Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 3 - April
- Date
- 1907-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Boden die erste Arbeitsstätte im eigenen Heim geschaffen. Unsere Logenräume befinden sich seit ca 20 Jahren in diesem im Mittelpunkt der Stadt gelegenen Hause, dieselben sind vor einiger Zeit durch Umbau und umfangreiche Renovationen unseren Zwecken in jeder Beziehung dienlich gemacht. Wir haben zum Zwecke des Aukaufes eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet, 32 Brüder haben sich sogleich freiwillig gemeldet und je 1000 Mk. Anteil übernommen, so dass die nötigen Mittel sofort reichlich zur Verfügung standen, ohne dass die Loge eigenes Kapital festzulegen brauchte. Die Bewirtschaftung des Hotels und Restaurants haben wir bewährten Händen übertragen und werden wir uns freuen fremde Brüder recht oft bei uns zu sehen. Wir hoffen, dass unsere Loge auf eigenem Boden weiter blühen und gedeihen wird zum Segen für uns und unserem geliebten Orden. Die Sinai-Loge In Cassel pflegt ihren auf den 9. Dezember fallenden Geburtstag meist an einem anderen, gerade passenden Tage zu feiern. So hat sie auch in diesem Jahre zur Begehung des Stiftungsfestes den 27. Januar gewählt, um damit den Geburtstag Sr. Majestät, sowie die Feier des nahenden 25 jährigen Jubiläums des Ordens in Deutschland zu verbinden. Dank den umsichtsvollen Bemühungen der Festleitung ist das diesjährige' Stiftungsfest, an dem auch unsere Damen teilnahmen, in würdiger und wohlgelungener Weise verlaufen. Eingeleitet wurde dasselbe durch eine Ansprache des Vizepräs. Br. Dr. Kaufmann (der w. Präsident konnte wegen Trauer nicht erscheinen) über unser Logenwesen im allgemeinen. Dann erfreute unser Landrabb. Br. Dr. Doctor die, Festteilnehmer durch einen längeren, sehr interessanten Vortrag über: „Die Juden in der bildenden Kunst der Gegenwart." Nun eilte alles zur Tafel, deren geschmackvolle Ausschmückung festfreudig stimmte. Bei Beginn des Festmahls sang Frl. Kirschbaum ein Begrüssungslied und erntete reichen Beifall. Das Kaiserhoch brachte der Vizi-präs., das auf den Orden der Ezpräs. Br. A. Fiocino aus. Während desselben erstrahlte von der Höhe der Bühne in elektrischer Beleuchtung das U. O. B. B. 25 als Sinnbild des Glanzes, den der Orden während seines 25 jährigen Bestehens in Deutschland verbreitete. Es folgten dann musikalische Vorträge, ernste und heitere Reden, die zur, Würze des Mahles viel beitrugen. Besonders hervorgehoben möge hier Werden der humorvolle Damentoast des Br. Levi Katz und die ernste mit wohltuender Wärme vorgetragene Rede des Br. Dr. Sonderling- Göttingen, in welcher er dem werbenden Gedanken unseres Ordens Ausdruck verlieh. Ein dem Festbankett sich anschliessender Tanz hielt die Festteilnehmer in gehobener Stimmung bis zum Abschiedskaffee, bei dem das V.O. B. B. 25 in elektrischem Glänze nochmals erstrahlte, beisammen. Erst um i1/2 Uhr verHessen sie die Festräume mit dem angenehmen Bewusstsein, einen schönen, anregenden Abend verlebt zu haben. Stuttgart-Loge In Stuttgart. Aus dem Bericht der Karl- Friedrich-Loge in Karlsruhe über ihre Tätigkeit im abgelaufenen Jahre, welcher im letzten Monatsbericht veröffentlicht wurde, habe ich zu meiner Freude ersehen, welch grosse Behaglichkeit das Leben in dieser bei unserer Gründnng für uns zum guten Teil