Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXX (1930)
- Issue
- 42 (28.8.1930)
- Date
- 1930-08-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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r— Emtorf jed en | Donneratog | alt étr Woek«b«lUo »JMUdie BXd^r« ond Karoftezeituøf Ptoåtktto« «. T«tI«c Biflaa, Bmarfuia 20. - T*t. 15M. 1 ■ i r Li! 11 > i . J •: . 1 :■ (.-i-" j 4 . 1 lUdlktltMMllllll DI*MUf I aWad«. B««pprrii: hafbjUHf tU 35' , (•axjlfcrig Ki 7I-. Iflierateaprei« KC 2*- pro mm der Text- Po«tdie<kkoati: Ptm 88.OT2. Wien 76.680, BerUn 122.613, Wanehju 180211, 9U«reb 10.108. I A An dem InhaH:! I Die Tschechosiowaktocheti Zionisten klagen an. — Katastrophe odfcr Krise? — Znm 28. Oktober. — Dr. Michael Holzm&im gestorben. —*Bestfirzijng in Palåstina. — Weltspiegel usw. Mnmme XXX. JAHRGANG BRUNN, 30. OKTOBER 1930 (8 Otetchwan 5691) NR. AS. Aocrkannt die totten u. tpnrtamstcr tind Patent - Dauerbrana - dfen und Sparherde der bcstbcvihrteq Marke >MKTtOff>, - Zu crkaften nor bci der Firma» HORNY & ZAUNER ■ben* nnd tbcmrarautroutondlung •iSm, KrAna to. ‘ Preblbten mil VertMfen gratb. Neuesfe; Konstruktion desFriodlånder [Dauerbrandofens! : i M 1 m. J r ' NIWTS in KAMIN Altl WARME IM 7'1'MER ' tntowBbel KeHutAton erleobeo sleb loxnscifea, daes 81« »acb ,8AKO-krXSTU0BKL' wie Woba-, SehUf-, Speise-, {Herren* zimmee tte. neeb Estwurffn eifce* ner Arcbitekten fiihréa! PtlitornlNI In yreeeer AfiwsMl £OVIMR*,Brilnn,Lesion«ntraa,e **. MUSGRAVE- OFEN | wlrmcn am besten u. tind spas tam Ausschliesslich ar Vcr)<auf K. VICH *, Brunn, Krapf ng.. m nunnt Arrangemc VODHAi fAP£2l£ HHSTEfil itiBCL 1G£, TAPEZIERIR-nni'lblM CKHMIRr IVtltKAWJSTTtltlJKUnn TEIEfOfl WERKSTATT£M:t>RE«AR5KA)VTh555 u in IV ir e. in Mi* klagen an. En Chaluzim setzenld UAi«' _ Am Soimtag den 26. d. M. tagte in Prag das Landeekomttee der ibiialitdi«! Organbation fiir di C. S. R. bei Anweuenheit von 150 Deiegicrten aug allen Teilen der Republik. Norbert Adler eroffnet die Sitzung und flbergiht das Wort Dr. Jooef Ruteben, der einen $ituation,bericht iiber die Lage im Zinnisniua gibt. Der Redner geht von den August-d'nruhen aus und bespricht alle Phaaen, welche (m Laufe des Jahres der Palastinaaufbau duTvhgemacht! hat. Das; was måh friiher als boswillige Administrative tu bézeicb- «£!» versuchte, hat sich als Regierungsnuufime erwicsen. England hat dasr uns gpgebene Wart gebrochen. Die Zionisten aller Schattierungen sind sich darin etnig, itaB igchts notwendiger,' ab ein konformes Zusammengéhen ist, daB eme g«A schjossene KinheitSfroiU Porderung der StumiA se i. An die Au.sf(ihningen des. Redner sehlicGt sich' eine ganztagige1 Debdtie, die Dr. Liehtner eroffnet. Im Namen der Revisibnisten-erklart er, daB <tu°h die revisionistischo Union sich einem einheitliehen Vorgehen aaschlieBe. Der Redner polé'ihisiert mit dem in dem letzten Selbstwehr eritehienrf' Artikel pr. MargmiC^, in dem er sich gggen die englanÆCeindlkhe Bnstellung des Redjteo wir den Reaek wwidet sich daotom eine Unteradbekdunc zwischen Volk und Regieitmg tu machen Abc* Dr. Ludwig Singer ftetont, die Wichtigkeit der Situation und betotit die einheitliche Haltung aller tschechoslow. Zionisten ohne Unterschied ihrer Einstellung. Ing. Fuchs bedauert, daB der Schlag, den die englische Regierung gegen du jiidische Volk gefahrt hat, gerade unter iler Regierung der Arbeiter goschah. Bergmann gibt im Namen der tschechoslow. Chaluzim die ErklSrung