K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1906
- Article
- Burno Weil: Juden heraus!
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Jaden heraas. 69 Studenten wurde dabei nicht genannt, und die antisemitische Presse jubelte denn auch, weil sie ganz richtig erkannte, daß in diesem Beschluß eine antisemitische Spitze lag, und schrieb z. B. in der „Deutschen Zeitung“: „Der Führung der sozialistisch jüdischen Gruppen der Berliner Studentenschaft scheint die Berliner Finkenschaft nunmehr überdrüssig zu sein.“ Ebenso machte sich bereits 1899 ein Bestreben, breit, den berühmten, oben schon behandelten Prozentualiter-G rundsatz auch in der Finkenschaft j heimisch werden zu lassen. In der Hochschulzeitung entwickelte ein Leipziger Finke einen Vorschlag, demzufolge „in den weiteren Ausschuß nicht mehr Juden zugelassen werden sollen als dem prozentualen Anteil der Juden an der Gesamtheit der Studierenden-entspricht.“ Eine heftige Debatte knüpfte sich an diesen Vorschlag, für und wider wurden laut, jedoch wurde ein allgemein bindender Berste h lu ß nicht gef aßt, ^dagegen sollen in der Tat einzelne Finkenschaften bei der Besetzung aller Ämter in Praxis nach diesem Grundsatz verfahren, ja die Leipziger Finkenschaft hatte jahrelang einen „judenreinen“ Ausschuß. Zu einer großen Debatte über die Judenfrage kam es im Jahre 1902 auf dem Weimarer Tag der deutschen freien Studentenschaft. Auch hier führte die Diskussion, die teilweise recht heftig verlief, zu keinem endgültigen Ergebnisse, aber mancherlei