K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1906
- Article
- Ernst Hochschild: Gabriel Riesser
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Ernst Hoohschild. 152 rechtigt ist; willig werden wir ihm alles opfern — nur Glauben und Treue, Wahrheit und Ehre - nicht; denn Deutschlands Helden und Deutschlands Weise haben uns nicht gelehrt, daß man dureh solche Opfer ein Deutscher wird 1“ Nun kam es Rießer darauf an, nachdem er die Gewissen von Juden und Judenfeinden wachgerufen hatte, den Stein im Rollen zu lassen. Er gründete eine periodische Zeit- und Streitschrift und . gab ihr den Namen: „Der Jude“. Diese Benennung allein war eine Manneetat in dieser Zeit. Er hatte den Mut, den Namen Jude, der ein Schimpfwort geworden, den auch die Juden selbst mit dem weniger kräftig klingenden „Israelit“ zu vertauschen liebten, an auffallendster Stelle aufs Banner zu schreiben und als Ehrenmann zu behandeln. Der Titel der Zeitschrift zeugt so am einleuchtendsten von seiner ungeschminkten Wahrheitsliebe, er scheint zu sagen: „Ihr schmäht uns Juden, aber wir sind stolz, es zu sein. Seht wie wir Farbe bekennen und für sie fechten. Wollt Ihr uns angreifen, so müßt Ihr Sachliches Vorbringen. Die Bezeichnung „Jude“ tut es allein nicht mehr. Denn daß wir das sind, sagen wir Euch seihst.“ In dieser Zeitschrift schrieb Rießer seine glänzenden politischen Abhandlungen über die Verhältnisse in den einzelnen deutschen Staaten. Zunächst beschäftigte er sich in ausführlicher Weise mit Baden. Hier finden wir auf die Frage eines Abgeordneten, welche