Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1900
- Issue
- Nr. 3 - Februar
- Date
- 1900-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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„Blutlügen". Der fesselnde, spannende, formvollendete Vortrag fand begeisterte Aufnahme. . Am 22. Januar d. J. hielt Br. Dr. L abliste in in der Loge einen Vortrag über: „Die Entwicklung und Geschichte der südafrikanischen Republik Transvaal." Den heutigen südafrikanischen Krieg stellte er dar als naturnothwendige Folge, einerseits des Bestrebens der Buren sich der englischen Machtsphäre zu entziehen und ihre nationalen und socialen Vorrechte si,ch in ihrem durch' Opfer von Gut und Blut geschaffenen Staate zu erhalten, andererseits als Folge der Anstrengung englischer Politik, in ihrem südafrikanischen Interessenkreise, -keinen anderen selbstständigen Staat aufkommen zu lassen und bedingt, durch den Wunsch die reichen Bodenschätze Transvaals durch englisches Kapital zum Vortheil vorzugsweise von Engländern auszubeuten. Am 4. Februar d. J. veranstaltete unsere geistige.CoDemission einen Künstlerabend. Herr Hofschauspieler Schreiner rezitirte Tennysons Epos: „Enoch Arden" mit musikalischer Begleitung. Der Zudrang zu dem genussreichen Vortrag war ein ausserordentlicher, so dass Platzmangel /herrschte. Den Hinweis der hoch würdigen Grossloge, aus dem neuen bürgerlichen Gesetzbuche Stoff für Referate und Vorträge zu schöpfen, haben wir nicht ausser Acht gelassen. Am 5. Februar d. J. sprach Br. Dr. Rosen heim über die wesentlichen Unterschiede zwischen dem alten und neuen Handelsgesetzbuche. Hoffentlich sind" diese Vorträge und Referate nur die Vorläufer weiterer Leistungen, l'eber unsere sonstigen Bestrebungen haben wir vor Kurzem berichtet. Hoffentlich können wir bald weitere erfreuliche Mittheilungen machen. Jedenfalls haben wir den guten Willen etwas zu leisten und geben wir uns Mühe, mit unsern Schwesterlogen zu wetteifern, zu unsererFreude,zuAllerNutzen. Friedrichs-Loge in Heidelberg. Einen herrlichen Abschluss fand unsere Tagung 1808/09 durcli die wahrhaft brüderliche) Idee des Br. Sigmund Hirsch, der alle BBr. in seine Villa nach Weinheim einlud, der etwa 20 Folge leisten konnten. Nach einem Rundgang in" dem reizend an der Bergstrasse gelegenen Städtchen und nach Besuch der von selten schönen Parkanlagen umgebenen Burgruine, vereinigte Br. Hirsch seine Gäste zu einem Brudermahl, das der Küche, und dem Keller des gastfreundlichen Hauses alle Eine machte. Vivat sequens. In der durch die Feiertage etwas hinausgeschobenen Eröffnungssitzung nach den Ferien, hielt unser prot. Secretär Br. Sigm. Loewenthal zur Geburtstagsfeier unseres Laudesherrn, dessen Name unsere Loge trägt, die Festrede. Unser Augenmerk war, wie auch früher, hauptsächlichauf die geistige Entwickelung und Hebung unserer Loge gerichtet, worin uns unsere Commission für geistige Interessen wirksam unterstützte. Vor offener Loge sprach Robert Dr. Ackermann (Brandenburg) in fesselndem Vortrag über „Wesen und Entwickelung der hebräischen Poesie", in welcher er deutsche Uebersetzungen einiger MeistgjjEßpW einflocht. Auch die Arbeitssitzungen erfreuten sich reger Betheiligung und führte zu interessanten und lebhaften Debatten, die' sich an die Referate anschlössen, die fast in jeder Sitzung gehalten wurden. Hervorzuheben ist hier die Beantwortung der Frage „Wejches ist die grösste That des abgelaufenen Jahrhunderts", die Debatte über die Krankenschwesternfrage und über die Frage, wie