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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-10-01 · Nr. 8 - October · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 8 - October
Date
1899-10-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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keine Antwort erfolgt, darf angenommen werden, dass seitens der Schwesterlogen nichts Xachtheiliges über den oder die betr. Kandidaten bekannt ist. Am Stiftung-feste, 19. Febr., mit dem die Einführung des Br. Rabb. Dr. Freund- Ostrowo verbunden wurde, hielt Br. Dr. Königsberg er die Festrede über die Aufgaben des Ordens in so warmen, tief überzeugenden Worten, dass die Br. mit gespanntester Aufmerksamkeit dem herrlichen Vortrage folgten. In der Logensitzun_' am 28. Mai hielt £r. Rechtsanwalt Goldschmi.dt ein ausführliches Referat über das Thema: „Ist unserer Loge die Erlangung der Rechtsfähigkeit zu empfehlen?" Redner erörterte die Vortheile und Xachtheile, die der Loge durch die Eintragung in das Vereinsregister entstehen würden und meint, dass wir uns in der jetzigen Rechtelage, in der wir uns als ..nicht rechtsfähiger Verein" befinden, ganz wohl fühlen. Er spricht die Ansicht aus, dass die Xachtheile. welche die Eintragung im Gefolge* haben könnte, leicht die Vortheile überwiegen könnte und läth der Loge, die Eintragung ins Vereinsregister nur dann nachzusuchen, wenn sie Grundeigenthum erwerben wolle. Die am 4. Juni in Jarotschin abgehaltene Arbeitsloge war ziemlich gut besucht. Bei dem eingehenden Referat, welches unser Delegirter zur Grosslogensitzung in Wiesbaden. Br. Präs. We i s s, erstattet, legt der als Gast anwesende Br. Rabb. Bloch- Jarotschin in beredten warmen Worten bei dem Berichte über die seitens der w. Grossloge dem D. J. G. B. zur Unterstützung kleinerer Gemeinde in Angelegenheit der Förderung des Religionsunterrichts zu gewährende Subvention deu BBr. ans Herz, die religiöse Erziehung unseier Jugend als'eine der würdigsten Aufgaben des Ordens anzusehen und Anregungen in dieser Hinsicht zu unterstützen. Auf die Mittheilung, dafs die w. Grosäloge den österreichischen Brüdern 10000 Mark zur Hebung der Xoth unter den galizischen Juden bewilligt habe, äussert sich Br. Rabb. Bl#ch, der vor einigen Jahren bei der Emigration russischer Juden im Centralcomite thätig war, dahin, dass diese Art der Unterstützung vollständig zwecklos sei und meint, die Xoth der dortigen Glaubensgenossen könnte nur dann nachhaltig gelindert werden, wenn dortige junge Leute bei uns zu tichtigen Arbeitein ausgebildet würden und der kolossale Andrang der bilduugsfeindlichen chassidischen Rabbinen gebrochen wurde. Bei dem sich an die arbeitsreiche Sitzung anschliessenden gemeinsamen Brudermahl hielt Br. Dr. Freund einen mit vielem Beifall aufgenommenen Voitrag über das Thema „Der ewige Jude'. Derselbe hielt auch am 18. Juni einenhöchst interessanten Voitrag über ilen am 12. Juni verstorbenen Seminarrector und Rabbiner Dr. Israel Hildesheimer, den geistigen Führer der deutschen Orthodoxie, und giebt eine Schilderung von dessen Lebenslauf, seine Energie und Glaubenstreue, die sich bis ins höchste Älter bewährt habe, hervorhebend Die Nassau-Loge in Wiesbaden, die über ihre Bestrebungen, Aussichten und Erfolge demnächst ausführlich berichten wird, hat ihre regelmässigen Sitzungen