Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- VII (1906)
- Issue
- 5 (1.3.1906)
- Date
- 1906-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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VII. Zichrgang. Jidische Ürruyvpreise: ־•“ :"ך rl.1» llJijinrii b0U*jäl>ritf . . V! M . - ׳. ׳! \• :.־ד.ittüälni'i. ^u׳ ׳-. ׳> MU1,;iahri;1. - Prag. -!lummer 5 . >r rrnrerr . M rt'n!. j1 •V . Mark iiul'd 2'<׳ iJriinn, I. Min-, |<Mn>. I. .Xbnr 5(50().; '-:•.‘!feit;:;;;;;,:“ : '.tlvflll *M I 1. t:;1& jt?cn MonakSH. ^«4iIiÄn>lfrifdjf Uatrrti■!: fftito lilnna. 1‘tii;1 2 ׳.׳:׳nka>iakl>1n2 Är. ^>i.OIO. Prag. Vurim, brr Sirg brr jiibifdirn ilntionnlitfit. inm iJuMcm»r Tr. Äde!i Murrcfn. mär. limc- 1-cK'iitetc einst Pur,,״ Rae», im llldlichen Haus. in der südlichen <'k‘mem&c: i'.'.r weis;, iver denkt cs ״och? Wer l,.1k noch davon;'/סו:! ui!9 flcltkn? Tao wor ein!olles niiiiclalKr'.!.li.־C' Ircil'cu, eine vollständige. nneingcjchränkie?.'k:ske.,s,e1heit. eine Geselligkeit, wie sie nur d!- vollendete verbrüderte und veredelte inen'lhlidie <?,- iell'ch.1'1 zutage fördert und woltin bislang die ,;!aii.e: dsten Maskenscitc. die a>1idringlid,sten Mae kendllle und lärmeiidstou?.Väskeradeu noch immer »!>!>! gelangt sind. In der Pniin, Rocht, da sond min in jeden, jüdischen Hanic in dem ärmste». wie in dem reichsten, eine entsprechende wohlgedecklc Titel.?0 standen jeden, vltnc Unterschied d,e Türen en.'n. ,vor der;,miitt jedem srei: miil nllen Mitteln und Krästen bemühte »,an sich, lat das Möglichste. Inn 1'm'k anzlilode». Jeder wurde fräindljch begrüßi. li.I'evoll ausgeiioinnicn. alles wurde aitsgebvicu. »1» die M:sken zu unterlialten und sich von tlnien nnteitialten;11 lasse». Und ent die Pu!:mip!elc. nenn :,bl'piele in, jüdischen »,eure. die da aufe..׳n!n1 wurde». Hlimoilülka lind Saitiren. ans. gl: dl und ansgc;eichnct in ihrer?111. die hatten 11) ::::::׳.v'lt ein tressliches Knltnrbild der jndächen *':!::־e:.!&e1t gegeben. Es war das c>tt;ige freie?voll. ' ׳־׳ öffentliche Bersaliren. d 1s einmal im Jahre in. de, tiieineinde ermöglicht war. Tieies alle 2mef echt jndiichen?,olks'.cbens dal eis heute der Z,l0nism11s ganz ausierachl gelassen, ilim gar keine Aufmerksamkeit gewidmet, als wäre 1'-> Iriiit Volksünßcrnng und dürste der Zionisinlis. der?Meier des nalivnnlc» Lebens einen ebcdem so wa.litigcn Pulsichlag des jüdischen Lebens im Ghetto 1U:״, vernachlässigen. Tie Zionisten meinen.?Kirim r. ::: em »! Helios cst. hätte nichts Jüdisch- 'R a 11 onalcs. wie die Täsdnngsbclnftigiingen. die nmie'alterlichen sfastnachtspiele. die Maskerade» und da Mnminenschan; etwas mebr Internationales. Allgemeines boten. Das mag manches sür sich bobe». doch wnd i»,in zugebou. das! die italienischen Ta-diingsauszüge vow denen am Rbein. und dieic von de» Norddeutschen und?Lienern' uüv. sich unterscheiden, und das nalionale Element doch incht io ganz ausgeschallct ist. Tan die?Kirim- -lvendc und Spiele eine» echt jüdischen Charakter