die Schwestern zur Unterstützung der Logenthätigkeit herangezogen werden können. Grössere Vorträge in der Loge hielten Br. Rosenbusch über „Goethe's Jugend- und Studienzeit"; Br. Dr. Hausmann über „Alkohol und seine Wirkungen"; Br. Nathan Mark über "„Galizische Zustände"; Br. Dr. Elsasser über.' .jüdische Aerzte im Mittelalter". Br. Dr. -Kaufmann erfreute die Loge mit mehreren grösseren Referaten über das neue bürgerliche Gesetzbuch, über die Anfänge der badischen Verfassung; ferner über die Bedeutung-des Olian'ukafestes und über die Wirtschaftspolitik im Reiche Juda; er sprach über Heine anlässlich dessen 100. Geburtstages und referiite über die Erziehungsanstalt Ahlem, das I^hrlh^*heinün Pankow etc. etc. Uni die Ausgestaltung '-unserer Logenabende machten sich noch eiue Reihe von Brüder'nHunh Erstattung interessanter Reiseberichte und Erstattung;vctfi Referaten über die Grosslogeuberichte verdient. " ' Unsere geselligen Veranstaltungenerfreuten sich guten Besuchs und haben dank vortrefflicher Arrangements unseres Geselligkeitsausschusses ihren Zweck erfüllt: den Geist der Zusammengehörigkeit, und-wahre Brüderlichkeit zu heben. Besonders . ist' auf den ^geradezu glänzenden Verlauf unseres Chanuk afestes hinzuweisen uad^ wiederum ist es unser w. Mentor Br. Dr. Kaufmann, dem wir die Ausführung und das Gelingen dieses Festes ,zu danken haben. Violin- und Klaviervorträge uuserer ,. Kleinen wechselten mit deklamatorischen VArträ^n -einstsn^und heiteren Inhalts. Rauschenden Beifall fand die von Bf.. Dr. Kaufmann mit 20 Kindern zur Aufführung gebrachte „Heitere Schlittenparthie" von Schaiwenka. wobei die kleinen Musikanten ihr Allertestes gabeu. Eiu von den Schwestern -au' Br: Dr. Kaufmann überreichter Lorbeerkranz lohnte dessen .aufopfernde Mühe. Unser Stiftungsfest, das wir diesmal ohne Damen feierten, nahm einen würdigen Verlauf, v. . ' Die Festloge, in welche 2 neue BBr!.eingeführt wurden, uud in deren Mittelpunkt diei Festrede unseres w. Präsidenten Br. Feid. Lieb hold >taüd, und das darauf folgende Brudermahl erhielten ihre rechte Weihe durch die Anwesenheit zahlreicher Delegirter auswärtiger Logen, für deren Besuch wir hier .unseren. Dank aussprechen*- Schliesslich wollen wir noch erwähnen, dass seit kurzer Zeit die eine neue Förderung des Logenlebens versprechende Einrichtung besteht, dass die BBr. mit ihren Familien sich jeweils Sonntags Abends im Logenlokal zwanglos zusammen jsu finden pflegen. Julius Bien-Loge.. In der. dieutigeu Zeit, in welcher sich die Staatsthätigkeit" in. gesteigertem Maasse vornehmlich dem Schutze, der Schwachen und Bedürftigen zuwendet, darf es hiebt Wundernehmen, dass auch auf dem Gebiete der Privatwohlthätigkeit die Leitungen immer grössere und intensivere -werden. Welche Wolilfahrtseinrichtung entspräche dieser .ZertströmUng wohl mehr als die Logen und kam' die Bethätiguiig derselbeu bei.der l'nterstützungsgelegenheit für die Boryslawer Bergarbeiter deutlicli zum Ausdruck. Das Rundschreiben der hochw. Gross-Loge genügte, um alle Tochterlogeu zur Vollbriugung eines edlen Werkes anzuregen und wär -unsere .Loge ganz besonders eifrig bemüht, auch Aussenstehenrte. für dieses Rettungswerk zu begeistern. Möge, sich die Zuktraft jener armen Glaubensbrüder günstiger gestalten] . \- . | Die verschiedenen Ausschüsse "unserer Loge entfalteten, jeder in seiner Art, indieser .Saison eine rege Thätigkeit. Der Ausschuss für geistige Interessen, hat vier Vortragsabende vorgesehen. > Die Brüder-*unserer Loge, Dr. Cohn und