Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- VII (1906)
- Issue
- 17 (1.9.1906)
- Date
- 1906-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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9,'r. I«. )»di kche Bokbsüimme zunclmen. Für die Einweihung werde» Eintrittsfatti : ausgefolgt werden. ׳Durch diesen Beichluß n zun, groben Teile nur die »schweren" der Einweihung beiwohnen können. Ob qc diese Leute für ein Bell,aus das Interesse bezweifeln wir. Dr. Low״ bcanlragie. in Winlermonalen das Winterbcthaus' beim 1 Tempel zu sperren, da er nur das Bethaus ausjuchen wolle und die ״Penu" im Winterbethause eine miserable sei. diesen Beschluß wäre cd den im Krönawohnenden alten Juden unmöglich gemacht!ז, dem Gottesdienste beizi,wohnen. Der Le- Dr. Oppenheim vertrat a״ch den richtigen ׳runlt. daß man daS Winterbethaus midi : ■ 1! dürfe. Ter Vorstand faßte den Be-j das WintcrbcthauS ,;» erhalten. Für die! Feiertage wird auch der Filtalgorlesdienn! .doiiteiisaale abgchaltc». Wir erwarten, daß Vorstand dem Unsug, Sitze durch die iogc.! > ::» ״Schamossim" zu verlausen. Heuer ein Ende' n wird.! iitzung vom 26. August. Anwesend Dr. Fialla! Schwarz. Feldmann. Tr. Lchiimneilma.! : Stein. Spitzer »nd Knöpslniacher. Teil g wohnt Rabbiner Dr. Löw» bei. - Einweihung deS Bethauies wurde iür den; -epiember festgesetzt. Die Ka״zlcilokaliläte,ü .1 im Gebäude der Kultusgemeiiide. Theresicn nnlergebracht. Ter Vorstand faßte einstimmig Beschluß, 3 russische Waisenkinder e״ veriorgei,! ivnrdc» zu diesem Zwecke 4!»> tirenen de j ,!1 l'iiililioim für den neuen Tempel wurden Klagen: die Herren ')),eiset.!ja>»’d,cl :. :ling. Tic Gebctordnung iür den neuen ■ivi ivurdc nicht festgesetzt. Dr. Fialla lriii iiir moderne» Gottesdienst ein. Herr 2dm’,1r; : .1111 dem Standpunkte, daß dieses Beihans! een konservative» Teil der jüdiichen Bevölkerung’ ׳leu wurde, dcmnadi der Goltesdienil m dieiem : geleitet werden müsse. Dr. Löwn schließt iid, Aussühriiiigen Schwarz an und deauiragr., ׳ .detordnung mit dem t'iabboim »1!oieu. i ׳ oiot, ersucht, den Konservativen emgegenz»! :een. da hiedurch einem Erodus vorgebeugi ’?kl׳-!?. jüdische ^bltnrieiiteiitlli) für 6öhmen in tiarlsblld. ׳Am )4. August fand in Karlsbad. Hotel :nein. der 2. jüdische Adtlurienlcntag iur n ilalt. der einen sehr schönen Perlaui nalun. ' das vorige Jahr hatte das Prager Horde e : Komitee eine Repräsentanz der südnd'en >11׳ teil Böhmens zu schasien gesucht, »idem . nach Teplitz ziiiammenries. Dieiem ersten .׳ gegenüber zeigt der eben itällgeiundeue einen ganz besonderen,Fvrlschriit. Die Be 1:,־hl war eine viel größere als!111 Boriabre. beierate standen diesmal aus einer ganz de: : '.'11 Höhe und. was am ersieulidniei! in.!ege Debatte zeigt? von dem Jnlereiie. das Problem der Lösung der Judenirage bei allen!»:!er» erweckte. Ter erste Referent. Hen . 1 k Prag behandelte in seineni »1Ii»»di und ׳di vollendetem Referate die ölonoimiche und lulturellc Lage der Inden und die Versuche :., 'ling der damit verknüpften Judenirage. Er mit logischer Schärfe nach, daß sowohl'der!vnicsjioiicllc Zusammenschluß der Judenheii. cnie nationale Einigung nicht hcrbeiiiihren und will, als auch eine Aiiimiliiatioii. die Verschwinden des Judriiliinies herbeiinliren!.ine Lösung der Judenirage sein könne. Denn d!