Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXX (1930)
- Issue
- Jubiläums-Festnummer 1900-1930 (15.3.1930)
- Date
- 1930-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JUBILAUMS-AU iOABE 1900 -1930 Karl Bi In einer Atempeuse. 1. vom Leben isoliert dort, w Leben nicht gibt; verstaubt. Hugenberg, gegen Pilsudski k'omintern schreibt aber Wieben ist im nungSstaates. Mindet sie s in einer tragikomischen S:tu* es ein jiidische^ weil sie zu viel ri it?u Hitler, Hortliy. und die Politik der ohne LinfljiB ge- Wirkungsknjis ihres jf.rsche, ich nicht eigcntlich tion?! r-1 Die Wirklichkeit hat, wie wir wissen, zu cjnem Tejl doch stars 1 gehalten: So schwere .Wunderi’die ldee Herds auch ih die Reihen der .Vjssimilation riB, sie alieb am' Leben, wurde SChlieBlich in einem < ngeren, kulturellen Sinn sélbst im Zionismus Voblem. ' Die. moralische Judennot ist also noci nicht vollkommen geibst -jso sehr auch das B e w u R;t s e i n des rinzfclnen Juden auf die Tatsache tseines Judesdns 'tit negativen Situatioi en heute positiver reagiert a|s m 1900. Das pliysische Leid aber der jihfischen Masse: Es ist fast ganzlich aufrccht gjt’bl'eben. Palastina itlieb der jtidisrhen Mass^nwanderung durchj eine verfehlte . Kolorisa tions- und internationale PoEtik verschlos von Ausnahmen abgqsehen Nocli mehr: Virtschaftliche! Lage dentums gahz Euro zur Vorkriegszeit ve: derstand mehr! gegei Milieu droht zm fallel des mittelstandischen s;en, bie Jnhat sijrh im VergJeich chlechtert (also: ein die Assimilation an ) und das groBe jiidis Kraftreservoir RuBlaijis ist isoljert und nur nige „Auslatid$nisseh“ legen nojeh Zeugens'- ab von der Krlaft, d.ie dieser jiidischen Geificinsrhaft eigen war. i Å Die palastinozeiitrische ,Politik; der Zikuir stisrhdn Organisatioi hat zu einem Vcrfall des Vertrauens def jiidisrhcn Massen gefiihrt, ihre Lebensfragen der Gcgenwart konnten im Rah 'tjen der Besfrebuirg« n der zicyiistische’n Biweg|ung ieine -Loéung i nden. Daran iindern ,uusnabmein nichtsj wie d e einer jiidischen Gemein- -;t‘ in Berlin oider zweier neuer iiidischer Altge ot drejer in unferem Sfaatc. Und aus dieser Tat-j smelte allein isf das Verbalmis j des jiidischen Mcnsclien zur jiidischen Presse zu begre fen. BeSorrders denfi Westjuden ist sje eine pej 'Ai’gelegep.heit; er vertrauc ihj'em pol 1 ipiltip nicht,jdenn <r weiB: Sje besitzt Er behiitzf si<* zur Entspannung, aber II. 111. In der gegbtvWaiJdgen jiidischen Situation (jen Ruhm der Vergangenhejit greift, (im die nat man kern Recht, tlie Gelegenheit der |.)i ej-. Kraftlosigkeit der Gegenwar vergesSfcn zii m:> »igjanneier einer zioiustischen Zeitung zu b’-: thtn; langweilig, weil sie sit h wiederholt 'in ei .s.orischtn Betrachtungen auszuniitzen mehr, ils . putzlosen Polemik geg nnbedingt notwendig sri Man niuB nur die I r-1 innerung an die zion stische Pifesse von 1'jOO waclirufen und die G jgebenheitpn, aus der en sie wuchs, und diese Vesse von heute und Jie Bedingungen, die sie beeinfluBen, und'\|vii s.nd mitten irp Rroblc n. .1 1900: Das Presse symbol dieses-Jahres end der spilleren: Die „V élt" — Herzls Kampfblatt, das die Judenfr ge formuliert, die Sjøierheitvder Assimilation sprengt,.se das Judessin gelb-grell fiihlen laBt die theoretische Diskussion iiber den Zionii nus und seine mode ne Bewegung abfiihrt, ji dische Welt-, Kulturfond Gemeindepolitik treib — die „Welt" und Dre Ableger: Sprachrohrc, in einer Massenspra :he geschfieben, Raiim g bend dem Sclirei /ei ier Massejnnot —- vorerst nach dem, Westen gerichtet. Atich iiber die pi iktische Arbeit, iiber die Paliistinakolonisation, iiber die Charterpolitik schfeibt die Presse, a ter sie scheint-den Hegelschen Satz richtig bt griffen i zu haben: tie theoretische Arbeit bi ngt mehr in der Welt zustande, als die prakti iche; ist das Reich Jer Vorstellung erst re 'olutioniert, so halt die Wjrklichkeit nipht stajid.