Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXX (1930)
- Issue
- 34 (28.8.1930)
- Date
- 1930-08-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M ■ ditchcn Bader-und Kurorteieitung« £nd mit Ki Redftktøt Renae heinf [lønnet ler Wod die B?' Orortez< on o. V«r] gasse 20 jeden »tog l enbeila^e der« aod (itung4 JftgRiftnn, Tel. 1596. RedakiloMSSbliM I »bendi. ] Pfeis: 35 Cafl|zfihrlg &£ 76'-*, iBczngtp haObilhng anjif-' Inaeratr KC 2*4 pro mm spalt<. Jo»tA«fc1;< Prag K8.972, W Berlin 122.613. "Mil, Zagri ■t preis der Text- Aus dem Inhalt: Zum Jahrestag der Augustunruhen: Am Grabe Schiiaon bar Joe hais von Zwi Israel. — Jakob Josefsberg (Berlin): Die sterbende Judengemeinde von Konstantinopel. — Kompromissverhand- I un gen in Genf. — Em Interwjew mit-Schober. — Die aussenpolitische Resolution der IV. Revisionistischen Weltkonfereaz. — Leben in Palastina. — Jiidischer Weltspiegel. — Literatur und Kunst. C! XXX. JAHRGANG. knnmm« BRUNN; 28. AUflUST 1930 (4. Elul 5690) NR. 36. vejr Palåstina-Beridit der Mandaticommission und die Inviderung der erglischen Regierung veroffentlidit. (i t>n f ‘25. sikret, iriat 2 ,V tl.'r ej ri :ht ii ier"c kbmm ft rmationen ri mg s titze u lid daher nur“diejenigen Kon- Jie dit tijte, flirt hkt Die tønkli sioiien s clitlii h des \\ eist S'ellen des 7 vischen tleij’ s onen Sdiirfe UglIRt ajsknii lisel: der -\ ben 5 wird ssion (ritik an dem Verhalten usioiien de; uif W hin. August. Das Volkerlnmdslia! den hente, Mt in ta Palaslina lission und-ilit Res resse der énglitdien Re sierung. - Die Widerspruche im Shaw-Bericht. jernn, zur at t!en Bericht der F-rwidermig : tik-sen Be- Veiiiffi'iitliclniin erkllirt. daB <^ie Mandafs- éich hauptsachljeh auf die Irt- >eiten$ der britischen Regie- Shaw-Berichtes beriicksichbritische Regierung akzeo- Korjiniission iibt Kritik an den der Sliaw-Kon mi sion h>n- Cliarakters tler Llnrulieii und dc/spi-fiche in verschicdenen Fferichies. sowie auf soleile Bericht und tfen Ktmkluifi ilenen die IjJnrulun als cr arakterisiért werden u lvott edacht; Auch vrird dit Konklusion, wonach die Unrnhen lidit g?gen die britische Regierung girichlet gewesen seien, beanstaiulet. per Bericht tomml zu folgenden Kcnklu- I sipnen: Die Palastina-Regierung hat sich dbrch die EréignisSe uberraschen lassen, e i fehlte ihr jede Voraussicht, sie verfi gte nicht tit er einen guten Nachrichtend enst. Die Ereighisse fanden das Land z emlich entw aff net. Die Mandatskommisson hjitte sclion 1926 vor einer scharfen Peduzijening der Militårstreitkråfte geyjarnt.* Dje Koinmiss t n kdnn nicht tlen Standpunkt akzcptii-ren, tlaiB auch bei tleni Vorhaiitlensei i gniBerer Militårkråfte die l nrulién nicM hat en vérhindert werden kinnerj. I, , , Iråfung ccr britischen Politik. Dje Man Jatskonimissjcm will zu diestn Prbhlemcn nur fn eiitein allgemeinen Rahmeh Stellung nejhmen. Die Kommiss on billigt den Yviinsch der britischen F egierung, di: judische Einwanderung der / ufnahmefåhi gkeit des Landes anzupass mi, erhebt atier gleichzeitig die Frage, ob die Verpflich:ung, die judische Siedlung zi fordem, richt auch dje Verpflichtung n lit entlrålt, d iirch eine aktivere Politik