Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXXIV (1934)
- Issue
- 25 (23.8.1934)
- Date
- 1934-08-23
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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; Nummefcr 25.? 16. August 1934. ‘fDie panerabische Bewegung - Ihre Es sdgt die Hausfran: Orlentierung und politlschen Pldne „Ich Itrachtc immer, meine| [Familie durch ijutcs H>ssen|bcr ijutejr Laun c zu eihjlicn.! l)ami| nniss man t'rcilich spion 1 trim |F r ii h s t ii c k oeginncn. [F.'n jjfter! Morgen KalTez sc- Spunnkraft u. Sehaftenibn: den san/en Tag, und ... j d? s h a I h kaufe & i Welche Frasen wurden auf der Ietzten Konferenz der panarabischen Partei „Istaklal" in Jerusalem ‘behandelf? — Die Bez-'ehungen au Emir Abdalla und zu Ibn Saud. — Acnderung i ri d ir antibritischen Orienfierung d;r Partei. — Die syrifche Fragc und Italien. vsrwender auch dos stir 1901 luf iigkcit. ind ten >1 ElN L - KAFFFJE 4 In Osferreidh Win Josef Frankel. Dollfjiss war ein PrcgrammJ«Soljan- -ge cr sin der Spitze der o*terrei<ihi- Vehen ijlegivrung stand, herrspFtei in Oesiert'eieh ein Gefiihl der Unjibhai.giykcit undsdcr Selbstiin ’’ Afs er von tierischen Mordb ertr.ordet »urde, meldefCn sicp er und Gram. Befsonde W i e n e r hi dentuni t r a a u f r i c h t i g u m diesen i chen, tapferen Mann,, ciiv.iger. Wunsch es uar, Ruic.br I'rieiien in Oesterreich herzistelje \ni Ti des L e i c K :n b e g a n g n i ssts sah man in f a.s t jeduim juil i - i li e n II au s Totenkerzerj u. T r a u e r f a h n e n. Pieit Adolf Hit'er mit (Iriterstutziir.^-des Intriganten Paprn die iieri>chaft in Deutschland eitrangen liaite, spieten sich in Oesterreich blutige Drumen ab und lassen f diescs einst so „gemutliche" Land nifcht zur UiiLc kommen. Der National; ozialisrrius hetzte durch* seine faratische Raserei einen kleihen Teil c ler Bevblkerung auf. Hit’ers niedrigfc Agenten befle'ek ten Oesterreich m t Stromen von Blut. F.in \‘erbrechen folgte dem anderen. Eine langq Reihe schand' oller.Mordn-ten sieht kifhl>is zur Ermordung des Bundeslcamzlers Dollfuss hin. 'i Der N’ationalsozialismus, iler seir.em Siegeszug in Deutschlar dl nicf.t zulet.t dem blutrunstigi r) An- 0 s e.m i t i s m u s und dem z nti semit i s chen Sehlagwort zu verdunken hu t. hu t e in Oesterre cfi doph rricht so testen Luss gefasst, ule ihn Hitler erwartete. Der bestu Beueis hiefijr jst der 'Ji. juli 1914. Dieser Mittu och u ar ein Putscjhtag Jerusalem (Palcor). — Iti Anschluss an dia vor e'nigen Tigen in Jerusalem jbgehalfene Konferer z der panarajbisch.n Partei „Isfaklal" erfahr;n wir aus gut inform’erter Quelle d>e folgenden interessanten Einzelheiten: i I Die Konferlenz stand unter der Leitung d;s befcannten arabisch-syrischcn, Fuhrer*, Emir Schekib Arslan, d»r ejner der Fuhrer des prusenaufstandes in Syr en war und s pater enffloh, nadi dem er durch die Fran* zosen zum Tpde verurteilf worden war. Von d:n Fragen, die auf der Konferenz behandelt