Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-06-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 5 - Juni
Date
1907-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4864325-6028970-6074150--1123-4865272
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

-- 6 mindern. Uns liegt einschreiben einer Stadt, Schuldeputaftion vor, das eine junge Dame, die Tochter eines Bruders auf ihr Bewerbungsgesuch erhalten hat. Dasselbe lautet: „Wir bedauern Ihrem Wunsche nicht entsprechen zu können, da wir jüdische Lehrerinnen nur zur Vertretung festangestellter jüdischer Lehrkräfte heranziehen dürfen und die Zahl der bei uns gemeldeten jüdischen Vertreterinnen für diesen Zweck mehr als ausreichend ist." Wir bringen diesen Fall zur Sprache nicht etwa, weil wir uns entgegen den Bestimmungen unseres Ordens mit politischen Fragen beschäftigen wollen — das überlassen wir nach wie tot jenen Vereinen nnd Organisationen, deren Aufgabe es ist. für die verbrieften Rechte der Juden nannhatt einzutreten und zu kämpfen —, sondern, weil uns die unglückliche Lage der jüdischen Töchter zu Herzen geht und wir es für unsere heilige Pflicht halten, arbeitstrohen. und -arbeitsfreuJigen Menschen Arbeitsgelegenheit, zu schaffen, wie wir es mit den von unseren Logen gegründeten Arbeitsnachweisen bewiesen haben. Können die jüdischen Lehrerinnen infolge Engherz gkeit und Ungerechtigkeit eine Anstellung bei städtischen und staatlichen Schulen nicht erlangen, so müssen wir dafür sorgen, dass sie wenigstens durch Unterricht in Privatbäuser» und jüdischen Pensionaten genügende und lohnende Beschäfj finden. Wir wenden uns daher mit einem an unsere lieben Brüder und Schwestern, Lehrerin in höherem Masse, als es bis gelegen sein zu lassen. Jeder Nachhilfestanden die jüdi: zieherin ins Haas während ihrer re sei, wurden. Zur Veiteilung gelangten im abgelaufenen Jahre: grosse Bezüge, Kopfkissen, Unterröcke, Hemden, Bettücher, Handtücher, Strümpfe. Ferner ist einer Anzahl atmer Wöchnerinnen durch Erstlingswäsche, die der Schwesternbund für Bedarfsfälle immer vorrätig hält, geholfen worden. Auch die H e i m a b e n d e, die jeden Donnerstag stattfinden, haben schöne Erfolge zu verzeichnen. In' einem Saale kamen 30—40 junge Mädchen, die in den Geschäften in* Hannover angestellt sind, zusammen und wurden durch deklamatorische, wissenschaftliche nnd musikalische Vorträge erfreut; als Bewirtung verabfolgte man ihnen Tee und Gebäck. Die Vorträge wurden teils von Herren und Damen der Loge, teils von außenstehenden gehalten. Auch die jungen Mädchen selbst wurden dazu herangezogen und ei muntert, die recht nette Darbietungen leisteten. Eine grössere Veranstaltung fand am Cbanukkafeste statt. Es möge noch hervorgehoben werden, dass die Komiteedamen sich der jungen Mädchen in Krankheitsfällen annehmen und für eine richtige nnd ausreichende Pflege sorgen. Mögen die hum"--' des Schwesternbundes nicht auch ausserhalb der^'v

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.