Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1934-02-14 · 7 (14.2.1934) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXXIV (1934)
Issue
7 (14.2.1934)
Date
1934-02-14
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
78% known words query
IRI
…/2621806-6375666-6376064--4872-4861743
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nummer 7. 14|. Februar 1934. Jddisebe alter* Frau aucht Potten alt WirtschafteriA zo ilteren Le uten. Itt in alten hauslieben Arbeiten gut rertiert und bolft tuf dietein Wege einen Potten zu bekommen. Amalie Hirtch, Brfion, Bratiflavtki 74 Die hebraisdie Predigt Vor Kurzem war in dicsem; Blatte fine Notiz zu lesen, die von der Titsache zu berichten wuBtc, daB in zwei Wiener Tempeln in hebråischer Sprache von der Kanzel lierab gepredigt worden, wobei der Berichlerstatler die Naclischrifr hinzufiigte: WSre so etwas in Briinn miiglich? Nifn als so lohens- und nachahmenswert hier ein solches Beginnen liingestellt wird, so seien gleichwohl beziiglich einer solcheii Neuerung gevvisse Bedenkcn zu auBern gestaltct. Vor allem hieBejes den eigentlichen Zweck jeder Prcdigt Vcrkennen, wenn man diese in einer Sprache vorbringt, die nicht alle Zuhiirer vefstehen. Jede Kanzelpredigt ist nun einnfal auf Allgemeinwirkung berechnet, sie mjiB sich an alle wenden, an Månner und Frauen, an Gebildete und Ungebildete, die sid helehren, moralisch heben und starken tjtrill. Oh ihr dies aber wirklich voll und ganz gelingt, wenn ihr Inhalt ^schwer oder gar nicht verståndlich ist, kann nicht jiweifelhaft s«in. Besonders dann nicht, j wenn, was vielleicht in jenem genanntejn Fail nicht ganz ausgeschlossen ist, die hebr. Predigt in sephardischer Aussprache gehallen worden, wodurch sie selbsti jenen schwer verståndlich ist, die einigdrmaBen das Hebraische verstehen, aber ^ich mit der sephardischen Aussprache njicht so schnell befreunden kbnnen, weil sie ja von jhngster Jugend an an die aschkeifasische gcwohnt sind, in ihr die Bibel lesen und, was hauptsåchlich ins Gewicht failt, noch immer in uhseren Gotteshåusern beten. Aber von alldem abgesehen, beziiglich der hebr. Predigt kann in gewissem Sinne das gelten, was einmal gclegentlich unsere Talmudweisen beziiglich des heiligsten unserer Gebete aussprechen, daB es nicht bloB hebråisch, sondern auch in „jeder Sprache, die man verstehe” gesagt werden dtirfe, wonach — nebenbei bemerkt — das „sch'ma jissroel” vielleicht eher mit: „verstehe, begreife, es Israel” als wie bisher mit: „Hdre Israel!" zu ubersetzen w3re. Darum stoBen wir auch bei unseren Alten auf die Gepflogenheit, alles, was fiir die Allgemeinheit berechnet war, nicht in hebråischer, sondern in der Volkssprache d .i. im Aramaisch abzufassen, und so erhielt nicht bloB das Kaddischgebet, sondern auch noch manch anderes Gebet ein aramaisches Sprachgewand, und neben ihren verschiedencn Ausspriichen, Lebensregeln, Sinnspriiche betreffend, bedienten sich unsere TalmudgriiBen oft auch in ihren Lehrvortragen und Predigten des volkstumlichen und allgemeinen verstandlichen Aramaisch. 