ab, daB die Chaluzim weiterhin ibr volts tes Vertrauen zum Paliistinswerke haben und daB die Jugendvhrbande Techelet-Lavan und Haschomer-Hazair sich jeder Arbeit und jedem BeschluB des lunde-ikomitees unterwerfen. Das SchluBwort hat Dt Josef Rufeisen, der die Hauptpunkte der Débatte ztisammenfaBte. - Es wurde eine Resolutic nskommission gewahlt, welche folgende Resolu1 ionen faBte: •An die jiidiscjie und nichtjiidische Offentlichkeit der,CSR. Durch die Erklårung der brit. Regierung vom 2. Nov. 1912, bekannt unter dem Namen Balfourdeklaration, durch die Zustimmungserklårungen der allierten Machte und neutraler Regierungen, durch den im Friedensvertrag von Sevres inkorporierten BeschlQsse des obersten Rates der verbiindeten Groliniachte vom April 1920 in San Remo, durch den einstimmigen BeschluB beider H5user des Kongresses der Vereinigten Staaten von Nordamerika vom Mai und Juli 19^2 und durch den am 24. Juli 1922 vom Riat des Volkerbundes einstimmig beschloisene Mandat, wodurch Palastina als das uhverjahrbare Recht des judischen Volkes auf Wiedererrichtung seiner nationalen Heimstatte, leierlich anerkannt wurde und die britische Regierung als Mandatar fur die Erfullung dieser feicrlich vor der ganzen Welt ubernommene internationale, réchtliche und moralische Verpflichtung verantwortlich gemacht ist durch die am 2flL Oktober 1930 veroffentlichte ErkISrung der britischen Reginrtmg verienmdel und 1 eine Politik in Pal isti na angekiindigt word en, welche die Verwirklichung dér judischen nationalen Heimstitten in PalMstina unmOglich macht. GroB-Britannien hat sein Wort gebrochen. tionale V land hal sein i 'Arbeit fort. ■ Katastrophe oder Krise? Uv kkVs VMW hat kein Recht eine intemaflichtung elnseWg abzuåndern. ils werden wir anerketuten, daB durch diese ErkISrung Recht geschehen ist. Das judische Volk nimmt den ihm von England aufgezwungenetr Kampf fur seine historischen Rechte und dessen volle Verwirklichung auf und wird Ihn mit Leidenschaft'und unbeugsamer HSrte fiihren. Wir nehmendie Demission des Prasidenten der zionistiscjien Weftorganisation Dr. Chaim Weizmarat -fur Kenntnis und billigen sie. Wir fotdeéd. Vedegung des Sitzes der zionistjschen Zentralen aus England. Wir rufen die ^uden d teses Landes auf, gemeinsam mit nns dem jiidischen Volke in der ganzen Welt diesen Kampf ^^jpehmea und bis zu fiihren. rort gebrodien.> ilfourmonat Wor "*.5^ T-.■ - vy V.'SE-^WXIVM_ | Die Zionisten werden aufgefordert, im Alonat der Balfour-Deklaéation in groBen Manifestatioosversamlungen ihren Kampfwijlen gegenuber den Anschlag gegen das Nationalheim und den Bmch des gegpbenej« Wortes ihren Willen iur erhdhten Leistung Ausdruck zu geben. Den Protesten des Zionisfischen Zentrj Iverbandes schlossen sich die Landesverbande Misrachi und Pioale-Zion an. Am åelben Taice ters.ntme.lten sich nachmi*a*s I I hr die tsehechotlow. Mitftlieder des ish Aflencj. Den Vorsitz fuhrte Dr. Joeef per. En waren fottende Mil,lieder .nwrsead: DrJ Rudolf Bloeh. Dr. L. Djix, Dr. Huno Her- Franz Kahiv Dr. Emil Marnulies, Drj Josef Rufeisen. Dr. Viktor Stem, Dr. Miriam Senener, Dr. Felix Weltach. i Nach Eroffnun, der Sitiung durch den Vorerstattete Dr. Josøf Ruternen «in Re- Str engungen Mr unsere Xttfb«tifo«*d»,r lér' den Keren Hajessod, Hr den Keren Kajemeth und den Erwerb des Bodens miseres Landes als unverfiuBerlichen Besitz timeres Volkes mit verdoppelter Kraft fort and fordem alle Juden zar Mitarbeit