wurden, fverdient bzsondere Aufmerksamkeit die Frage der Beziehungen.zu den beiden arabischm Dynastien, die jetzt um d;n Einfluss in der arabjschen Welt nitem ander konkurriersn, der Dynastie der Hapchimlten, zu der [Emir Abdallah von Transjordanlcn und Konig Ghasi von Irak gehoren, und der Dynastie Ibn Sauds. Die Partei „Isfaklal" wår in fruheren Jahren n;it Konig Feisal von der Dynastie der Haschimis verbunden, und er war ihr fafsåchjicher ge'stiger Fuhrer. Nach dem Tode Feisals und den Erfolgcn Ibn Sauds im Ietzten Kriege gegen Jetren verstarkte sich in der Partei „Istaklal" d'e RicMungi die in Ibn Saud und*seiner Dynastie d'e zentrale Kraft sieht, d'e fåhig isf, die arabischc Bewegung zu konsol'd'eren und die arabischen Lander zu vereinigtn. Auf der gegenwarfigen Konferenz in Jerusalem hat, wie wir erfahren, in d r panarabischcn Bewegung endgultig die Or’enfierung zugunsjen der Dynasti: Ibn Saud gesiegf. Man hat auf dei| Konferenz darauf hirigewies;n, dass nach dem Tode Konig Feisals die Dynasf e der Haschimiten ohn.- zentrale Figur geblitben isl, um die sich d'e panarabische Bewegung konzfntriered konnfe. Die Konferenz haf b;i d eser Gelegenheit abch be" schloss.n, milt Emir Abdallah nicht zusait ir. cnzuarbeifen und seiffe poli* fischcn Plint zu bekiimpfen. Grosse Aufm.rksamkeif und starke Kommentar« rief auch d e Tafsache hervor, dass dia palåsfinensische Regierung' die bisher dem Emir Arslan die Einreise nach Palastina nichf zu erlaufc n pflegft, diesmal die Erlaubnis erfeilfe, d e Konferenz in Jzéusalem abzuhalt.n. D'e Konferenzteilnehmar wurd:n sogar zum Mitfagmahl zUm High CommiSsicnzx eingeladen. Man schiisssf daraus, dass in der Stellung der Partei „IktaklaF* gegenfiber England, die in den Ietzten Jahren feindlich war, eine radikale Aenderung eingefreten ist. Am sfarksten hat sich d'e Konferenz der pånarabischen Fuhrer mit der anarabischen Fiihter mif der; syrischen Frage befasst. Wie man in araischen Kr-eisen erzahlt, isf Emir Arslan, der vor kurzem einige Monafe in Italien verbrachte, dort zu einer Verstandigung mif der itiHienischtn Regierung dahin gelangt, dass ihn Italien in seinem Kanapfe gegen Frankrejch in Syrien unt^rstutzen werde. JiMM il •»d «wduwdflig>*» Mif<fir foftott*«, UnoUw. XyMHh. M|b«l le. iiocMtaMg dvrcfc boh*<i WadHø*' bolt, 'dot otH Bwlaxm wi« «lt wåhrJkhM Poalwi Wtl w*g. FaOWdan blaiban mil »Grin*« b*hond*H iiaiMb wi« imv, batn NocHdunkaln «ad VandtmufCM, Anwwdwwq ♦«»- fbdi.’ Hedkgtons wWialoe •nirlbor durch d(* AII*io*ri*ua#r Or<M>W«rk« J. Urens 6 tø.. Ci undkein Revolutionstag. Das Volk, die Mosse, t; t nicht mit. Die Putschiiten bliepen isoliert und fanden keine llntcrstutzung in derosterreichiscben Beyolkerpng. Heute scheint es faiDwie ^icher, dass der Nationalsczialispaus ‘in Oesterreich ausgespielt håbe. Dér Anschlussgedanke an Deufachlanp, der ncch unter Seipel Iebendi! und btgraben. Die eventuelle Heran' zichung der National! oziali: ten zu eir.cr