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Jüdische Volksstimme · 1909-02-20 · 6 (20.2.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
X (1909)
Issue
6 (20.2.1909)
Date
1909-02-20
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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pr״ Uerbreitef den ״Milchen Uolkskalender. Nr. 6. Attisch« Pikttdi»«« ihnen begegnet, die aber die Folge ihrer öfter» regelmäßigen Wiederkehr ist. Kurz, sie entsprechen dem lokale» Milieu zu getreu, und cs sehlt ihnen der Reiz der Neuheit. So wäre denn sür ,alle — wie ein beliebtes Wort sagt — die ein Interesse daran haben die Gemeinde nie zur Ruh kommen zu lassen", der verflossene Monat ein Passivum. wühlen wir nicht ein sür all hiesige Juden ertreuliches Faktum zu berichten. Tie jüdische Leih, bibliothck bat nach vollzogenem Lokalwcchsel ein jüdisches Lciczimmer krcien und dieses einem au» jüdischen Bürgern bestehendem Komitee zur Administralio» übertragen. Schon die Zusammensetzung des Komitees, das ans arbeitswilligen guten Juden besteht, gibt die sicherste Gewähr, daß das Institut, bei geringem Wohlwollen der Bevölkerung florieren wird »nd zum Sammelpunkt aller jüdisch Dcukcndc» werden kann! Dar Gründungskomitee hat das Lesezimmer sür alle, sür die nicht schon das Törtchen ,jüdisch״ 'eine׳'Kriegserklärung bcdeutet, zugänglich gemacht . und cs-so aus die breiteste Basis gestellt! Wenn trotzdem, gewisse. Leute. den! Institut scrnstche». andere ein Kesseltreibe» dagegen. iüizcnicrcn. "so tu» das die crstcren teils aus Indolenz, teils in Verkennung der wahre» Tendenz dieses Institutes die andern aber instinktiv, in richtiger Einflchi. dah 'für sie in jüdischer Gcscllschast kein Raum ist. Die crstcren. sie mögen-die wahre Tendenz kenne» lerne»' »nd mit der Indolenz^ brechen, sic sind gerne gesehen, die nndern. die :sich schuldbeladen, ausgeschlossen höben, mögen draußen -bleiben! Heinrich Mand^. Brunner Nachrichten. Attische Lonuberönlke. Sonntag de» 14. d. M. hielt Herr Rabbiner Dr. Jakob Sonderling. Hamburg, im Fcstsaalc der höheren Töchterschule cincn Vortrag-über ,Jüdischc Kunst״. Ter Vortragende. den wir als hervorragenden Kanzelredner kennen, überlrns dieicsinal gar gcw.iltig die Erwartungen, die an'seinen Vortrag geknüpft wurden- In sormvollendcter. logisch durchdachter Weise verstand cs der Vortrngciidc ftl einem 1' , stündigcn glänzenden oft von^stürmischen Beifalle unterbrochenen Referate das Thema qusführlich und leicht sahlich zu behandeln. Zum Schlüsse feines Vortrages rrzitiertc Herr Dr. Sonderling einige jnngjüdischc Dich»z»gc». Dr. ^üuzigs zyortrag. Sonntag, den 28. d.. 'hält Dr. Gün.zig im Gewerbevercinssaale. euren Vortragüber: ,D-er ' E h a s s 1 d i s m u s. s eine P r 1 n z i-p.i c ». seine Entsteh» ng und seine Entwicklung". «dberlebrer Simon Telineli. Freitag den 19. d. M. fand unter zahlreicher Beteiligung daS Begräbnis des im 83. Lebensjahre verstorbenen pensionierten Sberlchrers. des Herrn Simon Jelinek statt. Ter Verstorbene war durch ca. 1)4׳ Jahre Lehrer aü jüd. Schulen. Die politische Judöngemcindc Kostcl ernannte Herrn Lehrer Jcllinek vor Jahren zu.ihrem Ehrenbürger. Ehre seinem Audcnlen! •üiSnr Ekoukim. In den nächsten Tagen findet anläßlich der Gcneralvcrsainmlung eine öffentliche zederman» zu gänglichc Vcrfammlunq statt.-Sri und Zeih werden noch bekanntgcgcben. In dieser Versammlung sollen die Zustände im Bikur Ehoulim beleuchtet werden: desgleichen soll zu den Neuwahlen Stellung genommcn werde». Es ergeht an sämtliche Mitglieder die Slussordernng. in dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. Wohlkabrtsverei» Aruu». Montag, den 22. d.. um 8 Uhr abends, in Tounats Restauration Ausjchußsitzung. Dir Juden und die öffentliche Meinung in Deutschland. Die Jude» und die öffentliche Meinung in Deutschland, über dieses Thema sprach vor einigen Tagen Rechtsanwalt Dr. Klee-Berlin in einer in Posen vom Verein zur Förderung jüdischer Interessen einberusenen