Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1913-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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worden. Mit dieser Feier verbanden viele Logen ihre Stiftungsfeste; so konnten beispielsweise die Jurdan- Loge in New York ihr sechzigjähriges, die Jbsua-Loge in Philadelphia und die Jericho-Loge in Pittsburgh ihr fünfzigjähriges, die Ascension-Loge m Donaldsonville (Louisiana) ihr zehnjähriges Jubiläum feiern. Die Großloge des 7. Distrikts in Memphis (Tennessee) feierte zugleich mit der dortigen Loge ihren vierzigsten Geburtstag. Der 8. (deutsche) Distrikt nimmt an all den Feierlichkeiten ,zur Ehre des Ordens freudigen Anteil und entbietet den Brüdern jenseits des Ozeans Heil und Glückwunsch! Über den vielen Freudenfesten wurden die ernsten Logenarbeiten und die Wohltätigkeitsfnsti tutekeineswegs vergessen. So fand im Herbst die Einweihung der Musterfarm statt, welche die Familie Schoenberg dem jüdischen Tuberkulosenheim in Denver (Colorado) angegliedert hat. Diese Farm soll die Insassen des Heims nunmehr mit Milch, Butter, Eiern und Geflügel versorgen, Frau Schoenberg hat außerdem in dem Heim eine Handelsschule errichten lassen und für deren Unterhaltung vorläufig 100 000 M. gespendet. Der erste Vizepräsident des Ordens, Br. Lucius L. Solomons aus San Francisco, sprach bei der Einweihung im Namen des Ordens vor einer von 5000 Personen besuchten Versammlung. Während seines Aufenthaltes in Chicago war Br. Solomons Gast des Ordenspräsidiums, das ihm zu Ehren ein von 45 führenden Persönlichkeiten der Idortigen Logen, darunter der hochw. Ordenspräsident, Br. Adolf Kraus, besuchtes Festessen veranstaltete. Br. Solomons hielt hierbei eine Rede, die auch in Europa beherzigt zu werden verdient: er meinte, jüdische Wohltäter sollten ihre Spenden zunächst ihren eigenen hilfsbedürftigen Glaubensgenossen zu Gute kommen lassen, ehe sie sie interkonfessionellen oder rein christlichen Zwecken zuwenden. Auch die Generalversammlung des jüdischen Waisenhauses zu Cleveland (Ohio)- liefert das Bild eines blühenden Ordensinstituts. Inzwischen haben die Verhandlungen betreffend den Bau eines zweiten Waisenhauses zu Erie (Pennsylvanien) solchen Erfolg gehabt, daß die Beamten der Großloge des 3. Distrikts auf ihrer Inspektionsreise bereits den 95 Morgen umfassenden Grund und Boden des neuen Heims in Augenschein nehmen konnten. Die ersten "Cottages" sollen bereits im Monat März errichtet werden. Noch ist die Anstalt nicht ins Leben getreten, und schon liegen einige dreißig Meldungen vor: 11 wurden berücksichtigt; 6 Kinder stehen bereits unter Obhut der Loge, so daß also' die Anstalt mit 17 Pfleglingen eröffnet werden wird, in allen Logen des 3. Distrikts werden Gelder zur 'Unterhaltung dieses Waisenhauses gesammelt, das unter strengster Befolgung der Speisegesetze geführt werden wird. Zu Ehren des Besuches des Beämtenstabes der Großloge in Pittsburgh verpflichtete sich der Frauenverein der dortigen Abraham Lippmanri-Loge zur Gewährung eines jährlichen Zuschusses von 400 M. Der neue Großpräsident des 3. Distrikts, Br Dr. B. S. Pollak aus Jersey City, hat den Berichten zufolge in allen Logen des ihm Unterstellten Bezirks einen günstigen Eindruck gemacht. * Auch das Präsidium des 4.Distrikts, BBr. Rabbiner Dr. Nieto und Großsekretär J. J. Asch heim, unternahmen eine Inspektionsreise durch das-südliche Kalifornien. Die rührige Loge in Los Angeles führte bei dieser Gelegenheit 33 Kandidaten ein." Diese Loge ist kaum drei Jahre alt; trotzdem hat sie sich bereits ^ein stattliches Logenhaus gebaut und weihte vor einigen Wochen ein Waisenheirn für jüdische Kinder Südkaliforniens ein. Zu Ehren des hohen Besuches veranstaltete die "Oakland-Loge ein Fußball-Turnier mit dem Fünfziger-Ausschuß der Logen in San Francisco, eine öffentliche Veranstaltung, deren Reinertrag wohltätigen Bestrebungen zu Gute kam. In San Francisco hat sich ein dritter Frauenverein der dortigen Logen konstituiert, der nach der Ophir-Loge. den Namen „Frauenverein Ophir" angenommen hat. Einen großen Aufschwung hat die Ararat-Loge in Hartford (Connecticut) genommen: - ihr Mitgliederbestand hat sich um 50 vermehrt, ihr Logenhaus ist bereits zu klein geworden. Sje begnügt sich ferner nicht mehr damit, in den Krankenhäusern der Stadt Freibetten für bedürftige Israeliten zu unterhalten, nein, sie plant ernstlich die Errichtung eines eigenen B. B.- Krankenhauses. Eine schöne Tat jüdischer Bruderliebe hat die Winpipeg-Loge vollbracht. In einem See bei Kenora (Ontirio) war ein Leichnam gefunden worden, den man auf dem christlichen Kirchhofe beerdigte. Nachher stellte es sich heraus, daß der Unglückliche ein Jude war. Infolgedessen sorgte die Winnipeg-Loge für seine Exhumierung und ließ ihn auf eigene Kosttn auf dem jüdischen Friedhofe bestatten. "t Kaum anderthalb Jahre sindseit der Gründung der Loge in Racine (Wisconsin) verflossen, und schon hat sie sich zur Trägerin jüdischen Gemeindelebens gemacht. So hat die Loge jetzt die Konstituierung einer jüdischen Gemeinde ins Werk gesetzt und läßt jeden Sonnabend den Rabbiner Gradd aus Chicago kommen. Der Bau einer Synagoge ist nur eine Frage der Zeit. — 25 - . w