“ ' Wir hatten eine Tages. :eitung im Westen, die „Wiener Morgenzeitung". DaB sie nicht mehr erscheint, gehort aucli hier hereiin in die vielieicht etwas, pessimistische Jubi,laumsbeuch unterfiajiht, der Noch trachtung. Sie, die den Ven An de Noch Noch Noch „Jitf D I S C H E^V OJ. K S S T l|M M E“ Wie lange noeph^?’ Nocfh nicht genug der Schmerzen und der: Tranen? J Noch nicht genug der Schande und der Nlot5 Vcisohnt dich, Herr, denn das Lrla.ungssehnen Das ts usendjahr'ge, nicht nach ffreiheit ejeh-r Tod?1! | ■ Hat ditnn nach tausend Jahren unser Weinefi Noch nicht gcsiihjnt der Vater trevle j ust? Noch nicht genugider Bufie, Gott? An S:ein.u. An toten, kalten, sfohnt der Srhmerz aus ur-s’rvr Brust. nes Hauses Steinen, den verruchteit*. Die ups're Tranen trinken tausend Jahr! An de Und von dir verlaJVnen und verfluchten '^nisten Stiijte, wo dein Tempel einsten war. i Zu tra Wie la Wie lange noch? Wir sind so miid zu wandcirn, nem imnij-r noch am-ahen Grab. nge noch; /ur Beute all den,andern i Gibt tjns vem jieuem stels. Ab?; Die Widas che welafl jiidischen Gemeinschaft, sbweit sie I déutsch spricht, die Brticke zu schlagen in die \Velt der politischen, wirtschaftlichen kulturellen . W:?kchkeiten, muBte zusammen jrechen. Durch solche F.reignisse wird der i meren Assimilation des jtidisrhen Menschcn an seine < L’imyelt irchrht gemacht, wird gefbidert, daB ^as Bane zerreiBt, welches uns nach dem Sinncldes Zionistnus zu einem „diesseitigen“ Kollektiv .zusam^ rneiischlieBen solite. Was lconnen kleine jiidische Wochenzeitungen ausrichten gegen das schon rein arithmetisch gjoBe . Uebsrgewicht dep Tagespresse? Wenn noch dazu' all’ die , Wiener Journals", „Pestef Lloyds" und „Bohemias" je nach Leserkreis und Konjunktur Judentum und „Zionismus" neben allem, anderen noch als Seltenheits- oder Aktualitiitsartikel ruf l ager fiihren? Herziich wenig. Sie konnen nie der Lrsatz einer Tagespresse sein und mussen auch dieses BewuBtsein hatten. Aber sie keinn.-n ting erzieherisphe W;rkung ausuben, die den Boden fiir eine jiid'sche Tagespresse letzten Endes, gut fundiert. Um diese — gegenwartig ihre einzige wabre Aufgabe z.u erfiillen, miissen sie die Moglichkeit haben des geiistigen Niveaus, der kritisehen Einstelhmg, des nicht mehr ajls sa-hlichtin Berichtes, der unverwasserten Polemik .... j | '■ , Ilaben sie diese Moglichkeit gegcnwarti;'? •Da ein Wort an den .eser: Diese Ereihei. ist sehr begrenzt. Was er von uns will, ist IVbolurg. Ruhe, nicht zu #a.-hl:rhe. Informat’on, familiare Kritik, „Erhebung" im Jiidischen 1 Arthur’Griin: Heimwe, und alles andcre lehnt er art. Begrcift er, daB es Theodor Huber (Briinn): nicht genitg des Blutes und der Leiden?, nicht genug des Elends, Herr und GbtG inwner nicht winkt der Erlosung Zeicben! iibertont der Ereiheitsruf nicht Schuiach und Spotj! o Gott, éin nejier Siegmund Werner. heutige Ausgabe enthålt følgende Beitråge: sk itv ’. ' 1 Schuller (Briinn): In .Memoriam . 