die / ufnahmerøhi gkeit: des Landes fur eine s eigende jue ische Einwanderung zu erh ahen. Das Ji idisché Nationalheim, soweit bis heute realisiert ist, ist faktisch aglein das Wjrk der jiidischen Organisationen. Es scjheint, : daB das Mandat den Jiden ganz addere Perspektiven erdffnet i at. Ihre Vorwurfe , die britische Admirustration hatte ihre Verpflichtungen nicht erfullt, gewinnen jetzt besondere Kraft, riachdénf die Palastina-Regierung nicht in der Lage war, den Juden Schutz ihres Lebens und Sicherheit ihrés Eigentums zu gpwåhren. | Gegen die Mandatsgegner. Die Furoht der Araber wegen des Qbergi bens \on Boden an Juden ware iger in Erscheihimg getreten, wenn ichzeitig die F'laiche des brnuehi aren But lens vergrjiBcrt Worilcii wnre. Die Forilj'rmig ijiacli Selbstvervvaitiwg siclierlicji iltjr Attsdruck eines!St seli itzenswerten; OHiihls und. teilweise lur.di den Viijkeiinuftlspakt unit tlas Mandat :or fen der Paliistina*Administration und an der Palastina-Poiitik T.K. DIVléfcK— IMBRAMOSt BRUNN 2 f/l £65. ru 39*3 Mandates: |..\Vahrung efer biirgei'liclieifi und. religii'.Nén Reclite aller Palastina-F.inwohner olinL- L'iiterschied tier R,i."t und, tiet .Religiop": Diese l^esiiiiumnig, eic' Zentnmi des Problems, er--..hwert Jie Am'-j gal Ve tler M uulatami Bedeutung des Mandates sich zu eigen j! eeinacht zu haben. Demgegeniiber ist fest- "uwiellen, daB der Mandatarmacht nicht berechtidt. Wenn aber init diese lerung eilj Sieg ties,.Witlersianties giden VulWerlnintl vgrl'jilgt uirtl, dann' kann tlie Maijtlatsktjnnjtissioii eine sololie Forderung nicht uijterjitiitzen. Bcvblke. tingsclenienttjn, tlitf: gegén tlas. Mandat levoltieren nufss iliej Mantlatarniflcht eine l'est|e uiitl entjschlossene Haltung zeigen. Die Kooijiiission liptft. t!nB die Mnnti.i!hnr,;icht» iil ZukUr.ftI' ilulir.als ia tier ergangenheit ein Pjrograiii konstruk.iver •rl eit in Paiastina-, verwirkllchen vvirtl. Die Ma^t+atskominii^sion gl.fuht. daB ,‘inr aktivere, Politik! untl ein entschlossener.-r einmtliigei M iilé aller britischen V'ertreter in Paiastina, die Mandatsbestimniu lg in ihrer Oesatutheit durchzufiihren det herrschenden Antagonismus i unterdriickt hatten: minilestens hatten sie ihn •;bf escliwiiclit. Jetle Unklarheit und jetles Zdgern der Regierung unterstutzeii tlie ext'emen Élemente in beiden Lagern. DI<s DurdifOhrung des Mandates Bt*rii« . 2é. August. (E. D.) Sonntag, dem August \v irde die Sitzung des AC unter aussei’gewohnlifr glosser Hetriligung erdffnet. Die c*ohechoslo\vakiseho:i Zionisten sind durch da.*« ,, . . ... . . . .. _ . Mitglitni des \C Dr. Josef Kufeisen vertreten; Pie Kommission \vm nicht die Endjjas Krsiitzmil glied Dr. Emil Ma*£ulies nimmt sdjwlerigj aber nidit uniiberwindlidi. 