öffentlichen Versammlung. Der Redner bczcichnctc cS als Mißstand, daß die deut׳ jche politische Presse über spezifisch-jüdische Angciegcnhriten wenig Nachrichten bringe. Aehnlich liege es mit de» großen literarischen Revuen. Die Folge davon sei, daß die große deuffche Oeffcntlichkcit tber dass Leben und Treiben der Juden, über ihre Instltiitionen. ihr Bereinslcben. ihre Ideale und Arbeiten zumeist falsche Vorstellungen habe. Die Wirde der Juden verlange aber, daß von dem. was sie bewege, die Ochentlichkcit Nachricht erhalte. Es sei!ein unerträglicher Zustand, daß etwa 600500 Seelen in Deutschland inbczug auf die äußeren Vorgänge in ihrer Mitte ohne publizistische Ver trctung größeren Stils seien. Tic christlichen Deutscheu seien durch die Publizistik genau informicrl übet die Reisen Sven Hedins und die Gebräuche der Tibetaner, kennen ober Sitten und Gebräuche der! in ihrer Milte wohnenden 600.000 Juden ,sicht. Dies Folge sei. daß so abergläubische Vorstellungen, wie! die Blutbcjchuldignng. immer noch in einzelnen Köpfen Platz greisen. Eine ausgiebige Publtjzistik über jüdische Verhältnisse liege demnach eben so sehr im Interesse des Staates wie der Juden. Letztere habe» jedenfalls in keiner Weife, die Scffentlichkcii zu scheuen. Das Judentum habe eine Fülle großer suhrender Persönlichkeiten int letzten Menschcnaltcr hcrborgebracht. Er erinncrc nur an Luigi Luzjani. Jos. Israel. Mare Aniokolski. u. a. m. Gegenüber der judcnseinhlichcn Prar.s. die jedem jüdischen Wucherer das Epitheton »jüdisch" beifüge, sei darauf hintuwciscn. daß die gcninntcn Männer jüdischer Abstammung seien. Das Judentum habe aber auch in deinen großen Verbänden, wie der zionistnchcn Organisationen »nd ihren Vestrebanqcn eine öffentlich gesicherte Heimstätte im Lande der Väter zu nnden. wie! dem Hilfsvcrcin der deutschen Jude» und seinem grofiartigen Kulturwerl. namentlich im.Cricnt, sowie dem Verbände der deutschen Juden eine Fülle von Leistungen gezeitigt, die die S eifentlichkeit interessieren müßtizn. von der sic aber qakuichls wisse. Auch sei der Lehrinhalt des Judentums, feine Ethik, seine Sozialpolitik einer weiteren Oeffentlichkeir zugänglich zu ,machen. Hieimftmüssc nachdrücklich die Fordeerhoben wessen, daß ins unsere» Universitäten -LeljrstühlcZür^bic Wissen!Haft des Judentums geerden. Wen»'man Lehrstühle für m ilauüche >r errichte und über die Kultur des Jnta Borlcsgngcn halte, io sei es eine Ilngcrcch!eit schlimmster Art. daß die JudSn mit ' ihrer grlsßcn Kultur, ihrer reichhaltigen Literatur und chichte a» den Universitäten sür ihre W ffeu-chast keche Vertretung haben, llngeinein wicht-g sei es auch, daß die öffentliche Meinung über das Gemesndclcbcn. der Juden ständaz unterrichtet «erde. Inj den Repräsentanten Vcrsa!»mlungcn »nd Voritriidsiitzungc» der große» indische» -Hmj-odeo Ivefde eine Fülle der wichtigen Vorqäirgc. die d>e Sesfentlichlcit inlcrcificrc, verhandelt. Seibstverstäsidlich sei auch -bei den Jaden nicht alles rosta Dö zu Jcjaias Zeiten nicht alle Jude» Propheten waren, so gebe es auch jetzt im Jndcntum manche Schlacken. Allein angcfichts des viele» Schönes, und Wiffcnswcrtciz habe das Indent,im das Licht der Saffentlichkcit nicht zu icheucn. 71 »ofkswirtschMicher Leit. Seite 6 Passiva, Aktienkapital.. K 2,000.000 — Einlagskonti u. Einlagsbüchel K 8,809.257-35 Depositen zur Aufbewahrung K 2.986.001-84 Transiizinscn.. K 58.509-77 Reingewinn.. K_91.680-88 Summe . {■ K 13,9$j>.449-84 Gewi »n- und Verlustkonto. Aktiva. Verwaltungskosten . . . ׳ , . K Verschiedene Spesen. Porti!. K Amortisation auf Trucksorienksnw iv Reingewinn.. . K Summe . . Paistvas Zinse» ..ן. . K 73 3-21-19 12.872-35 8.037-47 91.680-88 ~K 185.911-89 Provisionen.j. . K Wertpapiere.j. . K Valuten. Münzen. Anschrift!»-,.--.! K Ware.]