Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 10 - November
- Date
- 1908-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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der amerikanischen Distrikte von den Vorgängen innerhalb des Gesamtjudentums Kunde zu geben. Der vorliegenden ersten Nummer der „B'nai B'rith News" gibt der hochw. Ex-Ordenspiäsident Julius Bien ein Geleitwort auf den Weg, das in die Mahnung ausklingt: „Seid eingedenk, dass unser Orden nicht bloss für dfe Gegenwart arbeitet, sondern eine'Zukunft hat: denn solange auch nur ein einziger Israelit seines Glaubens oder seiner Abstammung wegen unterdrückt oder verfolgt wird, haben wir ein Feld der Betätigung." Sodann erstattet der hochw. Ordenspiäsident Br. Adolf Kraus im Namen des Exekutiv- Komitees Bericht über das Wachstum des Ordens, seine Vermögenslage in den einzelneu Distrikten und über die erfolgreichen Schritte des Ordens zur Erzielung eines — bisher noch nicht vorhandenen — gesetzlichen Verbotes des Mädchenhandels im Staate Illinois, sowie endlich über die vom Exekutiv-Komitee veranlasste — gleichfalls erfolgreiche — diplomatische Intervention der amerikanischen Regierung anlässlich der judenfeindlic^ien .Unruhen in Jaffa (^itte März* dieses Jahresj. Der Orden umfasst, 392 Legen, und zwar 293 iu Amerika, 90 in Europa. 9 im Orient. Die Mitüliederzdhl betrug am 1. Januar 1908: 30405, der Zuwachs pro 1907: 1589. Für die deutschen Brüder wird es von besonderem Interesse sein, zu i rfahren. dass unser Distrikt der grösste ist. Et fu gen dann der 2. Distiikt Ciucinua'i. der 7. New Orleans, der 0. Chicigo, der I. New York, der 3. Philadelphia, der 4. Sin Franzisko. der 5. Riclimond. der 10. Prag, der 9. Bukarest. Piäsdent K aus schliesst seinen Bereift mit I r Mitteilun , >r w« nie im kommend« n Jalne einige europäische L'geu besuchen um mit ihnen die Möglichkeit eines lntematioi alen Zusammenaibeitens der Logen aller Distrikte zu besprechen. In diesem Sinne stimmt die Ordensleitung dem am 29. März in Berlin angeregten , Zusammenschluss aller jüdischen Organisationen'' freudig zu und hoffe, dass die amerikanische Judenheit den ablehnenden Standpunkt der massgebenden jüdischen Notübeln iu New York nicht teilen, sondern sich an dem grosszügigen philantropischen Unternehmen beteiligen wird. Ein mehr als drei Spalten langer Artikel soll die amerikanischen Brüder über die Ziele und das Wesen dieser geplanten ..Allgemeinen jüdischen Kolonisations-Organisation'* aufklären. ."] Ausführliche Berichte lassen uns einen Blick in das amerikabische Logenleben tun: eine Rede des Vize-Präsidenten des Exekutiv-Komitees, Br. Lucius L. Salomoh-s,- gehalten bei der 45. Grosslo^entagung zu Pörtland, Oregon, zeigt, dass auch ,,im wilden Westen'" sich begeisterte Brüder um das Banner 1', O. -B. B. scharen. Dass die Ordensidee jenseits des „groseen Teichs" "auch praktisch betätigt wird,, ersehen wir aus den Berichten über den blühenden Zustand zweier von den amoiikanischen Logen unterhaltenen Institute: das jüdische Tuberkulosenheim in Denver und das jüdische Waisenhans in Cleveland. Im Gegensatz zu den rein philantropischen Tendenzen des Ordens B'nai li'rith sorgt ein anderer jüdischer Orden, B'rith Abraham, für seine eigenen Mitglieder: und da die Amerikaner nun einmal praktische Leute sind, so umfasst dieser Orden bereits über 100000 Brüder. Mr»Nach der Lektüre all der ernsten Ordensangelegenheiten tritt eine Spalte* lang de/ — Humor in die Erscheinung, der in einer ..Humoristischen Ecke'' sein fröhliches Wesen treibt. Dr. Eugen Wölbe. Zu unsererNoiiz im letzten Monatsbericht über das Logenleben in Badeorten erhalten wir von einem Bruder der Deutschen Reichsloge nachstehende Zuschrift:- Neuenahr. Ein altes Wort besagt: „Es kann keiner aus seiner Haut hei all« - Dieser Erfaliriingss .tz ist so alt. dass. ihn schon die alten Kömer hatten und ihn — natürlich . lateinisch— gleichfalls in Worten ausdrückten: „naturam oxpellas furca, tarnen usque recurret." Jeder handelt nun einmal seinen Aulagen, seinem Milieu, dem or entstammt -entsprechend und kann seine Haut nicht abschütteln. Wir alle sind mehr oder weniger gezeichnet mit dem Stempel, welchen uns die Logen aufdiückeb. Aus dieser Logenepidermis. können wir nun mal nicht heraus Das wurde mir so recht klar, in Neuenahr. Ich wollte — fern von Madrid -!— eine ganz andere Lebensweise zu meiner Er-