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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-07-01 · Nr. 7 - Juli · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 7 - Juli
Date
1913-07-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Gebete sprachen und das schöne Verhältnis zwischen den Juden und Christen dieser Stadt feierten, und aus Huntsville (Alaska), wo die von sehr vielen Christen besuchte Feier im Tempel gleichfalls von den in jener Stadt herrschenden guten Beziehungen der Religionsbekenntnisse untereinander Zeugnis ablegten. Andrerseits hören wir vielfach von Verhöhnungen, denen die Juden auf der amerikanischen Lust- und Lichtspielbühne ausgesetzt sind. Rührig, wie immer, hat die Beth Zur-Loge in Mobile einen weiteren Schritt zur Bekämpfung dieses Unfugs getan: sie hat das hochw. Exekutiv-Kom'itee ersucht, beim staatlichen Film-Zensuramt in New York vorstellig zu werden, um die Ablehnung derartiger verletzender Darstellungen zu ermöglichen. In Mobile selbst haben sich bereits sämtliche Theaterleiter einverstanden erklärt, Judenkarikaturen auf ihren Bühnen in Zukunft nicht mehr zu dulden. *■ In New York hat die Manhattan-Loge beschlossen, alljährlich eine Sederfeier zu veranstalten, und allen Logen des Distrikts sowie, des Ordens zu empfehlen, die Feier dieses schönen altjüdischen Familienfestes In den Kanon der alljährlich wiederkehrenden Veranstaltungen aufzunehmen. Die Washington - Loge in New York feierte einen Festabend, bei dem einer der ältesten Brüder der Loge, Louis Wollstein, die Freude hatte, seinen Enkel, Albert Louis Baum, in den Orden aufgenommen zu sehen. Auch sonst wird vielfach von Einführungen neuer Brüder1 berichtet. Auch von vier neuen Logengründungen weiß unser Ordensorgan diesmal zu berichten: in Montreal in Kanada wurde die Mount Royal-Loge No. 729 durch die BBr. Israel Klein und A. B. Seelenfreund aus Chicago feierlich eröffnet. Fünfzig Petenten hatten die Ordensleitung um den Freibrief gebeten. Ein wichtiges Arbeitsfeld bietet sich für die neue Loge in der Fürsorge für die Hausende von Einwanderern, die in Galveston und anderen kanadischen Häfen den amerikanischen Boden betreten. Neue Logen wurden ferner in Holyoke (Massachusetts), Tulsa und Gadsden (Alaska) installiert. Was die Arbeiten der Logen betrifft, so haben die ' vereinigten Champaign- und Urbana-Logen — wie bereits mitgeteilt — der Universität des Staates Illinois eine Summe von 50 Dollar behufs Prämiierung von Arbeiten aus, dem Gebiete der jüdischen Geschichte und Literatur zur Verfügung gestellt. Auch Gymnasiasten dürfen sich an dem Wettbewerb ^beteiligen, der sich mit dem nämlichen Ziel in den nächsten fünf Jahren alljährlich wiederholen soll. Von den gestellten Themen, deren Bearbeitung höchstens 3500 Worte umfassen soll, nennen wir: „Judentum und soziale Gerechtigkeit", „Jüdische Erziehungsideale", „Die Juden als Ackerbauer", „Die Speisegesetze", ,;Die jüdische Frau", „Der Talmud", „Jüdische Philosophie im Mittelalter", „Der Anteil der Juden an der Wissenschaft im Mittelalter und in der Neuzeit", „Die Juden in der amerikanischen Geschichte" etc Ein schönes Zeichen von Opferwilligkeit wird aus der Missouri-Loge, in St. Louis gemeldet. Hier soll aus finanziellen Gründen der Posten eines bezahlten Logensekretärs eingezogen werden; infolgedessen haben sich eine Anzahl von Brüdern gemeldet, die abwechselnd je ein halbes Jahr lang die schriftlichen Arbeiten der Loge kostenlos erledigen wollen. Mit gewissem Stolze verzeichnet unser Bundesorgan, daß Br. Harry Cut ler In Providence (Rhode Island) bei der Parade an George Washingtons Geburtstage zum ersten Male als Oberst an der Spitze der Ersten leichten Infanterie, der er als Reserveoffizier angehört, einhergeritten ist. Br. Cutler, ein eingewanderter Russe, ist Mitglied des amerikanischen Parlaments und Ex-Großpräsident des 1. Distrikts. Zum Schluß noch einige Notizen über die D a n m a r k-L o g e in Kopenhagen. Sie umfaßt 136 Brüder, die jährlich 7000 Kronen' für die Zwecke des Ordens aufbringen. Der Logenbesuch beträgt durchschnittlich 80 — 90 Brüder pro Abend. In der Berichtszeit hatte die Loge die Ehre, unsern hochw. Großpräsidenten Br. Timendorfer als Gast zu begrüßen. Die Loge, eine Gründung, des verdienstvollen Br. Bergel, unterhält eine Elementarschule und eine, allabendlich von durchschnittlich 400 Leuten besuchte Toynbeehalle, in der" neben den-üblichen Unterhaltungen die dänische Sprache sowie Handelskorrespondenz und Buchführung, in jüngster Zeit auch Turnen für Mädchen gelehrt werden. Gleichfalls auf dem Umwege über Amerika erfahren wir schließlich, daß die F. i nt ra c h t-L o g e in Wien, welcher 14 Brüder aus Triest angehören, Schritte tut, um eine Loge in dieser wichtigen Stadt ins Leben zu rufen; I t daß sie ferner eine Wanderbibliothek gründet und im 2 Bezirk einen von 65 Knaben besuchten Kinderhort sowie ein Institut zur Ausbildung von jüdischen Krankenpflegerinnen unterhalt Alles in allem: ein erfreuliches Bild von regem Logenleben jenseits und diesseits des Ozeans.. * 'i. \ Br. Oberlehrer Dr. Eugen Wölbe (Montefiore-Loge zü Berlin).

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