Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXX (1930)
- Issue
- Jubiläums-Festnummer 1900-1930 (15.3.1930)
- Date
- 1930-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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UB1LAUMS-AE SOABE 1900—1930 Scjir Dcp. Jizcliak Griinbaum, Warsc' 1 lau; von dn JHen Prims.; )ie Entstehung Jes unabhangigen Po en den. Bei den ersten W und pie Friedensverhjandlungen |nach dem S eg | Konstituante stellte der der Entente weckten I I ahlen in die polnische - -- (--- -.w..v Nationalrat seinfc eiget aller ju dinen Kandidatén auf una zog mit der absoiuren len ihnen ene Mehrheit, 6 von 11 jiidischen Abgeordneten, polnische luins Parlament ein. Von jlen anderen 5 jiidischen ung des ru;si- Delegierten ging der Vertreter der Poale Zi'on »Ischewistische Hånd in Hånd mit demj Jiidischen Nationalrat. en und ukra-jDie ubrigen 4, die der jAgudah ond den Folki- Vertreter einer sten angehorten, konnten keinen groBen Einn polniscl en fluB ausuben, ihre Rolle im Sejm war gapz ,un- Judeitum wurden dadurch viele Proble rite bedeutersd. aktue 11, die man vorher nur als „Zukunftsr iu- Ein schwerer Kampf mufite in der Konstisik“ apsah. Das europåische Leben wurde du; ch tuante um die butgerliche und nationale Gleichdie F evolutionen, die Entstehung neuer Staalen bereehtigung des polnischen Judentums gettihrt 'und durch andere im Gelolge des Weltkrietes werden. In derselben Uichtun.g bewegten sich stehe ide Veranderungen und Ereignisse tief erdie Bcmiihungen des Komitees der jiidischen schul tiert. Es war klar, daB auf der Friedenskm-i Delegationen, das in r aris aus dén Vertretern feren i, die die neuen staatlichen Grundlagen der jiidischen Gemeinsehaften der verschipde- Euro[tas festlegen sollte, das jiidische Volk t ind nen Lander, darunter auch der Vereini ften insbt sondere das poljiisehe Judentum nicht i eh-1 Staaten, entstanden w; r. So wurde auch die len lurfte. Die Balfbur-Deirlaration stellte die polnische Juden?rage ii i den aUgemeinen Kom- Erri( htung eines Nationalheims fur das ji diplex des Probletps der jiidischen Nation ei ibesche Volk in Palåstina auf die Tagesordnuig. j griffen. Die Judelrfrage als solche wieder wi rde Die '»lotwendigkeit wiederum der Regelung der zu einem Teil des Minderheiten-Problcmes, das Verhaltnisse zwischen un<d in den neuersfarde-: die Friedenskonferenz ’u losen hatte. Bekmntnen staaten, um die Ursachen kiinftiger Kri?ge aus der Welt zu schaffen, machte aus der Juc em fragi l eines der schwersten Probleme, Idas schn die Losung erforderte. Verscharft wurde diese Frage noch du den Austoruch eines Gewalt-Antisemitismus Ostejropa, der eine nicht wegzudehkende gleit Jrscheinung tiefer Erscliutterungen des lich wurde aber diese iFrage nicht gelost, Wil man nicht solchje Staa en schaffen konnte, in denen nicht eine groBere oder kleinere tahl von Minderheiten lebti. Die politischen Beitrebungen der jiidisihen Minderheit in Pjolen spwie das Verhiltnis der iijrch in Be-. Welt zu den antisemifibchc.n Fxzessen riefehNn s so-. den polnischen politis hen Kreisen groBe Unzialet und politischen Lebens ist. In einigen I zufriedenheit heivor. In aller Offenheit wu den Stad en Polens braclien Pogrom-Unruhen åus, \ Vorwiirfe erhoben, da l die Juden ihren i deres bogann éine Zeit von Unterdriickungen Und. nationalen EinfluB zim Soheden Polens aus- Exzessen. Zum Kampf um die Gleicbberechti-! mitzen und die Ehre Polens in den Augen des gung, um nationale Rechté — gesellte sich j»tzt Auslandes schmlilem. Die nohvsken n >litinoch die Nobwendjgkeit, weiteren blutigen 9^en Spharen?rwart den, daB die nid sche Au« chreitungen gegen die Juden F. i nhalt zu Vcrtreturg daraufhin len ganzen, im Au; land gebipten und judisches Leben, judische Fhre gefuhrtep Kairpjf um die Re<-hte des polnischen und judisches Vermogen zu schutzen. Zur fullung dieser Aufgaben muBte eine aktive. Institu ionen geschaffen werden, die das Récht habep solite, im Namen der jiidischen Bevolkerunjd Polens zu