Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 9 - November
- Date
- 1903-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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nicht weiter von uns zu behandeln sei.c Er sehe deshalb voreist auch davon ab. daxs umfassende Referat des Hr. Beer das dieser zur vorliegenden Frage erstattet bat. und \wnffir er den Dank abstattet, hier zur Verlesung zu bringen. Br. Tiniendorfer bittet, zuniielist von jeder materiellen Erörterung der Frage abzusehen, und sieh zunächst zu seinem Vorschlage, die Angelegenheit nicht weiter zu behandeln, zu äussern. Er wolle noch bemerken, flass die Logen hauptsächlich dagegen protestirt haben, weil im Basler Protokoll eine Beleidigung der Logen enthalten sei. ihm sei indessen in offizieller Weise mitgetheilt worden, dass dieser, beleidigende Ausdruck irrthümlicli im Protokoll Aufnahme gefunden, die Brüder Zionisten hätten sich bei ihm. dem Orosspräsidenten, entschuldigt Zu diesem l'unkt entspinnt sich eine lange Debatte, hnupt sächlich darüber, ob dem Vorschlage des Br. Timendorfer ent sprochen werden solle, oder ob es nw/ht dringend erforderlich sei. unsere Stellung zum Zionismus präcisc zu begrenzen. Schliesslich wird folgender Antrag des Br. Dr. Maretzki angenommen : . <.In Erwägung, dass in der Zionistenfrage lür den Orden bereits bestimmte Beschlüsse bestellen, und die den einzelnen Logen beleidigenden Ausdrücke nach der dem Orosspräsidenten gegebenen Erklärung auf einem bedauerlichen Missverstündniss beruhen, geht das Gencralf'omitc zur Tagesordnung über." Folgender Antrag des Br. Joachim von Br. Ilcimerdingcr aufgenommen, wird dem gcschäftsführciidcii Ausschuss zur Vorbereitung für die nächste Sitzung des Oeneral-4 omites iibei wiesen: ..Ks ist zu verhindern, dass nach aussen bin tür die Zweke des Zionismus die Autorität und die Kräfte des Ordens and der Kogen eingesetzt werden: etwaige Verstösse sind von der Grossloge nachdrücklichst zu verfolgen." Von Br. Dr. Zivier. resp. der Kessing-Koge ist folgender Antrag gestellt worden: ■ i- „Die Orossloge wolle begcbliessen, bei dein I). I. G. B. die Errichtung! eines allgemeinen Archiven der Juden Deutschlands anzuregen, und für die Durchführung dieses Planes sich zu interessiren." Hierzu referiert Br. Dr. Oross. unter Hinweis auf den diesbeziiglicheiiAilikcl des Br. Dr. Zivier. der im Monatsbericht vom März er. abgedruckt ist. und ersucht um Annahme des Antrages, sowie um Förderung desselben'beim D. I. (i..B. durch die Mitglieder des Ausschusses dieses Vereins, die Brüder Timendorfer und Dr. Lew in. Dieser Antrag wird angenommen, und versprechen die genannten Brüder, im Gcmeindebiind für die Förderung d«s Planes eintreten zu wollen. Die nächste Sitzung der GrOfHOge wird für den 7. Februar HM»4 festgesetzt, und dem Ausschuss überlassen, die nächste Sitzung des Genoral-Coinitcs nnzuhcramneii. Die Angelegenheit der Errichtung eines Denkmals tür Professor Lazantl wird au den Ausschuss behufs weiterer Vorbereitung zurückgewiesen. Kin Antrag auf Bewilligung einer Beihilfe zur Ausstattung der Tochter eines verstorbenen Bruders wird abgelehnt. Der Präsident berichtet über die Hilfsaktion zu Gunsten der Glaubensgenossen i« Hörndl, und verweist diesbezüglich auf das betreffende Protokoll* des -gesehäftsführenden Ausschusses, das in den Monatsberichten abgedruckt i-r. Nach l'/tSttlndiger Mittagspause werden die für die* nächste Grosslogensitzung bisher eingegangenen Anträge zur Kenntniss der Versammlung gebracht. 1. Die Abhaltung einer alljährlichen Trauerfeier für die verstorbenen Mitglieder. ■2. Die Wahl und Zusammensetzung des Gcncral-< 'omites. ■* Diese beiden Antrüge:> werden vom .Xicneral-Comite nicht' zu den sebigefl gemacht. :i. Die Märkische Loge stellt folgenden Antrag: ..Die hoebw. Grossloge wolle gelegentlich der bevorstehenden Neurep'iung der Wahlen zum General- I oinite auch eine Abgrenzung der Bezirke vornehmen, und es jedem Mitglied«- des Gcneral-Comites zur l'tlicbt machen, von da ab mit den Logei) seines Bezirke« genaue Fühlung zu unterlialten. und sieb insbesondere durch persönliche Besuche, jrptn Stande der Arbeiten und der Dinge zu unterrichten." Diesen Antrag erhi l>t ''as General-CVunitc zu dem Reinigen. 4. Die Humboldt-Loge in ■Neisse.regt die Bildung eines Verbandes sämmtlicher jüdischer FriHienverOiman. Br. Berget, der das Referat übernommen hatte, ersneht. die Berathung hierüber auszusetzen, ersei in einigen Tagen in Nefese anwesend, und wolle zunächst mit .'den dortigen Brüdern über den vorliegenden Antrag in Berathung« treten. ö. Die Zion-Loge wünscht die -'Schaffung einer Jngendlitteratur für jüdische Kinder." Hierüber erstattetj'.r. Jleinenaann folgendes Referat: . ' „Ks entspricht der Erfahrung.,«las's. Gefühle, welche fest in der Brust des Menschen wurzeln sollen, so fest. das-, die bringt, schadlos darüber die Seele th's Menschen Stürme die das Leben «nviTineidlich hinbrausen, nicht frühzeitig .genug in gesenkt werden können. Insbesondere gilt dies von 'den Gctühh-h der_Staniineszugehörigkeit. von der Liebe zu «hin Volke, dem man durch Abstammung angehört, von <lei' Kenntniss seiner < 'eschiehte. der verstünduiss\ollen Beachtung meiner-Gebräuche, der Anhänglichkeit an die Keligioii (1er Väter und der Begeisterung für die Heroen des Geistes.• der Thnt und des Glaubens. l ud ganz besonders trifft dies-.1'iic uns Inden ZU»;, die wir in IHOOjühriger Leidensgeschichte unseres Volke»' leider historisch gewordene. Anfeindungen um unserer Zugehörigkeit zum Judentums willen zu erdulden babcir. Als ein ganz bervorragendi-s. Mittel zur Erreichung dieses gekennzeichneten Zweckes zeigt sich die Jugendlitteratur. Ist sie doch bestimmt, die Märcliviilitteratur des Kindes abzulösen, und wie kein anderes Mitte)- geeignet, in deiri noch unentweihten Gemüth in Form angenehmer Unterhaltung religiöse [nteireasen zu wecken, 7,u {pflegen und in den noch jungfräulichen Boden die Liebe zlir. Religion, zum, Volke, seiner Geschichte und Littcratur zu pflanzen-linil feste Wurzel schlagen zu lassen. ,'. , Fine Jugendlitteratur -exisfrrt nun allerdings in den Bibliotheken, Schulen, in den -Leihbibliotheken ot<\«eWnd sie ist auch den jüdischen Kindern zugänglich, sie wird erfahrungs-