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Bericht der Großloge für Deutschland · 1896-10-01 · Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1896
Issue
Oktober
Date
1896-10-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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-- 65 — die Frankfurt-Loge dem Br. Bien ihre Glückwünsche brieflich abgestattet. Die Logenfeier nahm einen erhebenden Verlauf, denn Br. Dr. Heinemann hielt die Festrede, und wer diesen würdigen' Bruder und seine rednerische Begabung kennt, der' wird sich nicht wundern, - wenn es im Bericht der Frankfurt-Loge heisst: .In dichgedrängten Reihen lauschten die Brüder den herrlichen Worten, in welchen Redner ein Bild des Gefeierten entwarf." Wir bedauern es recht sehr', von der Wiedergabe des vorzüglichen Schreibens der Frankfurt-Loge an Br. Bien und des Referats über die Festrede des Br. Dr. Heine mann aus Raummangel tür heute absehen zu müssen, wollen aber gern hierauf in einem Unserer folgenden Berichte zurückkommen. Victorla-Loge—Görlitz feierte das Jubiläum des Br Bien durch eine Festloge, zu welcher auch die Damen der Brüder zugelassen wurden Eröffnet und geschlossen wurde der Festakt durch die feierlichen Klänge des Harmoniums und Chorgesängen, die Festrede hielt Br. Dr. Freund, der die Loge als ein Heiligthum bezeichnete, das die Mitte hält zwischen den Heiliglhümern der Häuslichkeit und des Gotteshauses. Redner schildert alsdann das Leben und Wirken des Jubilars, besonders seine Thätigkeit im Interesse des Ordensund erntetden lebhaftesten Beifall der Festversammlung. Unitas-Loge - Strassburg i. E hat gleichfalls eine Festloge abgehalten, in welcher der Präs. Br. Länge eine schwungvolle und begeisternde Festrede hielt, die mit grossem Beifall aufgenommen wurde, Nach Schluss des offiziellen Theiles blieben die Brüder in geselligem Verkehr beisammen. Anhalt-Loge— Dessau ist in ihre Winterthätigkeit durch die zu Ehren des Br. Bien abgehaltene Festloge eingetreten, Br. Dr. Freudenthal hielt die Festrede, in welcher er die Verdienste des Jubilars schilderte, insbesondere das gewaltige Arbeitgebiet dieses vom echten Menschenthum erfüllten Mannes, und schloss mit dem Wunsche, dass der Geist eines solchen Ordensbruders vorbildlich auch im Kreise der| Anhalt-Loge wirken möge Nassau-Loge—Wiesbaden beging die Bienfeier gemeinsam mit qer Weihe ihres neuen Logenlokals, Vice-Präs. Br. Dr. Lahnstein hielt die Festrede, nach welcher einstimmig der Beschluss gefasst wurde, de.m Unterstützungs- Fonds einen namhaften Betrag^ zuzuführen und diesen Fonds zu Ehren des Br. Bien fortab „Julius Bien-Fonds-' zu benennen. Ferner ist aus Anlass der Jubelfeier der Israelitischen Kuranstalt in Bad Soden a T. ein grösserer. Beitrag bewilligt worden. Nun lassen wir noch die Antwort des Br. Bien auf unser Glückwunschschreiben folgen, die gewiss geeignet ist, uns mit grosser Genugthuung zu erfüllen. Br. Bien schreibtunter dem 8. dieses Monats: „Hochgeschätzte Herren und geliebte Brüder! Wenn die untergehende Sonne die Schatten verlängert und an das heranbrechende Dunkel mahnt, fühlen wir uns hingezogen, über des vergehenden Tages Walten und Wirken Umschau und Einschau zu halten. Das gilt für den Lebenstag, es gilt auch für das Lebensjahr, für die ganze Lebenszeit. Angelangt an dem Zeitpunkt, der als die Abenddämmerung des Lebens zu bezeichnen