> >e Veriuche. lassen das wichtigsteMomeni außerBe i t. den Umstand nämlich, daß die Juden ein '!! lind.־ zur Hilfe eines Volkes aber muß das 'alc Moment herbeigezogcn werden. Redner darauf hin, daß die gegenwärtige Rot der i n ein Gegenwartsprogramm erheische und de '' ::e als solches den Zionismus, als einen P ' angelegten Plan, die Judenirage aus natzi ll.'he und moderne Art zu lösen. Rach dem Re fanden einige Punkte desselben, so besonders ’politismus und Sozialdemokratie mit ihrer Wendung auf die Judensragc lebhafte Erörterung, »h letzter Redner der Vormittagsitzung sprach -Herr -l>, bbincr Dr. Ziegler, der in einer längeren Rede irr Freude darüber Ausdruck verlieh, daß die riisuiig m» ^ie nationale Zusammengehörigkeit habe rohes geschaisen. Wir westeuropäischen Juden wuien die Äitelligmz. die wir in dem 1000jährigen . tamp, 11״t der Mosorität erworben, dazu benützen, uuicrcn Brisdern in Rußland und Rumänien eine .deimziallc zu schaßen, uns selbst aber hier bei uns die volle Gleichberechtigung zu erwerben. ״nieder:RuchnfiitagSsitzung hielt Herr Richard »:"^sZr'plP sein Referat: ״Was lernt der jüdnche ciudeut aus seiner Geschichte'? Der Redner begleitete deb süt ichen Studenten bei seiner Entrvtikelung in der hicidfiditc vom Jeschiwah-Studenten >um liinHsüdischen Hochschüler unter dem Nach'- weis, daß der^We z. den dieser gegangen, ein »er tchlter war.! In der weiteren Rede vertrat er in männlicher Weise üe Meinung, daß־die Erziehung vom Kinde .bis zum Manne eine andere werden müsse, zum;.teil and, schon anders sei, wähnend er der jetzigje» Mcncration die Notwendigkeit vorhielt, die ichwere Pilichl der Autoemanzipation auf iid!;11 ncliijin!. An Stelle einer Erziehung, die ihren Zweck : in d >r möglichsten Verleugnung des v'iidentunis.!in d,>r Verwischung jeder Eigenart üeki. mniie eine bi:- ins Detail nationale lommen. Herr Wol! hi!»!: tc dann noch die von, Grund au-s veriehltc und veriahrene Politik des Mittel- und Hvdüchjilcrs and schloß mit Herzls Worten: »Nehmet cudi zui, mmen Jungens. wir brauchen eudi. wir warten, aus euch: hebt nicht nur den Gei». iondcrü nnM den Körper k Stark und ausrecht sollt ihr ic:11. wir werden eure Kraft uud eure Kennliiisse brajid-cn: .Judenjungen" — das klang bisher verädiijlich. wendet cs um und cs wird e»! iiol'.es Wort: uJungc Juden"! Reicher :Beifall lolmlc die Ausführungen der beiden Redner. D n Sitzungen präsidierten die Herren 2 teil,er:I »Im und Le»k Karlsbad. Am Abiiurienicntqgc na imcii etwa 45 Personen teil, davon nngeiahr die Hälitc Abituricntcii. Zieht man die großen Eillieriiui ge» in Betracht und die immerhin in di! gelingen Auslagen, die den Teilnehmern erwachien. so ji» da- Resultat ein sehr befriedigendes zu uennen. ijcmi e ■ verbürgt die Hoffnung, daß dieic Jn'iiiulivn der Abiiuriententage eine ständige tem wird. j■ Herr?rj. Z,icgler nahm an allen Beratungen des Vor uitzd Rad Mittages lebhaften Anteil und sehr ihm die Entwicklung der am Herzen gelegen sei. Tie zum Schlüsse folgende Rcio- Nitz dr da P: rb> io> vi Ici de: la: ca w! lei. 51,-; A! .ciglc dadurckj. w lUiigiudiidicn Sadie Veriammliing j nahm!utivn au: j ..Der ach 14. August'in Karlsbad tagende׳ 2. ziidiiche Abiturienienlag gibt einmütig der Überzeug,mg