u» iich liiigcn lind durch ihren jüdischen Weilt von anderen gan; unterschieden sind, ist gor nicht W leugne». Toch nicht in diesen Momciiien in die L.nelle deS jüdisch-nationale» Gedankens beim?Kirn,,feste suchen, dieser in vielmehr in der?Kirimcrzählung zu. finden. Tas Buch Estber ist nicht bloß eine interessante Novelle, eine klug durchgesühne Hoiinlrigue: cs in eine Tich tun g. wie sie nur Leben n»d?Li rl kchkeit schasst, reich an ernsten und heiteren r Niiationcn. voll von Wcschästigkeit der rächenden?keine״-. die sich rcchtzeit-g mit dramatischer Lebendigkeit und Raschhcit cinstcllt.?Las aber dar wertvollste und Iiitcrcssaiitcstk ant Wanzen ericheinl. das js, die - ״achdrücklichst aiisgeiprochcne WIcich N c l 11t n (ן aller NaIionali-lätcn im persischen Reiche. Man glaubt in Esther nur eine TendenzulKiit zu finden, welche schon vor dritlhalbiauseiid -oahren dem N ati o n a l itätSgedan ken die gebührende 31c11u 11 g im 3taatc gibt. RuS!27 Landschasten bestand das persische Reich des Achaichwcrosch sHcrncs) u1,d sorgfältig wacht die persische Regierung darüber, daß die königlichen Edikte an jede Landschaft in ihrer Schrift, an jedes Bolk in seiner Sprache gelangt, e» den 127 Landschaften PcrsicnS gibt eS keine Lvrachensragc und keinen Sprachcnstrcit unter den Ucrschiedeiikn Natsonalitätc». denn eS herrscht die twliige «"le1cl,berech1,g״״g aller Sprache» und -chnilen. sie?,,11101,11:1,iienirage iü gclöü und auch die I ü di 1 >h, N i II o nal l lat iü anerkannt, nt' diii andern vo.. obenlnirtig, denn auch an die , -?>11 et, ergeben dk koinglicheil Edikte in jüdischer L prache^und — ehr:זt. Tas ist auch em Beiveis. '",^en im v.-r-ii.ben und babuloniichci! - viche siäi^ nicht a s s111: ׳ l, er t batten lind die eigene Lpraäie und Tchriit besaßen. Tos; . aber den .eiiiitergrlind der Eüberergäblung ein?,'a- ,,onalitäienkainpr bilden mußte, ans dem die Rn Io n o NM e d e r R a 1 ionaI: tä 1 c II hervorging, beweist der Schluß der Einleiinng. die Abiefiuug der »önigi»?va'chii. ivelibc;nr Iolge hatte, daß in gan; Beriien der königliclie?Lille bekannt gegeben wurde, der wieder an >ede Landichast IN der ihr eigenen Lchriii. >1nd an jedes?K>:k in der ihm eigenen ::prachc cnolgie: »Jod er in an» sei vocrr in i eine in .so a n ׳ e und rede in der 3 p r a di e ׳eines?ioIke s. Tieicr Tdiliis; der einlcitenbeit Vorgeschichte düriie mir den mit deit damaligen?torgänge» im veniidic» Reiche?krtrauteii verständlich sei» und laßt jeden;wische» den mellen leien. In der Tat bat aiidt die gesdiaiiige Tradition sofort heraus ae'iiiid^». daß es iidi bei der königlidien Tasel um einen?> a 1,0 ״ a li t ä teniirei t handelte, den» von den ׳leben ,vüriten der königlichen Umgebung bebauptete jeder, die idiönsien ,Trauen entstammen seiner?iaiionolitäi. jedod! der >!onig gab der?Laschti. einer Enkelin?,ebiikadnezars. somit der b.1b»lo»ischen 'Rasse den?tor;ng o»r Entscheidung wollte fich!?,eaidüi nicht e.n'iliden. dem, sie bekaupttle die wahre Herrscherin. Todncr und Erbin des bab» lom'dien?Lelicro.'grers in sein, während Rchaich weroich nur der?!orlänicr vor den Rossen des .'