'Soleher Riicksichtnahmen auf die breite Offentlichkcit entsprach es auch wenn spater ein Saadja scin religionsphilosophisches Werk: „Emunoth wedcoth” in arabischer Sprache abgefaflt, ein Maimonides sogar seinen Mischnah-Kommentar oder ein Jehuda halevi seinen „Kusari” in gleicher Sprache geschrieben, wonach wohl geschlossen werden darf, daB diese Mahner auch ihre Predigten in der damaligen Limgangssprache, d. i. der arabischen abgehalten haben. Miigen darum hebr. Predigten in Erez Israel ihre Daseinsberechtigung haben, hier bei uns sind sie aus oben angefiihrten Grunden weniger zu empfehlen, kunnen bestenfalls als Bravourstiickchen aufgefaBt werden. Wenn man schon auf; diesem Gebiete den Ehrgeiz, etwas Besonderes zu, teisten, nicht unterdrticken kann, dann mfige man hierin dem Beispiele der atten ^rediger fdlgen, die wohl von der KanZfel herab ifre Reden in der Limgangssprache hielfen, diese aber dann, wofern sie ihnen mehr als Einlagswirkung zusprachen, in h tbraischer Sprache drucken lieBen, wie :ispielsweise von den ålteren. Kanzelr< dnern ein Asarja del Friga mit seinem 3inoh leitim”, in welcher Form sie geiB mehr Anerkennung und Leser finden Orden, als die gedruckten deutschen Pred gten, die in den diversen Bibliotheken vsrmodern. Dr. Max Steif. Aus BRUNN Taf el runde zion. Akademiker in Brunn. Der letzte Vortrag aus* dem Vortragszyklus Prof. Dr. Karl Teller Uber „Die soziale Frage und der Sozialismus im modernen undj antiken Judentum", findet,Dienstag, nii) 20. Februar im Souterrain des Café Esplanade statt. Das Thema dieses Vortrages 'lautet: „Die sozialen Formen des ziojiistischen Sozialismus in Paiastina”. Nath dem Vortrage findet die Diskussion iiMr die Probleme des ganzen Vortragszyklus statt. Beginn: prazise 20;4 Uhr. (Gaste Willkommen! Freiwilliger Regiebeftrag. Ånderung in der Leitung der Zeire Misrachi. Soiintag den 28. janner d. ]. fanden in poln. Tempel Neuwahlen statt. Es wurt en gewahlt: Ch. Isak Bakon, stud. Phil. V irsitzend.er. Ch. WeiB F, Schriftfiihrer. Ch. Fischer A. Kassier. Ch. Hornung J. cand ing. und Ch. GroB B. Z. Kontrol ore, Ch. Kornfein B. Heimverwalter, Hetmeinweihung und Chamisch assar bischws t-Feier der Zeire Misrachi. Dank der netien Leitung ist es gelungen, in der so kurien zur Verfiigung stehenden Zeit sen, der bei dicsem' AJK. mitwirkt, schreibt der Kur jer Polski in Warschau:... Die Werke Wolfsohns sind bald elegisch, bald heroisch od. vbll Humor, immer aber mit modemer Harmonik und grodem Kbnnen bereiehert . \ . enthusiastischer Empfang . . . Zum 125. Geburtstaee Mendelsohns bringt der Jung-Jiidische Gesangsverein in Rriinn Szenen aua dem Oratorium „Elias”. SchlieBlich wurde Konzertsanger I. Segal-Kosenbach, ein Vorkåmpfer neuhebraischer Musik gewonnen. Dieser AJK findet am Samstag den 24. d.M. um piinktlich 1941 Uhr im Typossaale statt und wird von der Zionistisrhen Organisation in Briinn veranstaitet. Karten aind bereits bei Skalicky erhaitlich. Itadioiibertragung des Abeods Jiidischer Kunst. Das groBe Interesse, das sich fur dm Abend Jiidischer Kuiist auBert;, bewog das Radiojoumal in Briinn einen Tell dieses AJK zu dbertragen. Und zwar findet die Obertragunp am Samstag den 24. d. M. von 19.55 bis 20.4ic statt. Darauf-werden insbesondere die zionidischcn Ortsgruppen aufmcrksam gemacht. Jung-Judischer Gesangsverein. Jeden Montog um 20.15 findet im Musikjnstitut Barhncr KoliSté 15 die Probe zum Abend Jiidischer Kunst statt. Purimkarneval in Briinn. Samstag den 3 Marz. veranstaitet die Zionistische Organisation gemeinsam mit der Jiidischen Frauenorganisation (Wizo) iB" samtlicheh Raumen des Dopz unter der Devise „An Bord des S-S Martha Washington” einen gro Ben Purimkar- Moderne Kosmetik Die Frau, ale |un( zu blclben verstehl i.... ist heute in jeder Gesellschaft zu finden— Und es »4 wirklich schwer, ihr