Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 7 - Juli
- Date
- 1913-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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gesucbe vor, von denen 8 abschläglich beschieden wurden, teils weil die Unterstützungsnotwendigkeit nicht anerkannt werden konnte, teils weil die nachgesuchte Hilfe außerhalb des Rahmens unserer Logentätigkeit lag. — In den übrigen 29 Fällen wurden im ganzen 14S0 M. bewilligt; der geringste Betrag betrug 10, "der höchste 300 "M. Besonders wichtigeSitzungen waren an den Abenden, an welchen iiber die Abänderung des Statuts und die Gründung eines Fonds zur Unterstützung in Not geratener Brüder beraten wurde. DerSchaffung eines solchen wurde im Prinzip von allen Brüdern zugestimmt, und der vorhandene Max Roth-Fonds und eine uns vor kurzem zugeflossene größere Summe wurden. als Grundstock für ihn festgelegt. Aus der Beratung über die Statutenänderung ist besonders der Punkt hervorzuheben, der von 'der Erhöhung des Eintrittsgeldes und des^jahresbeitrages handelt. Ersteres wird fortan 75 M. und letzterer 44 M. betragen. An Spenden, die von den Brüdern teils bei freudigen, teils bei traurigen Ereignissen uns gewidmet wurden, flössen uns 2570 M. zu, die den verschiedenen Fonds zugewiesen wurden. — Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß durch die Vermittlung der Loge und der Logenbrüder, insbesondere der russischen Brüder, 7006 M. für die bedrängten Glaubensbrüder auf der Balkanhalbinsel aufgebracht wurden. Doch nicht nur innerhalb unserer eigenen Loge haben wir den Logengedanken gepflegt und hochgehalten, wir nahmen auch dep lebhaftesten Anteil an dem Streben unserer Schwesterlogen und suchten * diesem Interesse durch Delegationen zu besonders wichtigen Ereignissen derselben Ausdruck zu verleihen. Neben unserer eigenen Logentätigkeit suchten wir auch die beiden Organisationen zu fördern, die mit uns in engster Beziehung stehen: die Schwesternlog e und den Jugendverein Gabriel j{ i e ß e r. Erstere hat mit unsertr Unterstützung einen besonderen Nachhilfeunterricht für Schulkinder eingerichtet. Auch veranstaltete sie für ihre Schützlinge, sowie für die Kinder der Logenbrüder eine besondere Cbanukkafeier, an der auch viele Erwachsene teilnahmen. Dem Jugendverein stellten wir zu seinen Versammlungen unsere Gesellschaftsräume und unsere schon recht ansehnliche Bibliothek — sie belauft sich auf etwa 250 Bände — zur Verfügung. Auch nimmt stets eine Anzahl Brüder an seinen Versammlungen teil. Unsere Mitgliederzahl betrug anfangs des Vereinsjahres 108 Brüder. 9 Neuaufnahmen fanden statt, doch haben wir leider drei Brüder durch den Tod verloren. Im Monat August starb nach langen Leiden Br. Hermann Dekuczynski, der unserer Loge seit ihrer Gründung angehört hat, und ganz plötzlich wurde uns in demselben Monat Br. Isidor Cohn aus Lodz entrissen. Vor wenigen Wochen wurde dann noch Br. Victor Mittwoch durch den Tod abberufen. In besonderen Trauerlogen wurde der Heimgegangenen gedacht und der Verlust gewürdigt, den wir durch sie erlitten haben. Doch auch an freudigen Familienereignissen konnten wir bei einer Anzahl Brüder teilnehmen und ihnen unser Mitfühlen und Mitempfinden zum Ausdruck bringen. Mit innigem Dank für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und die ihm geleistete Mithilfe, sowie mit herzlichen Wünschen für die weitere segensreiche Entwicklung der Gabriel Rießer-Loge übergab dann Br. Dr. Rc senberg das Amt des Präsidenten seinem Nachfolger. * *• * Lothringen-Loge, Metz. (Militärhaus.) Das von der Lothringen-Loge mit Unterstützung der hochw. Groliloge im Jahre 1910 in Metz, als der größten Garnisonstadt, eingerichtete Soldatenheim blickt jetzt auf eine dreijährigeTätigkeit zurück. Dank der finanziellen Unterstützung durch viele Schwesterlogen wafen wir in der Lage, das Unternehmen einigermaßen so durchzuführen, wie es bei der Gründung in Aussicht genommen war. Bezweckt und erreicht wurde einerseits eine moralische Einwirkung auf die hier garnisonierenden, aus allen Teilen Deutschlands stammenden jüdischen Soldaten, sodann aber auch eine Hebung des jüdischen Ansehens bei den militärischen Kommandobehörden, alles getreu den Prinzipien unseres Ordens: „Den geistigen und sittlichen Charakter unseres Stammes zu heben". An Einnahmen standen uns aus Mitteln unserer Loge, freiwilligen Beiträgen von Brüdern und Zuschüssen der Schwester logen pro 1912 zur Verfügung M. 2378. Verausgabt wurden für Miele und Heizung der Räumlichkeiten einschließlich Kegelbahn, Billard, Klavier, Zeitschriften u.dgl. M. 700.— für Bewirtung an Sonn- und Feiertagen . „ 954.73 für Unterstützung an mittellose Soldaten . „ 50.— ferner für allerlei besondere Veranstaltungen. „ 477.— insgesamt M. 2181.73 Besondere Erwähnung verdient die Veranstaltung desSederabends und der Chanukkahfeier, wozu sämtliche zur Zeit anwesenden jüdischen Soldaten (56) eingeladen waren, um im Kreise einiger von unsern Brüdern nebst ihrer Familie die altjüdische Tradition auf sich wirken zu lassen; bedeutungsvoll war — 104 —