sprechen und die Zielé dér judiscl en Politik zu formulieren/ Das verstend die Zionistiske Organisation, die mit dercInitiative zur Einberufung einer Konferenz des,gesamlen polnischen Judentums hervortrat. D ese Kon erenz soilte die Aufgabe haben, einen kation; ilrat zu wåhlen und eine Delegation zu mt- Lr-1 Judentums ‘desavouieren w?rde. Fs bsend en, die zusanmen mit den Vcrtretem Juden anderer Lander und Staaten das judi; Volk auf der Friedenskonferenz zu vertr-cten ten der che E. Kiinig, Nuw-Yprk: Der „JODISCHE VOLKSSTIMME" biems des judisehen Volkes betrachten, dieses Volkes, das zwar iiber die ganze Welt verstreut, aber innig aneinander gekettet ist durch das allweltliche BewuBtsein seiner nationalen Einheit. Der doppelte Kampf der jiidischen GemeinBchaft, in Polen und auf der .Friedenskonferenz, erreichte e nerseits den Minderheitéevertrag, andererseits jene Vorschriften der polnis,'!ien Konstitution, die die bilrgerlichen ijn l nationalen Rechte des Judentums als nationaler Mirderheit wahren. Zwar entsprachen werfer der W nderheitenvertrag noch die konstituj;onelle:’ Vorschriften den Wiinschen des Juqwitums, diel von der jiidischen Repriisentan/. im Sejm urd! dem Komitee der jiidischen Delegationen in i Paris formuliert worden waren, — aber d:e eroberten Rechte kornten als Grundlage flir den weiteren Kampf dienen. i Die Judische Repråsentanz im verfassijnggebrnden,Sejm formulierte — wie gesagt die jiidischen pc’itischen Postulate als Forderunger. einer' nationalen Minderheit. Gleichze t;J kiimpfte slie um die Minderheitenrechte und vebeinigte iltre Bemiihungen auf diesem Get'-ete. mit deneit deranderen nationalen Minderheiten in Polen. Ven diesen befanden sich in der Konstituante hur die Deutschen, die sich aber gjnnz abseitS' hielten. Die judische Repråsentanz muBte so den ganzen Kampf um d:e Minderneitcnnecihte; auf sich richmen und bildcte_so die Avantgarde aller nationalen ' Minderheiten in Polen. Es kam so weitj daB fur die Ju^eniein neues Pseudoovm geschaffen wurde: „Die {nationale Minderheit*'. Deuflich zeigte sich dies im Kamnfe um die jieue AX’ahlordination. die narh 'len Pl:incr' ler Rechten dem Sejm eine rein polnische M’hrheit, und dies eine der Rechten, sichom solhe. Die jud:3che Vertretung verteidigJe-die Rcehtej nicht nur der Juden, sondern kmrofte au'-h fut die Rechte aller nation Men Mindertieiten in Polen, irdetn sie die Schaffung eines aUgemeinen Minderheiteeblockes ankiindigte, wenn die |neuc Wahlordination nicht die berechtigten Fordcrun zen der Juden berO'icsichfigen werde jjr.d p’s Hi?; w:rkl:rh emfnt imd dieliudiu^ht schen Foricrungen nicht erffdH wurd.’ iJ wcr:'*’t erwåhnt zu werden, daB di ese Erwa dunnigstens nicht in ihren wichtigten Relarigfn. gc"> nicht erffillt wurden. Die jiidischen Ruprå-1 enstand bei den Wahlen zum ersten nornhlL'U sentanten erklarjen feierlichst, daB sie die Ju- Sejm der Block der nationalen!M:ndenfrage in Polen als Teil des allgemeinen Pro-ld e r h e i te n in Polen { smus in Amerika. Der JudénhaB in den Vereinigten Staaten I \vhere Ycju belong“. Der Amerikaner spridjn m __ . ..... „„ .......... hat weder seinen Anfing noch.sein Ende. mit [ seiner Naivitiit von zwei Nachbarn, von denen. hatte. Doch die Initiativeder Zionistischen Orckr verstrichenen Aktijvitiit des Auto-.Maghatcn I der eine i American , der andere „Je\v* i.-t Mit ganisation stieB auf Widcrstaud nicht nur,bei Henry Ford genlnden Der Schwerpunkt! des dieser AeuRerung ist die Mentalitat des ataer’- r - . - 1 ’ .. .. . kanisichen) Judenhasses trefflich gekennzeicljmvt: L * ’ - . - . den jiidischen sozialisiischen Parteien. sonaern amerikanischen Antisemitismus liegt vieli^iehi i . au cl bei den Folkisten und der Agudah. D|iese in der Vergangpnheit des verhaltn:smafiig|juu- Al^.Juae ist man nicht Amerikaner, beiden biirgerlichen Parteien ifiihlten, daft. sie den Landes, oder klark ausrgedriickt: mit jdem immer mehr die Bedeutung verloren, diel'sie ersten Juden betrat der erste Antisemit deni Bowiihrend