Alter zu erraten, denn ihre jugeil.dliche Frische, jhr schelmisches, lebehsfrisches Lacheln vereitelt jeden Versuch! Und was ist es eigentlich, was verleiht ihr diesen uberragenden EinfluB? Sie besitzt die Klugheit ihrer Jahre und den Charme ihrer Jugend, das macht die Sicherheit in ihrem Auftreten. Sie kennt die Miiglichkeiten, sich jugendlich und reizvoll zu erhalten genau und die Ergebnissc neuzeitlicher wissensch^ftlicher Forschung ^ind ihr dabei gefreue | Helfer. Wenn Sie nun diese Frau fragen werden, wie ihr dies mit Leichtigkeit gelingt so werden Sie von ihr horen, daB sitr-selbst den eigenartigen Zauber ihrer Pe/soiillclikeiu-ptfrr unvergleichlichen Wirkung jeiner ganz neuen Kosmetik zuschreibt, (fie aus Paris ihren Siegesztrg angetreten hat. Die neuen, nach den allerletzten. wissenschaftlfyhen Ergtbnissen hergestellten „Ilion cosmcfiqtu ., priparations de luxe, Paris gehen von g3nzlich anderen Voraussetzungen aus, jals diese bisher in der Herstellung von Hautcrémes und Poudden ir i stalter 6. Schaffa: Ghetto. _j_ 7. Mahrisch WeiBkirchen. 8. Schaffa: Ehemalige Judenhauser. ein ze ltralgglegenes Heim (Na ponåvce 55' zu mieten und Mittwoch den 3L IL d. J. im festlich gesohmQckten Saal eine Chamischah assar bischwat-Feier verbunit der Heimeinweihung zu veran- Pie Feier wurde mit dem Absingen di r Hatikwah eingeleitct, worauf der Vorsit :ende Ch. Bakon J. die zahlreichen Anwe; enden aufs herzlichste begruBte. Danach sprach Ch. GroB B. Z. in hebr3ischer Sprache' uber die Bedeutung des Cham schah assar bischwat fur die zion. thoratreue Jugend. Ch. Kornfein richtete an die Chave(im in tscheph. Sprache eini- >rte, in dem er auf die Pflichten hindie jedes Mitglied mit dem neuen auf sich nahm. SchlieBlich referierte ornung kurz iiber die ldeologTe der wpawodahbewegung' und apellierte thoratreuen Eltern, ihre Kinder in ge W wies Heim Ch. I Thor. an di die Z;ire Misrachi zu schicken. Hierauf wurde n Friichte verteilt und Lieder gesungen. Beemlet wurde die Feier mit einer Hora, an der sich die ganze Jugend betei-i ligte. Die GrOndung einer Zeiroth Misra-! chi und einer Bne Akibah (die Gruppe der Jiings ten) zeigen auf den Erfolg dieseS Abenls.hin. Von der ZionistincKen Organisation Briinn. Li dei Sitzungr vom 6. d. M., die unter Vorsitz Dr. P%u! Bandlers stattfand, erstattete Ing. Max 'mtner einen Bericht iiber die Veranstaltunge i, die von der Zionistischen Organisation veran italtct werden. Weiters referierten Dr. Juliuf Munk iiber das jUdische Tum- und $port vesen in Briinn, Ing. Josef Sommer iiber die S rhekelkampagne. die bereits. eingeleitet wurde, Ing. Otto Feldmann iiber die Arbeiten der hiesigén KKL Kommission und Josef Bohm Uber OrgauisationKfinanzen. 1 I tr. R Mosainsohn in Rrunn. Donnerstag den 1). d. M. um 20H Uhr spricht im Rahmen der Kultur- und. Jugendkommission der Zionistiscl^n Organisation (Kujko) Dr. B. Mossinsohn (Tel Aviv), Mitglied des Aktions-Comites der Lionistischen Weltorganisation, uber ,4^* dentt m und Palastina’*. Ort: Bnei-Brith-Saal. Legi< narstraBe 31. ' : lakkabi-Schanturnen. Sonntag den 18. d. M. v »ranstaltet die Turnsektion des Makkabi, Vere n fUr Turnen und Sport, um %16 Uhr im Stad on ein Vereinsschauturnen. AJK-Abend Jiidischer Kunst; Uber Prof. Julia s Wolfsohn, den in Briinn hestens bekannten .Udischen Komponisten und Klaviervirtuoneval, zu dem die Vorarbeiten ttichtig fertschreiten. