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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-12-01 · Nr. 9 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 9 - Dezember
Date
1899-12-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Verwalter dieser Stelle mit einer gewissen Genugtuung zu erfüllen; wenn ferner die bei jenen Anforderungen aufgewendete Mühe in einem befriedigenden Verhältniss zu den erzielten Erfolgen steht, so wird jenes Amt dem Träger desselben erst doppelt wert h und lieb. So wenigstens, meine w. Brüder, ergeht es mir, nachdem ich die mir übertragene Aufgabe, der Versorgung der Ferienkolonisten zu Ende geführt habe. Ich werde mir im Folgenden gestatten, Ihnen einen kurzen Teberblick über die Leistungen auf diesem Gebiete in der verflossenen Saison zu geben und theile der besseren l'ebersicht wegen die Ferienkolonisten in 4 Abteilungen ein: I. Die nach Bad Colberg entsandten Kindel', II. Die Berliner Feri*nkolouisten, v III. Die nach Bad Inowrazlaw entsaudteu Kinder, IV. Unsere Stadtkolonisten. Durch das liebenswürdige Entgegenkommen des jüdischen Kurhospitals in Colberg sind unserer Loge zwei Freistellen eingeräumt und habe ich mich, von unserem Bruder-Placzek darauf aufmerksam gemacht, rechtzeitig an die Verwaltung gewandt, welche uns für die Monate Juni—August je eine Freistelle bereitwilligst zur Verfügung stellte. Ich habe für die Colberger Kur, für welche Bewerber in reichlicher Anzahl vorhanden waren, zwei Kinder ausgesucht, welche von den Aerzten einer durchgreifenden Soolbadecur, wie sie Colberg eben bietet, als besonders bedürftig bezeichnet worden sind. Ein schwächliches, in der körperlichen Entwicklung zurückgebliebenes 14Vj Jahrealtes Mädchen, und ein ebenfalls sehr schwächliches Kind, haben jede vier Wochen lang die Wohlthat des Cplberger Badeaufenthalts genossen und sich beide daselbst gut erholt. Es sei mir im Anschluss daran gestattet, Ihnen, w. BBr., einen Vorschlag zu unterbreiten, der nach meiner Meinung sehr erwägenswerth ist. Das jüd. Kurhospital in Colberg, au welches wir für die uns gewährten Freistellen einen jährlichen Beitrag zahlen, würde, wie mir ein hiesiger Br. mittheilte, in der Lage sein, uns mehrere Freistellen einzuräumen, wenu wir den jetzigen ziemlich karg bemessenen Beitrag zu erhöhen uus entschliessen Avürden. Ich schlage daher unserer würdigen Loge vor, sich im Prinzip für eine Erhöhung des Beitrages auszusprechen und erkläre ich mich dann gern bereit, im Auftrage der Loge mit der Verwaltung des jüd. Kurhospitals in diesbezügliche Unterhandlungen zu treten. Mit Rücksicht auf die Thatsache, dass wir nur einer sehr' kleinen Zahl von schwächlichen, skrophulösen Kindern die Wohlthaten einer so vortrefflichen Kur angedeihen lassen können, darf ich wohl holten, dass sie dem Antrage, den ich in einer der nächsten Sitzungen stellen werde, wohlwollend gegenüberstehen weiden. , Was die Berliner Ferienkolonisten anbelangt, so ist an unsere Loge von Br. Mayer aus Berlin das Ersuchen gestellt worden, die Kinder auf der Durchreise in Posen am Bahnhof zu empfangen, ein wenig zu bewirtheu und für die Weiterbeförderung mit den verschiedenen Zügen Sorge zu tragen. Am 10. Juli passirten 28 Kinder auf der Hinreise den hiesigen Bahnhof und sind dieselben auch programmmässig am 7. August auf der Rückreise nach Berliu wieder hier durchgefahren. In erster Linie liat sich die Gattin unseres Bruders Licht, wie stets, um die Bewirthung unserer Schützlinge bemüht und will ich an dieser Stelle der verehrten Schwester nochmals den Dank der Loge abstatten. ^Für die Kur in Inowrazlaw hat .sich ebenfalls eine stattliche Anzahl von Kindern gemeldet. Ich hal» ebenso, wie dies im vorigen Jahre geschehen ist, 1> Kinder '—. 