Regicrungskoaliti m, mit der man noch vor kurzetj Zeit kommt nicht rmfhr in dem muss man se mit grpsser denn Papen kommt nach Wien. Papens Åufenthalt in Wien bedeutef stiindige Gefahr. Dieser Gesell hst es verstanden. General Schleicher zu sturzen und Hitleb zum . „Fuhrer" Deufschlands zu nrachen. Auch wenn sogenannte „Ti tefi" folgen werden, wird Oesterreich, jsolange der Herrenreiter von Papen in Wien weilen Edelfiichsc PAVLOUSEK, Passage B R H N N. lohann vija-se 7 i.insb.i wird, durch papenschc Sensationen keiren wirklichen Frieden findep ... Die Dollfus-sregierung hatte ir.ehrere Erklarungen in der Judentrage abgegebyn: Alle Biirgar ohne Unterschicd der Konfession kOnmen auf dem vollen Schuiz der Regi er ung rcchnen meinte Ider Bundcskanzler Dollfuss. Es wird k einen Antisemitismus In Oesterreich geben erkliiite der c lamalige Vizekanzler FeyJ Oesterreich'wird heute von Personen fceherrscht, die einige Male klar |und deutlich feststellten, dass sie jden Dollfuss kurs fortsetzen werden. Den Dollfusskurs, d. h. Kampf ■gegen Nationalsozialismus, Hochhaltung der Verfassung und Gleilchberechtigung der Judcn. Wenn die Schuschnigg-Regierung den Nationalsozialismus beseitigen will, so muss sie vor allem den Antisemitismus ausrotten. Eine osteri eichische Pol'tik betreiben, die die Unabhangigkeit Oesterreichs sichern soli, kann nur dann erfolgreich sein, wenn man dort, wo der Ånfang und das Ende des Nationalsozialismus hausen, ohne Kompromiss und in allcr Harte aufriiumt. Ende und Anfang des Nationalsozialismus d. b. Antisemitismus. Jerechnct hatte, Betracht. Trotzie narhsten Ereignis- ’orsii Y t abwarten, Gebe dem P. T. Publikum hofL. bekannt. dass ich in Brunn, Minciitengasse 2 nefcen Kalfe Post Samstag den 28. VIII. 1934 ein VOLKSBOFFETBROFPNE ur.d l itte um zahlreichen Zuspriich. Oswald Anfsch Feuilleton. ii .die eine e r 1 e etste- Éinst gefeierte Opernsådgcrinheute eine bekannte VerUgerin. . i "Das kommt wohl seiten v Iran als V'erlegdrin. „Ich vr.vc Frau, die in Oe;terre: \ erl vgerkonzessii n erhal ten vr>te dsterreichische y c r i n. Ich håbe aus rein*P E|i rung fur die Sache mein Unjernphnu'ii! egriindet und bedaur :i nicht, .ivr •\Vclrfirise zumi Trotz, es sa liaben'- so erzahlt eine piibsche I'rau und lacht vergniigt wfihrend ihrer Arbeif.! ' Frau Olga Bauer-Pi’ecka, fcfcr.e gebiirtfgc Lembergerin und das^lbst erzogen, war eine der' erfolgrejichsten Schiilerinnen Rosa Papiers lind trat 10 jaihre fast Abend fur Apfcnd in der Wiener Sta; tsoper auf. Talisende Zuhdher wurden durch ihre gpjutvolle, hinrejssende Stlrnme und diibch ihr farbdnreiches musikalisches| Organ .mitgilrisseri und waren ihre^gluhenden Verehrer. So oft sie im Konzertsaal bder auf der Buhn.e der1 Wiener Star tsoper érschien, gab «p einen Sensationsabend. Olv a Bauer-Pilecka erobertc das Publiki m jedesmal sowohl durch ihren C esang als auch durch ihre darsfelleri sche Kumt, und nicht zulrtzt durch ihre: Schonheit. Stits war sie von