!öiiigs war. Tieicil,?lb״enstol;c und dieser schähnng der and,reu '.'>ationen und?ivlker. die durch den dionig »nd die sieben Fürsten vcrtreten waren, mußte?ldiaschiverosch. wenn er sich in icin.r?Lürde bebanpien wollte, ein für allemal eih Ende bereiten. > iiidein er geichlich die Wleichstell»»,; aller?kalipneu und Zprachcn icincs 127?-rov:11;e11;ähleiidrn Reiches se'lseiite. Tieie toileichwertigke-t aller?k.itionalitälcn bekundete der >iönig sofort bei der?Labt der neue״ >!vn>g>». indem unieridnedlos in gllen Landsdiaiten und aus allen?laiionatitäten Bkadchen genommen wurden und nur-das?Lohlgttollc» des riönigs allein den?Ins schlag bei der?Lahl geben sollte.?.Rordcchai. der stets'.als Indo ,umritt und als solcher sid) auch! nennt, nimmt keinen Anstand, ׳'eine 'l-'legelochier | an der?Labung teilnckmcn;» lassen, weil er sie wie die?Rädchen aller anderen?kaiionen h,e;n deredü'gl hält, verbietet ihr aber ihre?kationalilät n»d Abstammung >;n verraten. Er ini eS aber sicherlid, nidtl. weil die jüdiidfe?kationalilät in Persien minderwertig galt, den» das iü nirgends ans der ganzen Weschichle berausznlctcn. Selbst Hania». der dem »önigc de» Plan unterbreitet, die Jude» seines?keidies;» vcrnidticn. nennt nid>t den?kanicn. sagt nur von' ihnen, daß sic zerrissen und »»zniammenhangend unter den?kalioncn »nd-dc»nod1 als gesonderte?kation leben, wagt aber nicht die Behauptung, daß sic verachtet von den?׳ölkern oder gcringqeidfäht seien. 2>n «Lcgenicilc scheint der?käme Jude eher Achtung und?kcid cingeflößt zu haben,??kordechai hält sich am Hose des Königs auf. in weldicr Stellung »nd Eigenschaft gebt aus der Schrift nicht hervor, es ist aber nicht wahrjchcinlich. daß jeder beliebig -zutrilt zum persische» Hofe hatte. Zudem wird die Rettung des Königs durch die Anzeige gegen die beide»?oerschwörcr von Esther im?kamen MordcchaiS dem König berichtet und sein?käme 1» die persischen Jahrbücher einqcsdiricbcn.?lls Mordccho, gegen das Gebot des Königs dem Haman am Hofe des Königs die vorgefdiriehene Ehrenbezengung nicht erweiü.i k,7Nn Haman!zu seinem größten Arger ihn vom Hv-e nidn eniserncb es wäre denn I,od1 dem Rate seine Trau, dal; er Ihn über Befehl des Ko'iigs hänget ließe — >md! ,nur. die Rechtfertigung Mordcd'ais d,e er den Tienern angibl. daß er ein I»! c sei. gelten laiie». Tie Tiencr kenne»;war das Privilegillin!des Inden nicht, sse!vollen es alcr von Haman! tri,ihre». Haman kann nid׳!-:- dage,c» tun. Ter »giiig?ldiasd-wermch ist andi niüerrid:,׳!.'daß?Rordechai am Hoic des Königs weilt. wit-crTs ausdrüdlich ipäte, bei der' dem Mordcchg:;1,ge dadiien?litszeidinung betont.?Ro1de.11.1-S Loiition er em sende ivar. ttr und das erkennt , nd. mr die als IiiDd oder ivcik Hamai; unangreifbar. icbr k.sigc <i>׳u,m Ham ins. d'e ihm die bi i abnilii^ aus'piidit: .?Leun Mordediai. 