der deutschen Okkupation besaBen den des neuen Weltteites. Wo Juden vorhagden und — daB sie ietzt klar Stellung nehmen niuBs nd, dort gibtjes auch Judenhasser. Diep ist Wiihrered der JudénhaB in Furopi zutneist einen okonomischen- Hintergrund auf dem. < nbieie der Handelskonkurrenz aufweist/so ist m der neuen Welt sein Ruckenutiark Religion, D'e ru einer we'tunrsnannenderi ifidis,'hen Polieine unerschuttfrliche Klnsjsengegensatzc eeschaffen \ifurden-) updjver- { mitismus das 1 iauptk stan Jen nicht; daB ihre Rolle i n einem profetn-1 grammes oder dje Farbe einer Partei (Nationalrisel en Parlament der Rolle e itspricht. die je- {sozialisten, Chrifetlichsoziale) in Amerika i; t er bfkmeltm maskierten Zuhorerschaft des K. K historische und soziale amerilutnlgchen Massen jn deren protestantfsehtik, die eng mit dem Zionismus zusammenhangt Erscheinung de$ jiidischen Volkes in der Dia- Die judisch-sozialistischen i Parteien behiclspora. Mag die 'Ursac le verschicdenen Chårakten ihre prinzipielle klassendocmiatische Stelter schattieren, das Erdresultat bleibt dasselbe: lun« bei. sie rechnetcn wohl auf den schnel'en man haBt, verfolgt ocer verachtet den Jiiden. -gcbiiit, \yird so viel Bibel Ausiiruch der Revolution. Sie beteilizten P,''h Dieses gilt fur Lembert (Steiger-ProzeB) so gt.t Missioniire hcrangebildct als m Amerika jiun an den Arbeiterraten, (die von : er P. P. S. njehr wie fur Atlanta (Leo Frank-Pr.ozcB), b.oB d'e wie einst ein Fiihrer des Ku-Klux-Klan OijJei.s zur Besdrwichtrrumg des Polsche|W'smtiS|i als Taktik der Judophobie ist verschiedenartif:. In erklirt?. beginnt die Antagcnie des christljc.ii.ti zur Vertiefung der zur Revolt tion fuhrenden manchen eurcpijischen Lar.dern ist der Artise-j Amerikaners gegen die jiidtsche Rasse im nleuen _1 \ t L ' /4n.^ I IhimlUoUitnl Ac—c D/wriamturenrAt methcdistisch-babiistis-hen Majoritiit sind etn Volk der Kirche, Bibel und Missionarunij. .In keindm Lande der Welt werden so viele Kiijchcn Bibel studiert. so viele Amerika (Und aital des Regierungs proj Tejt^mpnte. ..Wir konnen denen onalvcrzrihenV* rief er schiiumend v der andere jud;<che Vertreter. in we^eml reprSsentativen Korper auch ittjmer, einnehmen muli. Doch die zionistiske Tni iaFve erreichte trot;: aller Schwlerinkeiteiri ihi Z:?l Fs. versan* nelte sich eine imoosfnte Konferenz, die einei provisorischen National M wklte l||ind ihm die Fuhnmg der mdiskeir Politik inljpolen lowie die Futs^durtg eine* De’egation |zur Friedewskonferenz ilbertrug Damif beginnt die akti’ re judische Politik rn unat hångigen Palen. Die Grundlagen det judiVhen Politik, die noch vor dem Kriege formuliert woiden waren, soliten nun im tagtåglichen Leben realisiert werkonnen denen Golgatha nicht or seiner vveil>T weder dak Fine, noch jdas Andere. Dieser Um- K.-Ordens, stand verhindert! es aber nicht, daB Juden, ge-! { Z«weilen nimmt die Judenabneigungi hier sellschaftlich oder wirtschaftiich boyko bet €intn okonomisch-wirtschaftlichen Gharakter an. werden. In Europa legt sich der JudénhaB kein wiéwohl von der 120-,Millionenbevblkertrng der Blatt auf den Mund,! er ist schreiend in der 48rVereinfjgten Staaten nur 4 Millionen j(fcfjsclu‘ Form physischer GeWalttaten und Schmåh 'ufe,. Scelen, van denen 2 Millionen in New-jYork wogegen er* in den V<reinigten Staaten schweiwohnen, zu ziihlen sind. Dies ist eine-^prpzcaigeiid ist, was das Prablem zuweilen konpliti.ge I.osun.g, wie man es chemjscfv ausdriirkt zierter gestaltet. Ein Amerikaner muB doch das und doch fallen unsere Juden hier'auf, dh s e Prinzlp des tradition«lien Gentleman hoclihaliibérall in der ersten Reihe zu finden sind. In ton, er wird mit dir BusirteB tun und einesschoden Provinzstådten haben sie auf. den. Haupt-» nen Tages auBerhalb des Bereiches der Sdbststråben die groBten Geschåftsauslagen, fiihren , Kontrolle andeuten, daB du als Jude dorj bleidas Bankwesen und den Realitåtenhandel, ebenben solist, wo iu hingehorst „You stay, ihere so in den I GroBstådten, wo sie das fiihrende i