Ausdruck, daß eine Lösung der Judenfrage nur aui nätiLnaler Basis möglich sei und fordert alle Teilnehmer am Abituricnientagc aus. in ihrem nuuiiiedrigen Wiiluitgskrciic an der Hochschule in dieiem Siiinel aus aflc» Kräften an einer Rcgcneraiivn des Jujdcniunts miizuarbciten " Perionlicu oder durd, Begrüßungsschreiben am Abiiiirienienlage wartn verirclcn: Die Zludenten-!,,reine ..Bar Kodibai'-Prag. Theodor Hcrzl-Wicn, die Siudeiitcnverbindiingen ״Barissia"-Prag. ״Unilas" Wien, ferner der A— H Verband der »Bar Kod’ba״ Prag! und der Einzelvercin ״Zion״-Karlsbad. Das Vtrgnügijngsprogramm des TagcS beßaud aus einem gemeinschasilidicii Diner und Tanzlräuzdien an) :14. und einem Frnhichoppcn nebi't veridiiedeue» Ausflügen in die herrliche Umgebung der 2ladt am! 45. Aiigufti i iuscl. Walther Kohner. jü ii'ß-he Jugend sich so eifrig mit dem Judciitum be d)ä,'1ige. »Nicht die Rabbiner", führte Tr. Ziegler dt!,, ״haben diesen Stolz aufs Judentum^i» der Ji gend erweckt, sondern der Zionismus." ~i? L cpolitische ^Umdschau.?),älir.-schses. Dillriktstag i» Mäkr.-thlkrau. Am 2ep!ember äc. findet in M.-Ostrau der mähr, ichles. Delcgiertentag mit folgender Tagesordnung »alt! l. Rcd>cnichafls- und Kasfabcrichr des Diilriksloslutees.!2. Referat über den Zionistentag m Krakau: H.!Rabb. Dr. I. Rcach. Gaya. 3. 2lellungiiahi11c zu’ dem Erckutivkomitec der jüd. Kuliiisqemeiudc» in Mähren: H. Tr. Thcvd. Haas. Brünn. 4- 'Wahl des D. K. 5. Eventualia. Es Zgclii an die bürgerlichen Organisationen die dringcnde Anfsorderuug Delegierte zu entsende». T eine kür )udep wichtige Entscheidung hat der 0,'icrrcidiischc ll, tcrrichtsminisicr in einem gegcbenen Falle gelivssen. Das Rcichsvolksschulgesctz befnmmt in feinem 2dniUci1er könne,t iverdeu, welche auch onsnnicrridite jenes weisen, welchem die betresfendcn Schule 48: »Als verantwortlicher iur i'olchc Personen bestellt die Befähigung zum Religi GlaubcnSbekeiiiitnisscS nach Mehrzahl der Schüler der nack, dem Durchschnitte der ade vorausgegangenen fünf Schuljahre! angehört". In der Bukowina gibt cs Schulen in denen die Schüler sich mitunter aus Anhin! verschiedenen Religionsbekenntnissen gleich in vielen Schulen die Mehr za! jüdischen Bekenntnisses sind, wu ' eigenmächtiger Interpretation des stcllung eines jüdischen Schulleiter! Angelegenheit kam nunmehr vor minister, der nun die Entscheidunc die absolute, sondern die relative kindcr eines Religionsbekenntnisse, für die Bestimmung . der Religi, n. Schulleiter angehörcn soll. Wenn Kindcr in einer Schule die aumerisc j unter den schulbcsuchendcn Kinde 1 gebührt einem Juden die Schullcit ri T«»desL«nsere»; »er ung«: Am 19. und 20. August fand IV. Landeskonferenz statt. Es'nvh te teil. Tr. Alex. Gruber crösinele Präsident Max BcltelheimH Pre!! den Rcchensibaslsbericht. Es wu gefaßt, die Zentrale von Prcßbu zu verlegen. Die ungariscbe O 3000 Schekelzahlcr. Zum Landesp! Herr Tr. Ferdinand Gruber. Bis! Pundlcöau. Ein jüdisches Lieater in Seite 3. gern von vier ־ rekrutieren. Obhl der Schüler auf Grund Gesetzes die Anverweigert. Tie den Unterrichtstras, daß nicht zahl der Schulentscheidend ist welcher der mn die jüdischen größte Gruppe n darskcllen. so stelle, rfschen Iionikte». ü Budapest die 1>5 Delegierdie Konferenz, bürg, erstattete der