K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1906
- Article
- Burno Weil: Juden heraus!
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 12)
- Language
- German
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63 Bruno Weil, / ^genommen werden dürfen“. Dieser Beschluß erregte den Widerspruoh einer Anzahl alter Herren des Verbandes. Auf denr KartelltagOöÖö wurden daher folgende Anträge vorgelegt: 1. „Von parteipolitischen Fragen hält sich der Verband grundsätzlich fern. 2. Desgleichen von religiösen; insbesondere soll niemanden wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentume die Aufnahme verweigert werden.“ Der Antrag zu 2. wurde abgelehnt. Die angeführten Tatsachen mögen des Beispiels halber genügen. Es erhellt daraus ein Geist der Unduldsamkeit, wie er zu unserer freiheitlichen Hochschulverfassung nicht gehört. Aber der Übelstand beschränkt sich nicht auf die Universitäten. Technische Hochschulen, Akademien und tierärztliche Hochschulen stehen genau auf demselben Standpunkt, und es darf demgemäß nicht Wunder nehmen, wenn wir fesstellen, daß im konsequentem Ausbau dieses Prinzips selbst die Pennälerverbindungen, die ja trotz des Verbots bestehen, zum großen Teil Juden von der Mitgliedschaft ausschließen, oder daß, wie es vor drei Jahren in Metz geschah, die Abiturienten beschließen, zu ihrem Abschiedskommerse keine Juden einzuladen. Am sonderbarsten nimmt sich diese Anschauung auf einer Handelshochschule aus, bei der man ännehmen sollte, daß die vielfachen Beziehungen, die gerade Juden mit ihr verknüpfen, eine