K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Walter Graetzer: Zur Frage der gesellschaftlichen Stellung der Juden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 13)
- Language
- German
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Gesellschaftliche Stellung der Juden. 59 Verschiedenheit zwischen den deutschen Staatsbürgern nichtjüdischen Glaubens und ihm besteht Eine Differenz ist vorhanden zwischen zwei Faktoren, einer — variablen — Größe, eine Verschiedenheit aber zwischen inkommensurablen Größen, zwischen Dingen, die keinen gemeinsamen Grundwert mehr haben. — Es ist nicht wahr, daß der deutsche Jude etwas anderes ist, als etwas ganz anderes empfunden werden muß. Er ist ein Deutscher,^gut wie alle deutschen Nichtjuden, er will und kann ein Deutscher sein, so gut wie alle deutschen Nichtjuden. Warum ist der getaufte Jude sofort fähig, in alle Aemter einzurücken, die ihm sonst versagt werden: Post, Eisenbahn, Regierung, Verwaltung, Steuer, Offiziers- und Unteroffiziers-Laufbahn, höhere Richterstellen? Wieviele bedeutende, auch adlige Männer haben mehr als einmal jüdisches Blut in ihren Adern, welche Masse -- vergleiche die Zusammenstellungvon - Justizrat Bernhard Breslauer in Berlin über die Justizbeamten — von getauften Juden nehmen hohe Staatsstellungen ein? j Sie alle wurden mit dem Augenblick der Taufe Bürger erster Klasse. Thr Wesen blieb. Vielleicht nur änderte sich der gesellschaftliche Verkehr. Wieviel Judenhasser verkehren mit ihnen, sind ihre Freunde. 'Wenn ihnen an einem solchen Manne etwas nicht gefällt: Erwerbsucht, Habgier, * *