anf. Erhbhte Leistungen udd die gesteigerte Zahl unserer Schekelzahler werden den unerscMitteHichen Willen unseres Volkes beweisen. nri daé ea dii 'Wesen i ist Hinde misse zul Bberwinden. Unser >Ik ist an Hindemiase gBwohnt und es werde dieses Hindemia Ube^winden. Dr. Margawies an Hånd von Daten auf den offensichtlidten Wortbruch Englands hin,. Dr. Hermann b if.fite sich eingehend j mit dem englischen V eifi-Buch, Dr. Schener zobr eine Parallele switu hen Mandtsbestimmungenj und dem Simpson- Bnicht. Die Resolutionakommiasion legte den e nammelten Mitgliedem nachstebende Beschliisvor, die einstimmig angerommen wurden: )• England hat sich gegen uns entschio--. den. InTihrer Erkliirung iiber die Richlltnien ded kiinftigen Palåslinapolitik halt die eitglisclle Arbeiterregierung zwar formel! ilas Mapilal atifrecht, negiert aber tatsachlicli defesen Inhalt, die Errichtung einds jiidischen Nationalheiins, indeni sie etklart, djiB gegenwårtig kein Bpilen fiir die Ansiedlung der Juden in Palastina verfiigbar seij Erst nach Durchfiibrung einés Landwirtsclnfts-Plajies. durch den zuerst allen anabischen Arljeitern Arbeitsgelegejiheit tinll Boden gegelven werden soli, wjire es nidglich, iinuji strengster Kontrolle der englischen Regierung neue jiiiliscpc Siefllutlgen ditrcluiiiiihren. Dies Jbedeutef faktisen eine Dntertlriickung und Stillcgnng dpr judischen Kolonisiernngstatigkeit iiir die' niichsten Jaltre. Diese F.rklarnng tildel den AhschluB jener Reihevon Nic- .lerlagen, welche die jiidische Palastirta- Politik seit lien Augiistpogroinen des V'<|rjahres erlitten hat. j Natiirlich hat diese schicksalsscliwijre Entseljeidimg in allen, nnch nicltljiidischen Lageril.lehhafte. Erregung Itervitrgcrulén. Lciderl wiril dieses Ereignis von jiidischer Seite vielfach nnterschatzt. Man heruft sich auf die Stellungnalime der englischen Liberalen und Konservativen, vergiBt aber, daB dieLeitung der Aufienpolitik des englischen Weltreiches docli soweit unahhingig vom Parlamente ist, daB eine Ab;iii- I - i I9X iileiung dieser fiir das;esamte Judentum si niederschmetternden MaBregel in nSchs|ter Zeit nicht zu enva ten ist. Man muB ti dieser Wendimg in fer englischen Po-- tjk als einer k-ststehen len Tiatsache rechj^ Hen. womit noeh nicht } esagt ist, daB sich i icht noch V'erhandlimpstwriglichkcityn mit ilctr englischen Kegferutg ergehen. Docli norden solclte leider v tit iler Rcgieritngsrkliiruug ausgehen un I dartn hesteht der imgeheure taktische P isitionsverlust. der : ich aus dieser Erklari ng fiir die jiidische ’olitik ergibt. - Die Ursachen dii* er Katastrophe lie-;fn viele Jahre_zuriick Sie war begrundet llirclt das tinkfåre Vi rhaltnis zwischen '.Nekmive lind Mamla arniaoht, vor allem iber dadurch. daB heide. soxi ohl England, ils auch die Juden se bst, die weltpOliti- Che Bedeutung. der j idischen Kolonisielimg Paliistinas verk.vint haben. Wenn" atielt der Exekutivc ifnrch das WeiBhuch von 1922 mir eine h .scltrankte EinflitBnjahme gqwahrleistet ■ ivurde. so war es iloclt iltre Pflicht, ihre Stellung als Tragerln einer interuationa eu Mission uberall hik! immer zu betone i. wo ihre Hanitlungsfreiheit als ebenb irtiger Vcrtragskon-' tralient heeintrSchtigr wurde. Wenn die nglische Regierung in dem verhangnis- Vollen Irrtuni geriet. problem mir vom St indpunkt der énglt- » . L __ l.p . I 1 K 1 _ a 11411. 1«/^,.c#itil .1 rt CA1 Crt schcn Kolonialpolitik daB das PalSstinazu hcurteilen sei, so