1dem du berjeits in^der <>>״,iü des Königs z» f, llcn de ginn׳!.! dem Stamme der Juden >1,,gehört, wirst du weiter lallen. Es bc'lcbi also gar kein Zwi isel. daß die Ifiden eine g e a d> 1 c t e nabe;» g iürdne Licllitng unter den Rationen Perüens eil nabnien. Aus dem '?runde suchte Haman de! -Kamps gegen ldic ganze?kation. I.-I, periiid'eu Ri lchc od.-r besser vielleicht am pernidien Hose beginn der g, Heime Kamps der beiden Erbicinde. der K imps der Iudci! gegen?lmalek. vertreten durch?.kordechai und Haman. In Hoskriegcn. die nid'ts fltißerge wöbliüdics sind, und ioiang Hofe er:üie-en eine 'ichenic Erscheinnng waren ״nd sein werde!, müssen von teil gcschidten Airangeurci, üeis die Ehanee» erwoe cn werden. Haman. der'?ünstling eine Königs >er 11 -llenlos ,״'der Hand dessen in. der ich seiner zu bemäditigcn versteht, glaubt alle Elia: een zum Sieg« zu besipen. wenn er es klug und oerüdiug anstcpe und nicht verrate, daß die ideii d.r '?egejinänd feines Hiiies und seines Ben ichiungs-- . -Pvlit:ker 1> 1.- aller pl inss ie:en.?.Rordechai rechnet als kluge: auf -ic?.Radn des?Leibes, dnrdi di tüebate »nd Erlässe kein?.Rann geicht^eigc ein?ldiasdiwerofch Herr Im eigenen Hanse ie .Hania» tdieint anrangs gewonnenes Spiel zn haben. Ter König, dem er tue Bz-rnichl, ng eines ganztn 'Lölkes beantragt, fragt nicht c»! nal nach dem j iRaineü. den Haman vorsid-ug. verjd, oieg. und gibt!ihm »neingeschränkte?!ollmachi. Alle i?h'IK'iii »nd?kationen Persiens wsrd cs kund und getan, io das; gar kein Zwciicl bei irg nd einem?-olße entstehen könnte, daß cs 1,11'׳ um;» w'.I'en die Per- »iditlung aller Jude» Persiens ohne Um richicd an ei»e»1 und demiellien Tage, in allen L. ndichaiten durch alle?kationalitätcn im Austrage d -s Königs von Perücn handele,?'kordechai. welcher der Sage naehj e»1ü im Zhnhcdrion läßt! als kluger Staatsmann, ein gewiegt׳ den iTiiigeii ihren nalürlidten Lauf. E nächst die Anfmcrkiamkeit der Juden auf zu frregcn. midererseiks wandert er in iehcl! erregenden Trauera»s;uge durch d der i Hauptstadt Susa, um die Ha»v.l Beinohner. die?kationalitätcn gegen der Hamans gegen das jüdische?>olk und! vielleicht Teilnahme zu erwecken, aber seht er seine Hoffnung auf jüdische Königin Persiens. Zeinen flusj. seine überwältigende Madit unl weiß er auf seine Zichlvchter.-auf die Tochter ihres?Volkes ansziiüben. sic ga: ernsalci 1 gesessen. i!1 Pljne zu gewinnen, in ihre Hand sei 1c und des ganzen Volkes Rettung zu legen, iin ׳ der Plan gelingt. Mit echt weiblichem Instinkte cri mit Esther ihren FcldzugSplan gegen Haman. der k< ine Ahnung habe» konnte, was ihn von dieser Sei te bedrohte und 5urch deren Auszeichnung in Siche, heit geiviegt witrdc. daß er eS auf Anraten seine, <>> Politiker, sucht, zuire >>>es,1hr qinem Anstraßen tsindi. ihre Amchlag erregen in Stillen über, die ,Pnzcn Ein-?lutornä, )üdin. die für seine schon angczcigt hielt. Mordechais Hinri htnng beim ttiu Scrcich TvervreiLet den ,,Jüdischen DoMskalender'