2 M. Zweig (Jerusalem): Ein Gliick- 30 Jalire „Jiidische Volksstimme* Dir. J .Dr. ti wtu.sch aus :.Meneuland Saul Tschernichowsky (Berlin):’ Aus den Liedern der Verfnebenen Dr. J. I.amm (Briinn): Unveroffentlicht? Dokumente, zum Tode Hertis Karl Baum (Briinn); In einer Atempaine Adolf ponath: War ein .Ride Siegmund Werner: Wie lange noch? Abg. Dr. Juli Reisz (Bratislava): Die wirtschaftliche;Lage c'er Juden in KarpatiioruBl4nd *. (Gédieht) Der Zionismus wichtiger fst, einen halben Art’kel iiber die he-j bis f.u Hprzls Tod brii'scite I.iteratur Paliistmi s zu bringen, als ei-1 j. Polåk-Rokycana (Pr*ig): 'Rund um'den nen gan/en Bericht von einer der un/ahligen — ■ ' \erairstaltungen der un/ii lligen Vereine, deren Mitglied er ist? Wenn mai Urin daran erinnert, dmn gibt er Dir recht, pber er v^ertgiBt bald ripiiere ti^caen keipen. ist Aufstardk’iele von ursejren „Revoliitionaren" besingen mit ilt ren Greisenstimmen ein „gohJenes Zeitalteit“, das abgeht, daB éie ihn vjerbinden soli mit jii lisrhe Kultur und Tradition, von der er noch c in wenig weiB, aber seintn Kinderrt nichts mthi zu sind miide guworden unc sagen wissen 'wird Entspannung ist si;«.uch deri tausend‘Fitelkei en, die aus der Enge der iiid;scnen Oeslellschaftlichkeit wuchern, di; l|a in Dnem "ewissen Sinne immer noch auP.^iedhin/rsravon" oder „Ghetto11 beschrankt is ti Das-valent l ugen S estraft wird ist so die Beziehung des jiidischen Meust hen! Petrachtung ist noch mch|t lur jiidischen Presse. Und so sieht sit cenn hen im Kampf dich aus: Engstirnig, weil sie das jujdifthe SH wieder daran, vergiBt an ausgabe einer jiidischen Zehung mtiB sagen: So Sie riiuB sagen: Diese Kriifi c s so sagen, daB Du Inter :Li> Kriiftcn im judisclicn wenn ts gefiihrdei ist, wie auRen, muB sie sagen: S:e muB sagen: ln dieser! Dich, Deine Kraft, Deint; finergie.. Sie muB den IVa regen sich. Sie.muB ■sse an der I ag£ und eben gewipnst. Und heute. von jinnen und tiier 'st ein Ausweg! lefahr brauciten w>r IntelligeiiÅ Deine id der jiidijsrbcn Not Dein Her/, senken, dir trst ersticken kann aus m dem Zusanimemvirken deren Du einer bist. der tausend Die „Jiidische Volkss ihm nichts inlt Kamp: mit se i ni n taglichen ■»or- Jahren ihres Bestandes, gav Und Entspannung ist nient nitr, wenn er selnvachcr. diesen Kampf verlargt. daB sie ihin etwas erset-zen soli von rtifg des lrdividutims geTihrt, die d|e vorausder jiidischer Wirkljchkeit, ditj seinem Liben setzung ist fiir den Aufstr meinsehaft. Heute stehen WVrs ’iau, Budapest wie am en Sinn, deti die Her- Piibli/istik :hat. Die : iT Rathausturkn der Prager Judenstadt Reg.-Rct Dr. S. Krenberger (Wien): Das erste zion l andeskomitee von Oester-. reich. Dr.! eo Go’dhammer .(Wien): Dtr^TTEoRe Sterheit ira jiidischen Handel Wiens eht es im jiidentum. .Sejmdtp. Jizchak Griinbaum (Warsciiau): aen Juden Polens E. KiinjigaNtw York): Der AnEsemitismus in Ajmerika _. . . Dr. Meier Teich-(Succava): Die Organisa.* tion der jiidischen Gemeinden in Runvinien i . . . Dr. I . (Zagreb): Zur Oeschichte Jer Juden Jugoslawiens; Eknry Marx (PariS): Bar Mizwah S Bet|ElbJm (Bubarest): Chawa, die liei-, lige Pilgdrin # ■ - Dr. E’ejix Kanter (Zwittau): Die E'euerbestattungTm Talmud. S'egmujrd jLRabin (Gablonz): Eine Weltnilujtrie^trdt und die Juden Erci. Dr. Aj: Eiirst (Budapest): Das Ghetto" von Budapest. •Mc;s Jirasek: Rabbi I 6w und der Tod Oito Aibelcj?: Reij den jiidischen Bauern Transsylyanienis-I. nicht eirmal in der Relati'itiit Geltuitg hat und Dr. Hepn? Le'bermann: Eline Partie Schach on jedsm jiidischen Ta;; unscrcs Vokes in pjiyid Ooijtein (London): F.iri Chaluz in " i -- loncjon'l.•• Min straf ionen auf Seite 1, 2, 3, 4. o. K:imj)fer. mime" hat in delt 30 ba.!d starker. jbald mil die Res’oltitioniep-d der jiidischen Ge wir mitrenrin diesem Czcjmowbz und Pie Zeit der r gckommen. Vi Beginn. Jeruihigen ir ste- (1! I 17!'t lo 2! r-> 33 .37 3o 30 4f 43 13. 2«.?1, p. v. 0253020000000100010132020002000200021001 000202230200000211000000015301235302025310080053010101021002020002020201010000015301