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird die zweite Werttombola errichtet, deren erster Preis eine Schif/akart* 2. Klasse Triest —Hai/a und zuriick bi Idet. Jedes Los gewinnt! Thcater und Kunst. Na hradb^ch; 15, II. Oper „2iHovka", 16. 11. Erstauffuhxiiing „Sila o3udu”.vom Verdi (Dir. A. Balatka, Reg. Zd. Knittl), 17. II. Niachm. Madame Sans-Géne’’ (Stad. Vorstellung), Abends Oper .^aust a Markéta” (Am. Flogl a. G.), 18. IL N&chm. u. Abends Operett^ ,^Na rUiich ustlåno*’ (erm, Preise)', 21. II. Erfetauffuhrung ,^\ladin” vom J. Klokoé (Reg. A| Podhorsky). i Na Vevefl: 15. TI. ,4armarecnik“, 16. II. 31^<^na doktorka’, 17. II. Krstauffimrung .Medvédi tanec** vom V. Werner (P Ri Walter), 18. II. Xachm. Détsky*'maskarm pies s pohådkou „Déti, sraéjte se. k.” (erm. I*reise), Abends „Medvédf tanec'’, 19-, II. ,^estra**, 20. II. Operette „VlaéfovÉi hnizdejko", 21. IL Operette „Zena, ktera vi, co chce”. Redoute: 19. 11. Operette „Stésti do domu'v, 20. II. „Svédskå sirka". Beachtungswerte Vorstellungen des landestheaters: G. Verdi's Oper „Macht des $chicksals”, welche in der Bearbeitung vom Kr. Werfel einen durchschlagenden Erfolg an) allen WeltbUhnen neuerlich erworben hat, gelangt im Landestheater zur Erstauffuhrung am/ Freitag 16. Feber. Dirig. Ant. Balatka, Spifjlleiter Zd. Knittl. — Arnold Flogl sinfe^ ara Samstag 17. II. eine seiner besten Rollen| „Mefist>or* in Gounod's ,J'aust”. — Riqiski- Korsakov’s Oper „Die ZarenbrauV'Jderen kostbare Musik und packen<U Handlungj samt kostlichen Volkstanzen einen gro Gen keifall hervorrief, wird zunachst am Donnerståg 15. II. aufgefuhrt werden. — Operette ^Na riiilch ustlAno*’: zwei Vor.-teljungen ermassigten Preisen am Samstag 18. II. Nachra. und Abends. res angewendet-wurden. Sie sind nicht nur im Aussehen herrlich und modern. in jcleinen Keramiktiegelchen, die eine Zierde Ihres Toilettetischchens hilden sie sind vor allem In der Wirkung. unvergleichlich. Das ist das Geheimnis det Frau, die jung ru bleiben versteht, wollen Sie nicht auch einen Versuch machen. gnådige Frau? ... Sie erhalten die i///on-Cosmetik-Pråparate in allen guten, Qeschåften und — werden begeistert -sein, wie viele andere schone Frauen!... _— Familien-Nachrichten. Herr Dr. Nachman Trachtenberg und Frau bejfhren sietf mitzuteileiv daB die Barmizwahfeier ihres Sohnes Herbert Samstag den 24. d. Monats um J/jll Uhr vonnittags in neuen Tempel stattfinden wird. (Unsere herzl. Gratulation, die Red.) UolksuimchnfL Oberseebesuch rur Prager (■'ruhjahrsmease Nachrichten aus UberSee zufolge ist fut die Prager Friihjahrsmesse guter Besuch aus Obersee zu erwarteriw-v^n ,wo iiber die Beset- 'ung der Gruppen Glas- und Perzellan, Lederhandschuhe, lextilien, Spielwaren, Feinkeramik u. s. w. iaufend Erkundigungen einziehen. Stark wird den Uberseebesuch auchidie Terminnahe zp der British Industries Fåir beeinfluBen, anlålilich welcher ven der Prager Messe Sonderwerbeaktionen in die Wege geleitet werden, um ihre Besucher auclT fiir die tschechoslowakische Industrie und die Prager Messe ^u interessieren. Man rechnet diesmal im SITgemeinen mit starkem Auslandsbesuch aus Uberseelåndem, nachdem die gestiegenen 'Rohstoffpreise in einigen Gebieten Neubedarf næh In- * dustrieproduRten entstehen liellen. Gelegenheitskauf Encyclopådia Judaica Cneu) Ucuische Aus<abe 9 Bande Haibleder Qoldschnitt - Statt K6 4.500 — Kc 1.800'- ZuseMen an »jQdlscher Bucliuerlas« Pr' ha I.) GenetHktskå 2

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.