vorbildlichen Schwesterloge mit der Entwicklung unserer Loge hat. Die genaue Aufzählung dessen, was wir im abgelaufenen Jahre geleistet haben, würde daher in manchen Funkten nnr eine Wiederholung jenes Berichtes bilden. Hervorgehoben sei nur folgendes: Wir hatten die grosse Genugtuung, unter denneu aufgenommenen Brüdern eine Reihe von Söhnen nnd anch sonstigen nahen Angehörigen bisheriger Mitglieder einzuführen. Können wir hierin die Verbreitung und Anerkennung unserer Ideen im Inneren feststellen, so haben uns die Zuschüsse, welche seitens der städtischen Behörden und außenstehenden Gemeindegenossen dem von uns ins Leben gerufenen Schwesternheim und der von uns wie in früheren Jahren entsandten Ferienkolonie in reichem Masse zu teil geworden sind, den Beweis erbracht, dass die Zahl unserer Gegner kleiner geworden ist, und unsere Einrichtungen mehr und mehr allgemeines Verständnis finden. Als ein weiterer von'uns freudig begrüsster Fortschritt ist zu verzeichnen, dass es uns gelungen ist, auch solche Brüder, welche nicht den Rednerberuf erlernt haben, aber dem akademischen Stande angehören, zu veranlassen, ab und zu in unserer Mitte Vorträge und Referate zu erstatten. Die Zahl der Vorträge und Referate war eine ausserordentlich hohe. Die meisten wurden von unseren eigenen Brüdern abgehalten und von auswärtigen- Brüdern waren nur' die Brüder Dr. Simchowitz und Dr. Feilchenfeld als Redner bei uns. Eine Reihe von Sitzungen wurde aufgefüllt durch die eingehende Beratung über die Gründung eines Jubiläumsfonds. Der zur Beratung stehende Antrag ging dahin, durch Erhebung eines allgemeinen und regelmässigen Beitrags von jährlich zehn Mark pro Kopf einen Fond zu gründen, aus welchem ohne Schuld in Not geratenen Brüdern unverzinsliche Darlehne gewährt werden sollen.. Wir. glaubten unseren Gemeinsinn bei der Mitwirkung von Institutionen Tür die Allgemeinheit stets bewiesen zu haben, so dass uns die Schaffung einer Einrichtung, die uns selbst zugute kommen sollte, nicht verübelt werden könne. Der Antrag ist'jedoch nach vielen und eingehenden Beratungen gescheitert, und zwar hauptsächlich daran, dass die Minderheit, die ihn zu Fall brachte, der Ansieht war, grosse Hilfe könne mit dieser Einrichtung doch nicht geleistet werden, und andererseits könne die Schaffung derselben in manchem Aussenstehenden eine falsche Auffassung von den Logenbestrebnngen erwecken und ihn vom Eintritt abhalten. Sehr bewährt hat sich unsere im vergangenen Jahre begründete Wander bibliothek, wie auch unsere innere Logenbibliothek nach gründlicher Ordnung und Revision jetzt wieder einen glücklichen Aufschwung zu nehmen im Begriffe ist.. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass das jetzt zu einer allgemeinen Institution gewordene' Schwesternheim unter der treftlichen Leitung unseres Br. Dr. Feldmann sich vorzüglich entwickelt, und die Leistung unserer fünf Schwestern bei allen Konfessionen und besonders bei sachkundigen Aerzten in hohem Masse Würdigung und Anerkennung findet. - Zum Schlüsse sei noch bemerkt, dass an Stelle des in diesem Jahre nicht abgehaltenen Stiftungsfestes am letzten Tage des abgelaufenen Jahres unsere Jugend durch Inszenierung eines glänzend verlaufenen Subskriptionsballes zur Betätigung der Geselligkeit einen wesentlichen Beitrag geleistet hat. . Dr. Gunzenhauser, Expr.