'IcIIl' tles Mnntlats mit tlen unmittelbaren Veniflichtungen tler Gegenwart verwechseh ..Emlziele sintr. Errichtuilg des Jiidist hen Nationalheims und Schaffung von Seli»stverwaltungsorganén. Gegenwartige Pfli:hten der Mandatarmacht sintl dagegen tlie Schaffung soleher Verh.iltnisse, die die F.rrichtung tles Nationalheims und der Sélbstverwaltungsorgane sichern. ' Die Du chfiihrung ties Man,dats stellt eine sclnvierige Aufgabe,tlar. tlie aber nicht uhi herwindlich ist. Dje Palastina-Einwo nier sollten tlie Voriiige des Systems ancrkemien. umso eher, als'sie niemals politis che Freiheit besasseji, ja, nicht einmal Ga antieen fur individuelle Freiheit genossen. I Sdiarfc Erwiderung der l>ritisdien Regierung. Genf. 25. August. Gleichzeitig mit tlen Bericht der Mandalskommisisioii wurder auch die Bemerkungen tler britischen Regierung zu diesem Bericht heute der Prisse zur Veriiffentlichung iibergehen. Dit britische Regierung sieht zwischen der Bchaiiptung tler Kommission, tlie Quelle der arabischeii Unznfriedenheit sei tlie Gegncrschaft zur herrschenden poli tisc len Ortlnuijg im Lande, und der gleichzeitigen Behauptung, die Mandatsregierun > kbnntc durch aktive Fiirtlerung der soz alen und bkonomischen Lage der Araher den Antagonismus zwischen luden tint Arahern abschwachen. einen Widerspnich. Die Mandatskommission vergaB, der ilritten Teil tles Art. 2 tles Palastinamcfit. nni|ssi Die Ma ulatskomm|ssioii hat die 1P2!*1 :-.r richtig b.•fuiitlene Ptilitik 1030 als \ <>l lig verfehlt hezeicliiiet, Auf tlie Konklu-’ sion tler Man-latskomiiijssioii, tlaB sich t1iej britische Ad ninistratioit von tlen Ereigitis-j sen hat iiberraschen lassen, er.winerte tlie britische Rcjgiening. tldrin seiv’liiclits ab-; •lormales, wéil ja tlie- Uijruhcn nicht vorbe*, reitet wareij. wie diesj'dio Manilatskom- .:issi. .:i annjmnit. Die Mandatskommission, heiBt es in der Erwiderjung der engfischen Regierung weiter, erhebt gewisfte Beschuldigungen wegen Nicnterfullui/g ivichtiger Punkte )>.“ Mandat« und scheint damit die wet*-; gehendsten judlschen Thesen fiber die'l die Aufgabe auferlegt wurde, das-Jitaische Nationalheim zu errichten. — Diese Aufgabe fållt eigentlich den Juden, gefuhrt t on der Jewish Agency, zu._. Ungeachtet dessen haf’tlie, bdjische Rv .'fe-u'ig ji PaiSstina nicht geringe Aus-; : t n giMijmcht: Seit 1021 hat die britische Regtcrungi iii Paiastina inelir als. neiih Mil- * lioilén Ptuiiil, iiatiirlich eiiischlieBlicii der Kosten tles Territoriums-Schutzes, vejrausgabtj Ferrjtr garantierte die britisei.y Regieriing eine Anleihe des Landes Palæstina - tn de-r Ht'.be' von viereinlialb Millicmen Pi u ml. Auf Grund diesgf ihrer Bemer- .ungen kommt die britische Regierung zu dem Schlusse, daB sie ihre Verpflichtung hinsichtlich der Entwicklung des Landes < erfullt hat. Bisher hat die Mandatskommi«sion»eine Diizufrh-.lpnheit lem erzielten Fortschritt bekundet. : Dié Berliner Am C.-SitÆung. Referate von Or. Ruppin. Hantke, Ussischkin, Or. Sénator. als Gast teil."In der ersten Sitzung erstattete Dr. R u ji p i n den Koloni s ationsbe^ rijCht. Nach itin; wurde Simpson ein Plan. zur Ansiedlung vrn iiO.OOO Familien in 4 DistriRten (Kiistenebene, Hule, Beisan und unteres Jordantal) vorgelt-gl. Von den in. diesen Gebieten 10rhandenen 4 Millionen Dunam seien 1,300.000 beansprucht woiden. Den Arnbiem sollten die Mittel gegeben verden, .durefj, 'j Inten.