ist, drängte sich mir die Frage auf, wie weit ich die mir von Gott verliehenen Gaben benützt, für mich und die Meinigen nicht allein, sondern auch für das Wohl meiner Glaubensgenossen und, meiner Mitmenschen überhaupt, in wie weit ich dazu beigetragen, ihr Loos zu bessern, ihrem Streben einejiöhere Richtung zu geben und ob ich irgendwie, im Stande war,. die hehre Mission des Judenthums zu fördern. Inmitten solcher Betrachtungen, welche die Vollendung meines siebzigsten Lebensjahres'mit sfeh brachte, werdeich fast beschämt durch die Beweise von Liebe und Anerkennung, von allzu grosser Würdigung dessen, was ich zu leisten an-, gestrebt, dass ich kaum zu begreifen im Stande bin, welches Verdienst mir solche Ehrung' und Achtungsbezeugung gewonnen hat. | v.-. Und untef diesen Ausdrücken und Glückwünschen, die mir zu Theil wurden, haben mich keine tiefer gerührt, sind mir keine näher ans Herz gegangen, als die in solch' herrlichen, warmejn. wahre Bruderliebe athmenden Worten, womit Sie mich an meinem Geburtstage geehrt und erfreut haben. Und nun noch das hochherzige Geschenk der silbernen Gedenktafel, welche meine Nächkommen als das kostbarste Erbstück bewahren werden Es ist nicht nur das njeisterhalt vollendete Kunstwerk, das .mich überraschte, sondern die tiefgefühlte und sinnreiche Syjnbolik, welche das ganze Streben und Leben des Ofdens versinnbildlicht und von dem Geiste kündet, welcher die G'ros'sloge in Deutschland beseelt. -Dass Sie meinen Namen "mit der höchsten Wohlthätig« keit, der Unterstützung der Wittwen und,Waisen, dauernd verknüpfen, zeichnet den Höhepunkt -Ihrer Grossherzigkeit und Ihres Edelmuthes. -Ich weiss in der That diesen Act im vollsten Maasse zu würdigen, aber es fehlen mir Worte, meinen Dankesgefühlen den wahren Ausdruck zu geben. Glauben Sie mir, wenn ich,".als Leiter des Ordens, auch Manches erreicht habe, so fühle ich mich von keinem Erfolge reichlicher belohnt, als. von der Verpflanzung desselben auf deutschen Boden. . . . ' Gessinnungsgenossen, welche-tief , in den Geist" uhsres Wollens eindringen, mit Eifer und Fähigkeit das grosse Werk aufnehmen, mit Herzen, die nicht n» für unsre Brüder, sondern für das älhimschli'essendly Menschenthum warm schlagen, haben meine Erwartungen mehr als befriedigt und mein Sehnen reichlich erfüllt , '* Ich schätze mich glücklich, dass es mir vergönnt war, einem solchen Krebse von Männern näher zu treten und Hand in Hand mit ihnen für unsre heilige Sache zu wirken. " Der Zukunft sehe ich hoffnungsvoll entgegen und werde trotz meines vorgerückten Alters nicht aufhören! an dem weiteren Ausbau1 unsres Temp'elsi mitzuarbeiten. Wenn Gott mir weiter Gesundheit und Kraft verleiht, habe ich die ernste Absicht,- im kommenden'Jahre meine europäischen «Brüder, aufzusuchen, .das Band, das uns aneinander knüpft, zu festigen und einen meiner sehnlichsten Herzenswünsche zu befriedigen. Nochmals innigen^ tiefen Dank für so viele Liebe und Ehre und mit der Versicherung meiner treuen Bruderliebe verbleibe ich Ihr ganz ergebenster ' , . Julius Bien."; ,1 ' . - Aus dem Bureau der Grossloge. Durch zwei weitere"Berichte über Zusammenkünfte und gesellige Arrangements an Badeplätzen während der Saison wird erneut bestätigt, dass der Artikel im Junibericht „Unsere Ferienzeit" auf recht fruchtbaren Boden gefallen ist.

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