Beifall und Blumen umgeben und von den herrlichsten Lobeshymnen der bepeutenditen Musikkritiker begleitef. Ond wahrend sie noch auf dem Hohapunkte der Anerkennung, im Rausche ihrer sch5r.en Erfolge stand J wer batte das eirer Frau zugetrai 1? verliess sie •die Musikwelt und Iwandte sich einem vollig neuen BerufC zu. Olga , Baner-Rilecka nahtri plotzlich jvon der Buhre- Abschiea und grunaete in Wien den Fiba-Vferlag, der heute zu den ruhrigsten Verlagen Oeiterreichs gehort. Es gibt wohl se’Ien Månner, die sich, wenn sie schoij bei Kritik und Publikum Anerkennting fanden, von der Buhr.e losreisseh konnten. Dazu gehort vor Al'em ein grosses Uebermass von Selbstuberwindung, Energie und Mut. Noch seltener ist dies aber.-bei Frauen der Fail. Denn welche Frau sieht sich nicht Ieidenschaftlich gerne von den Wcgen des Beifalls umrauscht? Und doch! Olga Bauer-Pilecka legte ruhig die herrli- Staafsopem'sange- :e diese g^gen das id einer Verlegeghen Kostume der Zin ab und tausch I Cinfache Arbeitskl! rin ein. . : In Wien. Gumpendorfersfrasre 10. Eine schllchte Tafel kunde t in einfachen Worten: j Fiba-Verlag, O. ein Ueber- Berge von Bu- Verlag erchienen sind. Fhau Bauer-Pilecka, ie Chefin dieyes Untemehmens, sitit bei ihrem Sihreibtisch, diktiert Briefe, liest PostJ eilt plotzlich zum Te'efon, konferierjt m't Autoren, verhandelt m't Papiprfabriken, vertieft sich in ein Manuskript -- unddies alles ruhig, ohne j Hast, sicher, zielbewusst, itets lathelnd und heiter. Ein rieset/grosser Kasten enthalt die BOcher,' die in ihrem Verlag er-' schienen sind. Fast alle Zweige der moderr.en Literi tur, ob es sich nun um Gebrauchsbucher oder um Belletristik handeln mag, sind hier vertreten. Und åusserdem gibt es in diesem Untemehmen, — wahrlich einem Bienenhaus gleich, —- eine separate Abfeilung fur zionistisch-palåsfinensische Liferi tur in rascher Folge das „Neue Palastina Handbuch" von J. Press, der neueste und umfangreichste „Baedecker Palaf tinas", Josef Frankels „Theodor Herzl, des Schiipfers ersfes Wollen", das Prctokoll des XVIIL Zionisfenkongresses" und viele andere Werke. » * Bilder, Peklatr.ezeichnungen von der Hånd ersfer KOn: tler stammend und die eben auch in diesem Verlag erschienene neue grosse „Generalkarte von Palastina", welche nach dem Stand vom 1. Janner 1934. aufgenommen, wohl zu den besten Pro dukten d’eser Ait gehOrt und iede, selbst die kleinr te judische Siedlung éntha’t, schmuclen die W3nde der ArbeitsrSutne in denen gleichzeitig mindestens vier Schreibmaschinen klappem. Frau Bauer-Pilecka ist in ihreml neuen Beruf ebenso bestrebt sich dasi Lob der Kritik und der Leser Ihrer Werke zu gewinnen, wie sie einst vonl der Bfihne der Wiener Stat tsoper aus das Publikum durch ihre Kunst mO* helos erobert hatte. Sie ist in\ Grun: de genommen somit eine ausdauemde und treue Vermlttlerin zwischert Kunst, L.'teratur und dem Publikum geblieben. Wie einst durch die BOhj ne, so jetit durch ihren Verlag. | Fr. i i i