die sicherste Gewähr dafür, daß die Arbeit unaufhaltsam fortgesetzt wird zum Segen für unsere Loge und das elsässische Judentum, zum Segen aber auch für den Orden und das ganze Judentum. Dr. Matx, prot. Sekretär Aus Amerika. XL. Als Werner Sombart von seiner Amerikareise heimkehrte, berichtete er, gegen den Judenhaß in den Vereinigten Staaten seider Antisemitismus in Deutschland ein Kinderspiel. Man wollte diese Feststellung nicht glauben. Wer aber die Fälle von unfreundlicher Gesinnung gegen die Juden liest, gegen welche die Hilfe der neuesten Schöpfung unseres Ordens, des „Verbandes zur Abwehr von Verleumdung", aufgerufen Wird, der wird an der Wahrheit von Sombarts Mitteilung nicht mehr zweifeln. Um nur einige Beispiele herauszugreifen: in Chicago — dem Sitze der Ordensleitung — wurde auf einer Lichtspielbühne ein Stück „Die letzte Wette" aufgeführt, in welchem ein Jude als Dieb entlarvt wurde; in Kansas City, wo eine einflußreiche Loge U. O. B. B. blüht, wurde ein judenfeindliches Stück „Der Leuchtkäfer" gegeben; in der nämlichen Stadt verspottete eine angesehene Zeitung die religiösen Bräuche und Feste der Juden; in Minneapolis erschien ein „humoristischer" Geschäftsbrief eines Vaters an seinen Sohn, ein tendenziöses Machwerk, das den Anfang einer ganzen Artikelserie bilden sollte; in Detroit wurde einem Glaubensgenossen die Aufnahme in eine Lebensversicherung aus religiösen Gründen abgeschlagen; in Mobile fügte eine Zeitung dem Signalement eines Verbrechers die Bemerkung „Jude" bei. In allen diesen Fällen hat das'Rechtsschutzbüro des hochw, Exekutiv-Komitees sofort auf Abstellung der von den Logen, bezw. Vertrauensmännern, gerügten Gehässigkeiten gegen die Juden gedrungen. Infolgedessen sind die beanstandeten Filmdarstellungen sofort vom Spiel-' plan abgesetzt, die Zeitungsartikel mit dem Ausdruck des Bedauerns und der üblichen Entschuldigung, eine verletzende Absicht habe durchaus ferngelegen, zurückgenommen worden. Die Versicherung hat dem jungen Mann seine Police ausgehändigt, und die judenfeindliche Briefserie beschränkt, sich auf das erste Schreiben. Die Bemerkung „Juden ausgeschlossen" auf einer Tafel, die die V ermietung eines Wohnhauses in St. Louis ankündigte, wurde auf Veranlassung des Ordens von dem Wirt entfernt. * An allen Arbeitsstätten unseres Ordens in Amerika wurden Ueberwachungsausschüsse gegründet, welche der Ordensfeitung in Chicago sofort'jede judenfeind- . liehe Kundgebung an den betr. Orten mitteilen. Unser Logenorgan, die „B'nai B'fith News", verzeichnen spaltenlang die Zustimmungsartikel, in denen die amerikanische Presse, soweit sie nicht ausgesprochen reaktionär ist, die Gründung und bisherige Wirksamkeit des Verbandes gutheißt und den Orden zu dieser seiner neuen Schöpfung beglückwünscht. Auch von der feierlichen Grundsteinlegung des Leo N. Levi - Gedächtnis - Hospitals zu Hot Springs (Arkansas) haben die amerikanischen Zeitungen gebührend Kenntnis genommen und vornehmlich die Toleranz des Ordens B.B. gerühmt, welche das neue Heim den Mühseligen "und Beladcnen j e d e s Bekenntnisses öffnet. Bei dem Festmahl, das sich an die Grundsteinlegung anschloß, hielt der Regierungspräsident G e o. W. H a y s eine längere Rede, in der er das Hospital als ein Ehrenderikmal feierte, welches Judenheit und Orden sich selber setzen. Die Anstalt, deren Gründung vor zwölf Jahren bei der Tagung der Großloge des 7. Distrikts zu San Antonio beschlossen wurde, nimmt auf Kosten, des Ordens völlig kostenfrei etwa sechzig Personen auf,, von denen je zehn der Obhut eines geschulten Pflegers unterstellt werden. Selbstverständlich wird das dreistöckige Gebäude nach den heutigen Anforderungen der Hygiene erbaut. ' . . \ " Mit dem Bau des B. B.- Waisenhauses zu Erie (Pennsylvanien) wird freilich noch nicht so" bald begonnen werden können, obwohl vermögende Brüder der Stadt bereits einen Bauplatz von 85 bis 90 Morgen

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