am 2. < >ktober wieder autgenommen. Diese Notiz dürfte besonders diejenigen Brüder des Ordens interessiren, die zur Kur in Wiesbaden weilen. Bei dem bekannten liebenswürdigen Entgegenkommen aller Mitglieder der Xassau-Loge besuchenden Brüdern gegenüber, sollte es keiner vermeiden, die an jedem Montag Friedrichstrasse 27 stattfindenden Sitzungen dieser Loge zu besuchen; nächst dem Genuss, den sich hierdurch die fiemden Brüder .selbst bereiten, erfreueu sie auch die Nassau-Loge in hohem Grade. SÄ, | ., * " -f . Julius Bien-Loge. Die Ferienzeit zur geistigen und körperlichen Erholung ist vorüber und hat diese Ruhepause die Kraft der Brüder zu erneutem Wirken gestählt. Die während der Ferien geplanten gesellschaftlichen Zusammenkünfte der Brüder und Schwesterfi konnten in Folge mannigfacher Hindernisse nicht stattfinden und hatte in dieser Zeit nur der Beamtenrath einige Sitzungen, um dringende Vorlagen zu erledigen. Aber gleich die ersten Sitzungen nach den Ferien gaben Gelegenheit zur Arbeit und unsere frischen Kräfte in den Dienst der Wohlthätigkeit zu stellen. Die Beschlüsse des Wohlthätigkeits-Ausschusses, welche die Erhaltung der Existenz einiger Familien des Umkreises galten, haben die Billigung des Plenums der Loge gefunden. Zwei neue Institutionen, welche um die Unterstützung und das Wohlwollen unserer Loge nachgesucht, haben unser Interesse ganz besonders erregt. J Es sind dies: 1. Das israelitische Lehrlingsheim; 2. Der Verein für jüd. Krankenpflegerinnen, beide in Köln. W ir stehen dem Lehrlingsheimbesonders sympathisch gegenüber, Weil dieses segensreiche Unternehmen unsern Bestrebungen, die jüdischen Knaben vom Lande dem Viehhandel zu entfremden und dem Handwerk zuzuführen, begegnet. Rab. Br. Dr. C o h n wird es sich für Sie nächste Zeit zur Aufgabe machen, die Landgemeinden seines Bezirkes von der Existenz, den Einrichtungen und dem segenspendenden Wirken des Lehrlingsheims zu Köln zu unterrichten.. Das Heim für jüdische Kraukenpflegerinnen zu Köln, dem wir in gleicher Weise begegnen, hilft einem hierorts schon längst gefühlten Bedürfniss ab. Schon seit Jahreu war der Vorstaud des; grössten Wohlthätigkeitsvereins äm hiesigen Platze bemüht, (an der Spitze vdes Vereins stehen Brüder unserer Loge) im Erkraukungsfalle bedürftigen Mitglieder Schwestern zur Pflege heranzuziehen, aber wiederholt eingeleitete Verhandlungen mit dem Verein „Rothes Kreuz'' und andern ähnliehen Wohlf'ahrtsinstituteu sind resultatlos verlaufen. In dem neuen Schwesternheim zu Köln erblicken wir diejenige 'Stelle, von welcher uns im Bedarfsfalle Hilfe gewählt werden kann. Wir haben bei beiden Institutionen die Erlangung der Mitgliedschaft nachgesucht und uns mit einem Jahresbeitrag betheiligt. Ausserdem wurde dem Aufruf der hochw. Grossloge entsprechend für die schwerbedrängten jüd. Bergarbeiter in Boryslaw eine Unterstützung bewilligt und die Gemeinde- Aeltesten veranlasst, eine Sammlung zu gleichem Zwecke innerhalb der Gemeinde vorzunehmen. I Die Weiterberathung unseres Statuten - Entwurfes wird uns in den nächsten Sitzungen beschäftigen und wir hoffen zuversichtlich, dass wir mit Beginn des neuen Jahrhunderts am Ziele sein und unsere Statuten in Kraft treten werden. Buchdruckerei Max Cohn (Inh. A. M. Brodacz), Berlin NO., Kaiserstrasse 41.

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