K.C. Jahrbuch ...
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- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
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- Oscar Magen: Festrede, gehalten beim ersten Stiftungsfest der Viadrina (W. S. 1887/8)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 17)
- Language
- German
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_y__r 26 , Oskar Magen. haben, befinden wir uns noch auf dem Standpunkte des Geduldetseins. Maß das den Schwächlingen goniiflftn, unu linrt Afaim mm TTllra gH.<njri~ , das nicht. — Mag inan sich nur an jenes leider zu wenig bekannte WortGoethe’s erinnern: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen“. Und jeden neuen Stoß gegen das Gleichberechtigungsprinzip, gegen die jüdische Ebenbürtigkeit müssen wir deutschen Juden doppelt empfinden, als Juden und als Deutsche, jede neue antisemitische Bewegung zieht die Größe des deutschen _ Staates eine Stufe abwärts. Der Staat ist nun einmal, wie Heine sehr treffend sagt, „ein organischer Körper, der nicht zu einer vollkommenen Gesundheit gelangen kann, solange ein einziges seiner Glieder, und sei es auch nur die kleine Zehe an einem Gehrest leidet. Ja, der Staat mag noch so keck sein Haupt tragen und mit breiter Brust allen Stürmen trotzen, das Herz in der' Brust, und sogar das stolze Haupt wird dennoch . den Schmerz mitempfinden müssen, wenn die kleine Zehe an den Hühneraugen leidet —: die Judenbeschränkungen sind solche Hühneraugen an den deutschen Staatsfüßen“. Und wenn ein Angriff auf unseren Stamm auch noch der deutschen Nation Schaden bringt, müssen wir da nicht doppelt empfinden, wir, die wir jede Zuckung, welche