. . K 148.766 17 25.119-97 7.212-28 1.067-41 03־3.740 Summe . . K 185.91189־ am oianzc» verwaltet a io die Bank ein Vermögen von K 13.945.449 3:. tsteiamlumiatz Iv 38S.54 8.350-35. Zu dem ausgewiesene > .Reingewinne von K 91.680-83 haben hauptst chlich die Ecträgniffc aus de» Bankgeschäften UN > Transaktionen der. Wechielstube beigctrag.cn. Tic Filiale in Krcmsicr. welche crsr im Monate August die Tat,gleit begonnen hat. entledigte sich der erste» Srganisalionsarbeiicn und önnclc mit dem 1. Jänner d. I. die HaUidteilung. 'Warenableitung zum Verkaufe von Stärke. Sqrup und Dertrin. durch deren E-richlang die Bank die Absicht verfolgte,!der Landwinschaft zu dienen, begegnete vom- Ansanjg an einem lcdhaftcn Jntercsfe der beteiligten landsvirlschaftlichen Kcei-rn »nd hat auch einen kleineren Gewinn ausgewicscu. trotzdem sie durch die Einriichiungskosten stark lastet wurde, welche sämtlich langten. Die Tätigkeit dieser weiter ausgedehnt, und zwar auf den Verkauf von Landcsprodukten. Futlcrartik, ln. Düngemitteln und Salpeter. D:c Resultate der neu abteilung werden erst in die! Bilanz für da» Jahr 1909 inbegriffen werden. Es wurde beschlossen, die Generalversammlung aui den 16. März l. I. zu>: Aiisichüttung einer Dividcnqe zur Abschreibung Abteilung wurde noch errichteten Eiienwarenmm.-nzurufen und d!e von 4' ., ״ vor::: schlagen, isjcichzcitq wird die Generalvcrsammluna aeaustragt. die Erhöhung!es Aktienlapitals um weitere 2.-100.0 — zu! ,-> HI:cßen. und der Ver waltungsral crmächiigl. dicie 2,Höhung nach eigenem Oluiachren den Verhält!,,ster aut dem Geldmärkte gemäß zur geeigneten Zeit d archzutuhrcn. Die Oieiicral-.-eriammtui g wird auch betre der Abänderung der Statuten Erhöhung des Ak1:enkaöital> aus K 8.000.0-1-— Beratungen,tresten. A» der VerwaltungsiMung Mitglieder deleiligt und würdcn Mährische Igrar- und Iiidultricbank, Drünn. , Am l5. Februar l. I. fand die Bilanfiitzulig de! Verwaltuugsratcs statt, welcher die Resultate de» verflossenen Gcschäfksperiooc vom l. Mai bis Eiidc 1908 vorgclcgl wurdeii. Tic Bllanzziffcr» stellen sich sehr günstig vor, und bciociicn. daß die Jtilcnlioncn der junge» hciniischev Anstalt!vollem Bejrständniffc der beteiligten Krciic begegnetet,. Das Rcincrträgnis sür die Zeit von 8 Monalcii hclauft sich aus K 91.680-88, was einer Verziniung des Aktienkapitals von 6' , gleichlommi. Bilanzkonto. Aktiva. Kassabestand. K 247.924-55 Korrcfpondentcn in lausender Rechnung . K 2,654.717-29 Wechsel, Devisen und Schecks K 7,040536*70 Echqelegic Kaffenübcrschüssc . K 566.224-44 Wertpapiere. Valuten. Münzen K 362.699-82 Emrichtungsunkostcn . . . K 41521-10 Jriventar. K 35-383 52 Depositen. K 2.986501-84 DrUcksortcn und verschiedene Aktiven. K 10240.58 1 Summe . . 1 13.945.449-84 chlägc aui^Erwcitcrung ver gebracht. ---. > Lorrejponjdenzen. DSioir. Eine S a d b l h - S ch I r a p r c »I g! D r. Schmiedls. Kein de anderer Sablmtb oder Festtag, den uitt'cr hochverehrter Seelenhirt. Tr. Zchmicdl. vorüber ziehen läßt» ohne den Andächtigen!einer Synagoge tone aus sinnigen Forschungen geichöpstcn iKedanlen zu ost:»baren. So war auch am lctzlen Sabdath S hira. Wie. wenn ein gekröntes Haupt die Provinzen icincs Reiches sucht. vorher die Boten kon men. .um die Ankunst', des Regenten zu künden und Vorbereitungen zum seitlichen Empfange zu treffen, so begrüßen wir den ' Sabbaih-Tchira irohbcwegt Vorboten zum nahenden Pfisachfestc. Heuer tügi cS,stch.^daß wir ein Doppel est begehen, denn mit dicicn aeabbuth fällt gerade Monates Schwül zuiammicn: das Neujahrsiest der Bäume-in deren Inneres neue Tricd-skrail ge langt. Nun könnte mancher etwa »ragen, wie kommen w i r dazu, das Fest der Bäume-zu feiern, die aus dem Walten der Natur allein begnadet werden. Gleichwohl haben auch wir alle Ilnacke dazu, denn der Baum ist das Symbol unteres Glaubens, zu dem wir verehrend emporblickcn müssen. Diese Lehkc überlicsMen uns unser Lehrer Mose, der königliche Sänger David und der Kuben sich alle auch neue Vor Vankliiigkeil zur Rede Verbreitrl Zickels ״Jüdischer Polkskaleuder" 1908-9. uupQ5 '״tivMtzmU qun -tzW u3q lpinq mMg n!

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