-ivierung mit dem restlichei Boden auszukommen. Die 22.000 auf diesem Gebiet vorhandenen arabischen Familier, sollten 1,(100.000 Pfund crhalten, die fur Schuldentilgu: ig, und 2,000.000, die fur Intensivierunggedae lt sind. Die Regie>rung håbe diésen Plan sabotfert. Das Budfet der Exekutivo betrage SoO.OOO Pfund, davoi 300.000 filr laruhvirtschaftliehe Kolonisation. Dies sfei ein: Minimum. Ober die Deckungsmog ichkeiten milsse das AC beraten. Dr. H a r t k e fiihrte aus, dal) trotz der schweren Wiitschaftskrise die Einnahmen des Keren Hajessod nicht. sehr hinter den Erwarturgen zuriick geblieben seien. Au, r ausseramerikanischen Landem sind, abgfesehen vom Emergency-Found, 240.000 Pfund 'eingeno.-sen. i’uien und Bessarabien hat seine Ein-. ahmen gesteigert. In Amerika dagegen hat sich.!ie Allied-Campagpe nicht hewahrt. Die Eingiinge fur den KKL, , fiihrte Us>ischkin aus, haben in den!> Mrnaten seit dem Ziiricher Kongrel) eine 2n'> . Slteigemng erfahren. Ussischkin teilte mit, .daB er' sich am 3. Oktober nach Amerika bogefø', um dbrt 5 Millionen Dollar fiir den KKL tufzubringen. Dr_ Werner Senator referiert iibef (Las entstandene Defizit vor 300.000 Pfund, dasiutrh eine Budgetkiirzung von 120.000 l^und \ auf Kosten des landwirtschaftlichen Budgets ge, drekt wurde. Fiir das naclistp Jahr konnej man mit etwa 400.000 Pfund rechnen, Die Deckung des von Ruppin geforderten Budgets sei rollig un klar; anderseits sei das. Budget von 4(0.000 l*fund ungeniigend und das AC miisse einen| Austveg fintlen. An der D e b a 11 e iiber die Referate hetei- Jigten sich Supraski; Dr. Soskin, Harzfeld, LV<-rligne. Montag nachmittags-verstattete Dr. Veizmann, der verspat et in Berlin eihtraf, den politischen Bericht. Luden Wolf gestorben. .London, Må. August. Am 23. August, ist Ilerr Lucien Wolf im Alter von 73 -Jahren in I.or.don ver -torben. Lucien Wolf wuroe IR57 in London g« toren. Sclion sehr friih widmete er' sich det jt dischen Publizistik und jiidischen geschichtlichei Studien. Er ertvarb sich auf diesen Gebieten, inen igeachtcten N'araen. Spiitei wnndte er .-ica der aktiren Politik im Dienstt der jiidischen Interessen zu und wurde fin léidenschaftlk-her Kampfer fiir jlidische Gleichberechtigung i: i allen Liindern. I.ucien Wolf trat mit den Regii run gejl jenet Lander in Verbin.- dung, in denet die Juden keine oder nur geminderte Staa shijrgerrechte genossen oder deren G’eichbertchtigung angegriffer. war, ode: I. wo Juden Angriffen seitens eir.er aufgehetztert Masse ausgisetzt waren und nicht geniiginden Schutz von den liehiirden erhielten. Seit Hestehen des Volkerbuniies hat Het*r Lucien Wolf das Schwergewicht seiner Tiitigkeit auf Genf veriegt. Er vertrat die'Anglo-Jewish A.sso-l.tion atrf (ler'Versailler Konferenz i. J. 191!) und :etzte sich als det Vorsitzende des Komitees der Jiidiseben Delegationen Tf tit teilweise gutem Erfo!g fiir die Erjrichung jiidischer Minderhleitenrechte in Polen," Rumfinien, Tschechosloslrakei, Litauen, I.-ttiand, Estland und Griechenlanjd ein. Von 1874 bis 1893 war er Rcdakteut der Zeitung .Jetvish World”.. 1885 verdffentliclite er eine groBangelegte Monographie iiber Moses Monteficre. Er schrieb femer ein Buch uber Mnnasse ben Israel. Er war Mitarbeiter de - Enicyclopaedia Britannica und- Mitbegriindei Priisident dér Jiidischen Historischen G ,-eh3*“. I und seli-