Beschluß mich Budapest r ptnisation zählt iäsioenlcn wurde dapcst. gewählt. «mich r! :e Hakizieu. Das jüdisdie Theater war seit jeher--ei r Zankapfel für alle, die cs als einträgliches Objekt ausnützcn wollten. Man scheute keine Mittel ־!sin eine Konzcssion für die Leitung eines jübiid eil Theaters zu erlangen. Kaum hatte man sie in V änden. da hatte man eine unversiegbare. Einnahmen >elle und gebot über die Existenz von mehreren F> milien. die just an einem Direktor gebunden warcr. So w«»cs zur Zeit, da ganz tüalizicn nur ei» j idisches Theater hatte und der Leiter desselben. Herr iKimpel. so zusagcn ein Alleinhernchcr war. Jei f ist es-auders. Mehrere Personen sind im glückliden Besitze einer amtlichen Bewilligung, sich Direüor nennen zu dürfen und mit einer größeren oder! leincrcn Truppe in Oializien hcrumzureisen. Also kein Alleinherrscher mehr, was den einzelnen, nur kalb oegs befähigten Schauipiclern insofern zugute kommt, daß sie nicht mehr sür einen minimalen Lohn sich nbhetzrn müsse«, rin gewöhnlicher Konkurrenzkampf, der. wie alle ähnlichen materiellen Kämpfe sei chalteniciren hat. Moralisch und geistig Hai ׳'ich das jüdische Theater in Galizien gai nicht gehoben. Man führt noch immer die alten 2 chundnücke mit immer schwächeren Kräften aus, ircil die besseren Schauspieler nach Amerika auswa adern, wo sie nach Gebühr bezahll werden. 411 d ein Direktor rechnet cs sich als besondere Gefchii llichkeit an. mit Statisten oder wie es-hier technisch bezeichnet wird — mit Hopfenstangen - ein dem 2 chreibcr gegenüber, gehörtes Sclbsrlvb eines D rektors — aus die Bühne gestellt, scinem^Pudlilnm tKeld und Beifall zu entlocken. Es war nie i,i11c Sache, aus eine Hebung der jüdischen Bühne ir< endwie bedacht zu sein. Ratschläge, die ihm in dies, r Richtung von berufenen Kritikern und Schriststellcri erteilt wurden, nnes er zurück, mit der HLdisi vr gmellen Mottvierung. er begreife nicht, wie Freude in sein 1'icschüft sich cinmengen wollten. Man ersieht also aus den wenigen Beispielen, daß ein D rckrvr mit derartigen Anschauungen nicht beruieir 1». diesiüdifche Bühne mir die Höhe zu bringe!. die sie . jetzt eigentlich cinitchmc» müßte. Wir de, rüß.cn cs daher mir Freuden, daß cs iiniercin Ge» »»ingsgenosien Herr» Moses Richter gelungen ist. die Konzession für ein jüdisches Theater zu erlange >. Herr Richter ist bereits in der jüdischen Theatern׳!lr als bcgadtcr Dramatiker bekannt. Er hat sich mit einigen Dramen eingesührt. welche unbedingt eine Übergangscpoche für die Moderne bezeichnen.! Jhnr--gebuhrt vor allem das 'Verdien», den üblichcn Hanswurst von der Bühne'— in seinen Dra neu wenigstens — verscheucht zu haben. Er har auch das häßliche ״Deutichiprechen" autgehoben. Seine Stücke sind- >» einem reinen Jüdisch gehalten tnd cs "ist e«t° schieden z» erwarten, daß ein Mann mit dcranigen Fähigkeiten dieLcitung eines so wichtig! nKäilturwerkes. wie die südliche Bühne eS ist. zu mc hr als geschäsllichcn und nur materiellen Erwer,szwccken auS beuten wird. ,Am 1533 .« ״. abends finb ton Hamburg auS 30 russische jüdische Waiscnkindc: nach Amekika. 19 nach England eingcschisit woiden. Fräulein Perlmann. die der russischen Sprache mächtig ist. Licht- und Uerlanget in Gastuud Kaffeehanjern den ״Jüdischen Uolüskalender'