7 Mädchen und 2 Knaben — im Alter voa 10—14 Jahren für diesen Soninieraufenthalt herausgesucht: alle sind durch ärztliches Attest als dringend kurbedürftig bezeichnet worden;' Mit,den in Inowrazlaw erreichten Resultaten dürfen wir/ im Allgemeinen zufrieden sein; von i> Kindern haben zugenommen: 1 Kind % Pfund, 2 Kinder l1/, Pfund, :i Kinder 2-Pfund, T,Kind 21/., Pfund, 1 Kind 3 Pfund, 1 Kind 4,J/j P/und; auch» sonst haben sich die Kinder gekräftigt, was durch das bessere Aussehen dokuineutht wurde.. Ueber eine Pension (ich bemerke, dass je 2 — 3 Kinder zusammen . in einer Pension waren) wurden Klagen wegen zu mangelhafter Beköstigung geführt und muss in Zukunft dafür gesorgt weiden,.- dass der Grund für derlei Klagen wegfällt. Unsere bewährte Mitarbeiterin Frau Milka Peiser hat für die1 Ausrusümg der Kinder bestens gesorgt und spreche" ich der werthen Schwester vielen Dank dafür aus. Herzlichen Dank muss ich auch an dieser Stelle den Inowrazlawer Brüdern, vor Allem den Brüdern Fränkel und L'öweusohu. abstatten, welche in bekannter Hilfsbereitschaft für die Unterbringung.-und Beaufsichtigung der Kinder Sorge getrageu haben. . - Ich komme nun zu unsereü. Stadlkolonisten. Unter der trefflichen und umsichtigen Leitung des Fräulein Jacobi sind 23 Kinder 4mal wöchentlich ins Freie (an einen nahegelegenen Ausflugsort) gefühlt und verpflegt worden. Ich habe in diesem Jahre abweichend von der bisherigen Praxis eine Einrichtung getroffen, die .sich, wie ich glaube, gut bewährt hat. Ich habe nämlich "die Kinder, um sie nicht gerade in der Mittagszeit der sengenden Söjmengluth auszusetzen, und" dann, um ihnen den langen Weg bis Wilhelmshöhe einigermaassen zu erleichtern, hinaus mit der elektrischen Bahn fahren lassen. Des Abends um 7 Uhr wurde' dann der Rückmarsch angetreten. Ersterer Einrichtung sowohl, als auch der sehr guten Veipflegung — (die Kinder bekämen^ 2 grosse Gläser gute Milch Hnd reichlich belegte Sfullen) — ist es wohl zu verdanken, dass sich unsere Sdiützlhige so gut erholten, Von 23 Kindern nämlich haben zugenommen: ö Kinder 2 Pfund, 9 Kinder 3 Pfund, 4 Kinder 4 Pfund, 2 Kinder. 5 Pfund; eiuige haben bis 5 Pfund zugenommen Die Ausgaben betragen im Ganzen-i>S8,i»0 Mark. Am Ende meines Berichtes drängt es-mich, noch Ihnen, meine lieben Brüder, im Xamen fler armen Kinder für die erwiesenen Wohlthaten herzlichst zu danken: Henry Jones-Loge in Hamburg. Durch die im September stattgefundeneu Feiertage hatten sich unsere Ferien um einen Monat länger ausgedehnt, als. wie 'in früheren Jahren. Ein Stillstand in unserer'Hhätigkeit war jedoch auch in diesem Jahre während der-'Ferien nicht zu verzeichnen, denn viele unserer eifrigsten"'Bruder;.- an ihrer Spitze unser würdiger Expräs. Br. Gustav' Tuch, hatten nicht Gelegenheit gefunden, auszuspannen und die heissen Sommermonate fern von der drückenden -.'Atmosphäre der Grossstadt zu verbringen. , So-entfalteten also die Verschiedenen Comites eine lebhafte Thatigkeit. Das. UntersUitzungs-Coniite hatte eine Reihe von Gesuchen Auszustehender zu erledigen; es gelang ihm, den Bittstellern ausgiebige Hilfe zu gewähren

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